Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
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LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
138.
K. R., vom Ostfriesischen Infan-terie-Regiment No. 78, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang hinten, Ausganginnen. Geringe Splitterung.
Sehr bald starke Schwellung und reichliche Eiterung mit Fieber.Schienenverband, Ausspülungen mit übermangansaui - em Kali. An-fang September 1870: Abschwellung, Durchfälle. Am 15. Sep-tember: Schüttelfrost, doppelseitige Lungenentzündung. Am20. September hat die Eiterung um die zackig zugespitzten Brueh-enden erheblich zugenommen, Druckbrand am inneren Gelenk-knorren, Eiterbildung in der Achselhöhle, fortwährende Schüttel-fröste. Am 26. September: Tod.
5 Wochen.
139.
A. S., vom Sächsischen Leib-Grenadier-Regiment No. 100, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschussbruch des rech-ten Oberarms. Thalergrosse Ein-gangsöffnung an der Innenseite,halb so grosse Ausgangsöffnunghinten. Geringe Splitterung.
Wird in Pappschienenverband nach Leipzig übergeführt. Bei derAnkunft daselbst am 10. September 1870: jauchige Eiterung, ent-zündliche Schwellung auch auf den rechten Unterarm ausgebreitet,Durchfälle, gegen welche Opium wirkungslos. Am 12. September:nach Abnahme der Schwellung gefensterter Gypsverband; Durch-fälle dauern fort. Am 21. September: schwache Gelbfärbung. Am23. und 24. September: Schüttelfröste, Chinin. Eiterung geringer,dünnflüssig, Aussehen der Wunden schmutzig, blass. Amputationverweigert. Unter fortdauernden unstillbaren Durchfällen, hohemFieber und Bewusstlosigkeit tritt, nachdem am 28. September nochüber beiden unteren Lungenlappen Dämpfung festgestellt war, am29. September der Tod ein.
Sektion: Doppelseitige Lungen- und Brustfellentzündung, Herz-beutelentzündung. Leber und Milz erheblich vergrössert, ersterevon zahlreichen, theilweise zusammenfliessenden Eiterherden durch-setzt. Der Oberarmkuochen fast ganz von Knochenhaut entblösst.Eitrige Knochenmarkentzündung. Spuren von Kallusbilduug.
4 Wochen.
140.
S., vom 6. Brandenburgischen In-fanterie-Regiment No. 52, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Splitterbruch des rechtenOberarms. Gleichzeitig Gewehr-schussbruch des rechten Schienbeins.
Am 25. August 1870 wird nach Abnahme der Schwellung umbeide gebrochene Glieder ein Gypsverband gelegt. Am Oberarmwird derselbe nach Entfernung von Splittern am 11. Septembererneuert, und am 24. September mit dem Dessault'schen Verbändevertauscht, bei welcher Gelegenheit das gute Aussehen der Wundenund vorgeschrittene Bildung von Kallus festgestellt wird. Am30. September starke Eiterung. Am 8. Oktober: nach Abnahme desVerbandes ausgedehnter Druckbrand am rechten Schulterblatt,Pappschienen verband. Am 10. Oktober nach Berlin übergeführt,wo S. mit starker Schwellung und Eiterung am Oberarm, Schulter-blatt und Unterschenkel ankommt. Am 13. Oktober: fortwährendeSchüttelfröste, Gelbfärbung. Am 18. Oktober: Tod. (Vergl. IV. Banddieses Berichtes, S. 71, IV. A. 21.)
2 Monate.
141.
E. Th., vom 6. ThüringischenInfanterie-Regiment No. 95, ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang an dervorderen, Ausgang an der hinterenSeite. Splitterung.
Während der ersten Wochen massiges Fieber und Anschwellung;gefensterter N Gypsverband; Allgemeinbefinden gut. Anfang Sep-tember: Die Wunden haben sich bedeutend verkleinert und eiternwenig. Mitte September in Gypsverband nach Deutschland über-geführt, wo Th. mit reichlicher Eiterung ankommt, häufiges Frösteln.Eiterung nimmt ab, wird mehr wässrig, mitunter blutig. Milzstark vergrössert, Eiweiss im Urin. Im Oktober allgemeine Wasser-sucht. Am 30. Oktober: Tod.
7 Wochen.
Saiut.it.-,- Beliebt über die DeuKrbeu Heere 1870,71. III. Bd. Spez. Theil.
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