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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
LaufendeNo.
I
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2 ■
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
161.
W. G., vom 3. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Splitterbruchdes linken Überarms, unmittelbarunter der Mitte.
Im Schienenverbande nach Frankfurt a. M. übergeführt. Am24. August 1870: beide Wundöffnungen blutig erweitert, Entfernungzahlreicher Knochensplitter. Ende August: Gypsverband, unterwelchem feste Vereinigung in Winkelstellung erfolgt. Narbenbrechen wiederholt auf. Erhebliche Verkürzung. Muskelschwundbeträchtlich. Alle Bewegungen sehr behindert.
162.
J. G., vom Grenadier-RegimentKronprinz (1. Ostpreussisches) No. 1,verwundet am 19. Januar 1871 beiSt. Quentin: Schussbruch des rechtenOberarms. Eingang aussen ungefährin der Mitte, kein Ausgang.
Von Reims nach Bernburg übergeführt. Bei der Ankunft am22. Februar 1871 starke Schwellung, Abnahme des Gypsverbandes.Erhebliehe Eiterung mit Senkungen, wiederholte Einschnitte; Brei-umschläge. Mitte März: Entfernung mehrerer Splitter, Schwellungbeseitigt, Eiterung ganz gering. 18. Juni: Erweiterung der Ein-gangswunde, aus welcher ein 3V- em langes Knochenstück und dieKugel entfernt wird. Von da ab langsamer aber ungestörterVerlauf, sehr reichlicher Kallus. Am 24. Juli entlassen.
1872: besteht wieder Eiterung, zwei Fisteln führen aufrauhenKnochen. Starke Narbenbildung, in welche die Muskeln hinein-gezogen sind. Beweglichkeit äusserst gering. Dauernd ganz-invalide, zeitig gänzlich erwerbsunfähig.
7 Monate.
163.
J. H., vom 2. Badischen Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm No. 110,verwundet am 30. Oktober 1870bei Dijon: Querbruch des linkenOberarms. Eingangsöffnung vorn,Ausgangsöffnung hinten.
Erhebliche Schwellung; Pappschienen; Eiterung reichlich. Inder Tiefe des Wundkanals ist die Kugel zu fühlen; beim Versuch,sie auszuziehen, tritt sofort Blutung aus vielen kleinen Gefässenein, Kugel bleibt stecken. Am 22. November 1870, nach Abnahmeder Schwellung, gefensterter Gypsverband; nach 3 Tagen wegenSchwellung der Hand entfernt, Lagerung in die untere Gypsschale.29. November: Erweiterung der Ausgangsöffnung und Entfernender stark zackigen Kugel; reichlicher Kallus. 20. Dezember: Wundenhaben grosse Neigung sich zu schliessen, Eiterverhaltung, Einlagenvon Charpiewieken. 22. Dezember: Schüttelfrost, am nächsten TageWundrose des linken Oberarms, welche sich über Schulter undRücken bis zum Gesäss ausbreitet, bis zum 10. Januar 1871 an-dauert und die Kräfte des H. sehr erschöpft. Von da ab raschfortschreitende Besserung. Ende Januar mit verheiltem Bruch undverheilten Schussöffnungen übergeführt. Keine Verkürzung. Gre-brauehsfähigkeit erhalten, nur noch grosse Schwäche vorhanden.(Vergl. v. Beck, S. 655, No. 1.)
3 Monate.
164.
H. H., vom Schleswig - Holstein-schen Füsilier - Regiment No. 86,verwundet am 30. August 1870vor Metz: Splitterbruch des rechtenOberarms.
Schwellung und Eiterung beträchtlich, Schienenverband. ImSeptember 1870: Eröffnung mehrerer Eitersenkungen. Am 12. Ok-tober: gute Vereinigung, Bis Mai 1871: wechselndes, meist jedochgutes Allgemeinbefinden, Splitter verschiedener Grösse werden häufigausgezogen. Am 9. Juni 1871: mit geringer Eiterung aus derEingangswunde entlassen. Feste Vereinigung.
9 Monate.
165.
A. H., vom 1. WestpreussischenGrenadier - Regiment No. 6, ver-wundet am 21. Oktober 1870:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang an der Aussen-,Ausgang an der Innenseite. Gleich-zeitig Streifschuss an den Kopf.
Der Oberarm ist bei der Ankunft in Versailles am Tage der Ver-wundung erheblich geschwollen. Kissenlagerung, Eisblasen; All-gemeinbefinden gut. Am 24. Oktober 1870: Abnahme der Schwellung,Stromeyer'sches Kissen. Tägliches Durchspritzen mit Karbollösung,Eiterung massig, Heilung macht gute Fortschritte. Am 13. No-vember: beide Schussöffnungen geschlossen, deutlich fühlbarer Kallus-ring, feste Vereinigung. Am 18. November 1870: Ueberführung.Keine Verkürzung. Wiederherstellung völliger Gebrauchsfähigkeitzu erwarten.
1 Monat.