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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Bandlll. Spez. Theil.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustande u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
100.
K. S., vom 3. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Gewebrschuss in denrechten Oberarm. Keine erheblicheSplitterung. Eingang vorn, Aus-gang hinten ziemlich in der Mittel-linie.
Reichliche Eiterung mit hohem Fieber. Nach Abnahme derSchwellung zweifenstriger Gypsverband, Verband mit Karbolöl.Ende September lässt die Eiterung nach. Am 17. Oktober 1870:Gysverband entfernt, Bruch durch starke Kallusmassen verlöthetmit Verschiebung in der Längsrichtung. Eiterung wird wiederreichlicher und übelriechend. Tragetuch, Drainage, Sondenunter-suchung stellt rauhen Knochen fest. Am 31. Oktober 1870: Ent-fernung grosser Sequester aus der Achselhöhle durch ausgedehnteEinschnitte. Im November: Zellgewebsentzündung über dem Brust-muskel, warme Umschläge; nach zwei Wochen Phlegmone beseitigt.Januar 1871: neuerdings Einschnitte zur Entfernung von Sequesternaus der Achselhöhle, darauf schnelle Heilung. Am 6. Februar 1871entlassen. Feste Vereinigung mit Verkrümmung; Bewegungen desSchultergeleuks stark behindert, besonders durch Narbenstränge inder Achselhöhle.
6 Monate.
101.
F. S., vom Leib-Grenadier-Regi-ment (1. Brandenburgisches) No. 8,verwundet am 16. August 1870bei Mars la Tour: Gewehrschuss-bruch des linken Oberarms ohneSplitterung.
Sofort angelegter Gypsverband muss nach 4 Tagen wegen Schwel-lung entfernt werden. Lagerung auf Kissen, Tragetuch. Am21. August: Entfernung zweier Kugelstücke aus der Achselhöhledurch Einschnitt, starke entzündliche Schwellung der Wunde undJauchung. Uebermaugansaures Kali und sorgfältige Drainage.Mitte September Eiterung massig, Gypsverband behufs Ueberfüh-rung nach Worms. Dort wird derselbe am 21. September durchSchwebe ersetzt. Günstiger Verlauf bis Oktober, alsdann Wund-rose. Im Dezember muss eine grosse Eiterhöhle unter dem Brust-muskel geöffnet werden, nach Verheilung dieses Einschnitts noch-mals Wundrose. Eiterung inzwischen gering, feste Kallusmassen.Am 11. März 1871 in Berlin geheilt entlassen. Feste Vereinigung.Strecken und Heben des Arms aktiv unmöglich.
7 Monate.
102.
P. Seh., vom 2. Sanitätsdetache-ment VI. Armeekorps, verwundet am12. April 1871: Schussbruch deslinken Oberarms. Eingang innen inder Höhe des chirurgischen Halses.Zerschmetterung des letzteren. DieKugel ist mitten im Deltamuskelstecken geblieben. Gleichzeitigrinnenartige Wunde im grossenBrustmuskel durch dieselbe Kugel.
Ausschneiden der Kugel am Tage der Verwundung, warme Voll-bäder, welche vorzügliche Dienste leisten. Die anfangs reichlicheEiterung hört bald auf, sehr gutes Aussehen der Wunden. Am30. Mai mit nahezu verheilten Armwunden und fast vernarbterBrustwunde nach Lagny übergeführt. Geringe Verkürzung, festeVereinigung mit geringer Verschiebung in der Längsrichtung.
1 '/ü Monate.
103.
L. Seh., vom Kaiser Franz-Garde-Grenadier - Regiment No. 2, ver-wundet am 30. Oktober 1870 beiLe Bourget: Zerschmetterung deslinken Oberarms, Eingang am An-sätze des Deltamuskels, Ausganghinten in gleicher Höhe.
Am 30. Oktober: Entfernen von 10 Splittern, von denen einige2 '/ 2 bis 5 cm lang. Stromeyer'sches Kissen und Tragetuch. Ver-lauf zunächst günstig; am 20. November bereits reichlicher Kallus.Mitte Dezember Hospitalbrand, welcher durch energische Chlorzink-ätzungen in 14 Tagen beseitigt wird. Am 20. April 1871 entlassen.Feste Vereinigung, die Bewegungen im Schulter- und Ellenbogen-gelenk sind sehr beschränkt.
6 Monate.