m
Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
879
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
166.
A. H., vom Grenadier-RegimentPrinz Carl von Preussen (2.Branden-burgisches) No. 12: Splitterbruchdes linken Oberarms.
Gypsverband, welcher bald entfernt werden inuss. Knochensplitterin ziemlich grosser Zahl entfernt; an demselben Abend Schüttelfrost,hohes Fieber. Langwierige Eiterung, Senkungen und Einschnitte.Middeldorpf'sches Dreieck, später Gypsverband, in welchem festeVereinigung erfolgt.
167.
K. K., vom Leib-Grenadier-Regi-ment (l. Brandenburgisches) No. 8,verwundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruchdes rechten Oberarms. Schusskanalvon vorn nach hinten verlaufend.
In Gypsverband nach Berlin und von dort am 24. August 1870nach Fürstenwalde übergeführt; Gypsverband bleibt liegen bis zum20. September, an welchem Tage Splitter und Tuchfetzen aus derAusgangswunde entfernt werden. Neuer Gypsverband. SchnelleHeilung, feste Vereinigung. Ende Oktober 1870 entlassen. KeineVerkürzung.
2 1 /-i Monate.
168.
L. K., vom 1. NiederschlesischenInfanterie - Regiment No. 46, ver-wundet am 0. August 1870 beiWörth: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang vornnahe am inneren Rande des zwei-köpfigen Muskels, Ausgang hinten2 cm höher.
Schwellung nicht bedeutend; nach Beseitigung derselben Gyps-verband, welcher bis zum 13. September 1870 liegen bleibt, anwelchem Tage K. mit fest verheiltem Bruch und geschlossenerAusgangswunde in Berlin ankommt. Entfernung von Knochen-splittern und Kugelstücken; erneuter Gypsverband, unter welchemungestörter Verlauf und Heilung der Wunde. Am 14. Dezember1870 entlassen. Keine Verkürzung; nahezu vollkommene Gebrauchs-fähigkeit. (Vergl. Lossen, S. 50, No. 7.)
4 Monate.
169.
Ch. K., vom 2. Hanseatischen In-fanterie-Regiment No. 76, verwundetam 7. September 1870: Gewehr-schussbruch des linken Oberarms.Eingang hinten aussen, Ausgangvorn innen. Erhebliche Splitterung.
Im Schienenverbande vom Verbandplatz nach dem Lazareth ge-bracht, wo gefensterter Gypsverband angelegt wird; Eisblasen aufdie Fenster. Am 12. September 1870: Schüttelfrost, beginnendeZellgewebsentzündung; Gypsverband entfernt, Kissenlagerung, Eis.Eiterung mit Senkungen bis zum Ellenbogengelenk; Einschnitte,darauf Besserung. Am 9. Oktober: sämmtliche Wunden in guterHeilung begriffen, feste Vereinigung noch nicht vollständig, stehtjedoch zu erwarten. Nach Deutschland übergeführt.
1 Monat.
170.
A. K., vom 3. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 20, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingang vorn,hinten zwei Ausschussöffnungen mitstark gerissenen Rändern, Theilungder Kugel. Keine Splitterung.Gleichzeitig Streifschuss an den-selben Arm.
Anfänglich starke Schwellung, dreieckiges Kissen und Tragetuch.Heftige Schmerzen; Morphium. Am 22. August 1870: An-schwellung beseitigt gefensterter Gypsverband, der am 3. Septembergelockert ist und erneuert wird. Am 4. September: Ueberführungnach Mars la Tour, von da Ende September nach Berlin, wo dieHeilung ohne Störung erfolgt. Feste Vereinigung.
1 '/■> Monate.
171.
H. K., vom IlohenzollernscheiiFüsilier-Regiment No.40, verwundetam 6. August 1870 bei Spicheren:Splitterbruch des rechten Oberarms.Eingangswunde hinten, Ausgangvorn aussen.
Schwellung anfangs reichlich, später massig, ebenso die Eiterung;Schienenverband. Bis zum Oktober werden 11 Knochensplitterentfernt. Der Bruch ist Ende 1870 vereinigt, Kallusmassen über-mässig stark, fast bis zum Schultergelenk reichend. Am 24. März1871: entlassen. Keine Verkürzung. Sehr starke und unregel-mässig geformte Kallusmassen bis in das obere Drittel. Schuss-wunden verheilt, vordere Narbe strahlenförmig, mit dem Knochenverwachsen. Hebung des Arms nicht bis zur Wagerechten; Ellen-bogengelenk nahezu rechtwinklig steif, Strecken gar nicht, Beugensehr beschränkt ausführbar. Strecken der Finger beschränkt.
8 Monate.