Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
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.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
104.
J. Seh., vom 2. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 32, verwundetam 11. Oktober 1870: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-schuss aussen vorn au der Grenzezwischen 1. und 2. Drittel, Ausschussan der Innenseite in gleicher Höhe.Gleichzeitig Streifschuss an dierechte Brustseite durch dieselbeKugel.
Schienenverband; wiederholt werden verschieden lange Splitterausgezogen. Langwieriger, durch mehrfache Eitersenkungen ge-störter Verlauf, ausgedehnte Einschnitte an der Innen- uud Aussen-seite. Am 7. November 1871: Wunden vernarbt, Narben in grosserAusdehnung mit dem Knochen verwachsen. Entlassung als dauerndganzinvalide, grösstenteils erwerbsunfähig. Verkürzung um 1 cm.Feste Kallusmassen. Muskulatur des Oberams um 3 cm, des Unter-arms um 1 cm gegen den linken Arm im Umfange verringert.Schultergelenk unbrauchbar, Streckung und Beugung im Ellen-bogengelenk nahezu vollkommen erhalten.
13 Monate.
105.
W. Seh., vom Königs-Grenadier-Regiment (2.Westpreussisches) No.7:Splitterbruch des linkeu Oberarms.Kein Ausschuss.
Kugel auf dem Verbandplatz durch die Wundöffnung herausgeholt.Sofort Gypsverband. Anfangs sehr gutes Befinden, massiges Fieber,geringe Eiterung. Später starke Schwellung, daher Entfernungdes GypsVerbandes, welcher durch Schienenverband ersetzt wird.Sehr reichliche, erschöpfende Eiterung bis Mitte September 1870.Am 25. September: Bruch in guter Heilung begriffen. Im Oktober:häufige Entfernung von Knochensplittern. Am 10. Dezember: noch-mals Entfernung von drei grossen Sequestern, darauf schnelle Hei-lung. Mitte Februar 1871: Entlassung. Feste Vereinigung, Armvöllig unbrauchbar.
6 Mouate.
106.
H. Seh., vom 3. Posenschen In-fanterie-Regiment No. 58, verwundetam 19. Januar 1871 am Mont Vale-rien : Gewehrschussbruch des linkenOberarms. Eingang am äussernRande des Schulterblatts, Ausgangam Ansätze des Deltamuskels.
Lagerung auf Kissen. Massenhafte schwächende Eiterung bis inden März 1871; von da an wird die Eiterung geringer. Mitte AprilEntfernung vieler Knochensplitter und Bleistücke. Keine festeVereinigung, Heilung durch Abstossung von Knochensplittern ver-zögert bis zum Juli. Tragetuch. Bei der Entlassung: feste Ver-einigung; Oberarmknochen bis zum Ellenbogengeleuk aufgetrieben;Wunden verheilt, Ausgangsnarbe 10cm lang fest mit dem Knochen ver-wachsen, die Arm-, Schulter- und Brustmuskeln der verletzten Seitestark abgemagert; Bewegungen im Schultergelenk völlig aufgehoben,im Ellenbogenlenk beschränkt (Beugung bis zum stumpfen Winkel),Hand und Finger beweglich. Zeitig einfach verstümmelt.
G Monate.
107.
J. St., vom 2. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingang 5 cmunter der Grätenecke, Ausganghinten 2 Vi cm höher. Splitterung.
Gutes Allgemeinbefinden, geringe Eiterung, wiederholt Entfernungvon Splittern, Pappschienenverband, welcher bis zur Entlassungzweimal erneuert wird. Ausgangswunde Ende September 1870geschlossen, Eingangswunde noch eiternd. Im Oktober derselbeZustand, die Sonde dringt auf rauhen Knochen. Beurlaubt.
2 Vi Monate.
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J. St., vom 2. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschussin den rechten Oberarm. Eingangan der Innenseite dicht unter demchirurgischen Halse, Ausgang fehlt.Geringe Splitterung des oberen,starke Splitterung des unterenBruchendes. Die Kugel ist imKnochen stecken geblieben.
Am Tage der Verwundung Einschnitt und Entfernung der Kugelaus dem Knochen. Im weiteren Verlaufe wiederholt Zellgewebs-Entzündungen und Abstossung theilweise sehr grosser Splitter.Am 6. September 1871: entlassen mit geschlossenen Wunden undfest verheiltem Bruch, aber mit gänzlich gelähmtem Arm. Gänzlicherwerbsunfähig.
In der Folgezeit wiederholter Aufbruch der Narben.
Am 24. August 1878: wegen eiternder Fistel und starkerSchwellung des Arms in militärärztliche Behandlung aufgenommen.Entfernung eines Sequesters von 5 cm Länge. Ende September 1878:mit verheilten Wunden entlassen.
13 Monate.
Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.
109