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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
142.
A. W., vom 2. OstpreussischenGrenadier - Regiment No. 3, ver-wundet am 30. August 1870 vorMetz: Splitterbruch des rechtenOberarms. Eingang aussen am An-sätze des Deltamuskels, Ausgang ingleicher Höhe an der Innenseite.
Entzündung und Eiterung erheblich, Verschiebung der Bruch-enden sehr geringfügig. Lagerung mit erhöhtem Oberkörper, sodass der Arm durch sein Gewicht die Streckung bewirkte. NachAbnahme der Schwellung Ende September Schienen verband; dieEiterung, durch feuchtwarme Umschläge unterhalten, sehr reichlich.Hohes Fieber. Am 4. Oktober: Schüttelfrost, ebenso am S.Oktober.Erweiterung der Ausgangswunde und Entfernung vieler abgestorbenerKnochenstücke. Chinin. Am 14. Oktober: Durchfälle. Klagen überSchmerzen iu der rechten Schulter. Von da ab immer häufigerauftretende Schüttelfröste, Delirien. Am 20. Oktober: Tod.
Sektion: Wässrige Durchtränkung des rechten unteren Luugen-lappens, in welchem zahlreiche keilförmige Blutherde. Die Bruch-enden von einer grossen Eitermasse umspült, sonst gut aussehend.Eitriger Erguss im rechten Schultergelenk.
2 Monate.
2. Im mittleren Drittel.
a. Geheilte.
u:?.
H. A., vom 3. Westfälischen In-fanterie-Regiment No. 16, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschussbruch des linkenOberarms. Eingang vorn, Ausganghinten. Erhebliche Splitterung.
Anfangs Schienenverband, später gefensterter Gypsverband. Am3. Tage nach der Verwundung werden viele Splitter entfernt, auchim weiteren Verlaufe müssen noch häufig Splitter ausgezogen werden.Am 9. März 1871: Ankunft in Hannover mit fester Vereinigung derBruchenden und massig eiternden Wunden, welche Ende April ge-schlossen sind. Es bestehen heftige Schmerzen im Verlaufe desganzen Armes, welcher kraftlos und fast vollständig gelähmt ist, damehrere Nervenstämme von den Kallusmassen eingeschlossen werden.Am 22. Mai: Invalide. Keine Verkürzung. Starke Abmagerung.Lähmung des ganzen Armes.
9 Monate
144.
C. B., vom 4. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Splitterbruch desrechten Oberarms durch Gewehr-schuss. Eingang aussen, Ausganghinten.
Stromeyer'sches Kissen. Am 27. August 1870: Entfernung zweieretwa 2 cm langer Splitter; gefensterter Gypsverband, welcher am2. September wegen schmerzhaften Druckes wieder mit Kissenlage-rung vertauscht wird. Unter dem Gypsverbande war die anfänglichgeringe Eiterung massenhaft geworden, es bestand Entzündung auchwurden mehrere Einschnitte nöthig. Am 5. September: Entfer-nung einer Anzahl von Splittern und Stückchen der Kugel. Am15. September: wieder Gypsverband da die Eiterung nachgelassenhat, derselbe bleibt bis zur Heilung liegen. Am 30. Septembernach Berlin übergeführt, am 11. Januar 1871 geheilt entlassen.Keine Verkürzung. Feste Vereinigung. Bei der Entlassung könnenpassive und aktive Bewegungen ohne Behinderung — abgesehenvom Schwächezustand — gemacht werden.
5 Monate.
145."
A. B., vom Grenadier - RegimentPrinz Carl von Preussen (2.Brauden-burgisches) No. 12: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms, gleich-zeitig Schussbruch der rechtenSpeiche.
Krankengeschichte fehlt. Ende Oktober 1871 sind die Wundenverheilt, beide durchschossene Knochen vereinigt. Der Oberarmdurch schiefe Verwachsung der Bruchenden nach hinten gekrümmt,die Narben am Vorderarm mit Knochen und Sehnen verwachsen.Eine Narbe am Oberarm brach 1873 wieder auf, schloss sich aberalsbald wieder. 3 cm Verkürzung. Speiche verdickt. Ellenbogen-gelenk kann passiv nur bis zum rechten Winkel gestreckt werden.1873: Muskulatur des Ober- und Unterarms abgemagert; Ernäh-rungsstörungen der Hand. Finger beweglich, aber kraftlos. Ganz-invalide, gänzlich erwerbsunfähig.