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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
151.
H. B., vom BraunschweigischenInfanterie - Regiment No. 92, ver-wundet am 3. Dezember 1870:Splitterbruch des rechten Oberarmsdurch Chassepotkugel. Eingangvorn, Ausgang hinten, beide ziemlichin der Mitte.
Am Tage der Verwundung wird eine grosse Anzahl von Knochen-splittern entfernt. Eiterung gering; gefensterter Gypsverband. ImJanuar 1871 werden in Frankfurt a.M. Splitter entfernt, desgleichenim Februar in Braunschweig nach Erweiterung der Wunden durchPressschwamm. Im April ist der Bruch fest verheilt, Eingangs-wunde noch offen, eitert wenig. Anfang Juni: Entfernung einesgrösseren Knochenstückes, worauf sich die Fistel schliesst. Entlassung.
7 Monate.
152.
G. C., vom 6. OstpreussischenInfanterie - Regiment No. 43, ver-wundet am 14. August 1870 beiColombey—Nouilly: Gewehrschuss-bruch des linken Oberarms mit ge-ringer Splitterung. Eingang an derInnen-, Ausgang an der Aussen-seite. Gleichzeitig Streifschuss andie rechte Backe.
Gypsverband. Verlauf günstig. Ende Oktober: Eingangswundeverheilt, Ausgangswunde wenig eiternd; in die Heimath entlassen.
Unter abwechselndem Schluss und Wiederaufbruch der Wundenvergingen fast 7 Jahre.
Am 11. Januar 1877: Wiederaufnahme in das Lazareth zu Loetzen.Eingangsöffuuug eitert, Ränder geschwürig, Sonde dringt auf rauhenKnochen. Lockerung des jedenfalls sehr umfangreichen Sequestersnicht wahrnehmbar, Allgemeinbefinden ungetrübt. Am 10. Februar1877 ungeheilt entlassen. Keine Verkürzung. Feste Vereinigung.Eiterung dauert fort unter Abstossung von Knochengries. Ernährungs-zustand beider Oberarme gleich. Bewegungsfähigkeit im Ganzenwenig behindert, keine Schmerzen.
2V2 Monate.
153.
K. D., vom BrandenburgischenFeld - Artillerie - Regiment No. 3(General - Feldzeugmeister) , ver-wundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang au derAussen-, Ausgang an der Innenseite.Splitterung.
Anfangs sehr starke Schwellung; später Gypsverband, mehrfacherneuert, bis Ende Oktober feste Vereinigung erfolgt ist. Am8. September: Entfernung von 6 grossen und vielen kleinenSplittern, sowie eines Stückes Blei aus der Eingangsöffuuug, woraufdie bis dahin massenhafte Eiterung nachlässt; Kräftezustand hebtsich. Mitte Oktober: Eitersenkung an der hinteren Seite geöffnet.November: beide Schussöffnungen in Fisteln umgewandelt, durchwelche die Sonde auf rauhen Knochen dringt. Entlassen. KeineVerkürzung. Gebrauchsfähigkeit sehr beschränkt.
4 Monate.
154.
K. D., vom 3. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 20, ver-wundetam 16. August 1870 bei Marsla Tour: Splitterbruch des linkenOberarms.
Bei starker Schwellung am 18. August 1870 gefensterter Gyps-verband, der nach zwei Tagen durchtränkt ist und mit Schienen-verband vertauscht wird. Am 27. August: Abschwellung erfolgt,Entfernung von Splittern, einstündiges Vollbad, darauf Gypsverband,der bis zum 22. September liegen bleibt. Im September undOktober noch häufige Entfernung von Splittern, starke Kallusmassen,Bruch fest verheilt. Im Januar 1871: Schussöffnungen vernarbt.Am 15. Januar 1871: entlassen.
7 Monate.
155.
J. D., vom Holsteinschen Infanterie-Regiment No. 85, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss. Zerschmetterung desrechten Oberarms, in der Richtungvon innen vorn nach hinten aussen.Gleichzeitig 1) Streifschuss an dierechte Brustseite durch dieselbeKugel; 2) Streifschuss an den rechtenzweiköpfigen Armmuskel; 3) Quet-schung des Brustbeins durch einedritte Kugel, welche auf die messin-gene Erkennungsmarke aufgeschla-gen, aber nicht durchgedrungen ist.
Stromeyer'sches Kissen, sehr starke Schwellung und Jauchung,welche sich nach einigen Tagen verliert. Im September 1870-Schienenverband; später, bei noch immer reichlicher Eiterung,Gypsverband. Mitte Oktober: feste Vereinigung, so dass D. denArm etwas gebrauchen kann; beide Streifschusswunden verheilt. ImNovember: Ueberführung nach Leipzig in gefenstertem Gypsverbandmit eiternder Fistel. Im Dezember: grosser Sequester nebst einerAnzahl kleiner Splitter im Reservelazareth Namslau entfernt; darauflangsame, aber ungestörte Heilung. Gebrauchsfähigkeit erhalten.
6 Monate.