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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
851
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

851

C. Knochenbrüche.

I. Im oberen Drittel.

a. Geheilte.

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

45.

f

G. A., vom Sächsischen Schützen-(Füsilier-) Regiment No. 108, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Schussbruch des rechtenOberarms. Eingang auf dem zwei-köpfigen Muskel 5 cm unter derAchselhöhle, Kugel 10 cm über demHakenfortsatz der Elle auf dem drei-köpfigen Muskel zu fühlen.

Die Kugel wurde am Tage der Verwundung herausgeschnitten.Gefensterter Gypsverband, welcher gut vertragen und am 18. Sep-tember 1870 gewechselt wird. Am 27. September Schienenverband.Anfangs Schwellung und Eiterung gering, xlllgemeinbefinden gut.Ende September nimmt die Eiterung zu, Eitersenkungeu bis zumEllenbogengeleuk herab. Ausgedehnte Einschnitte, häufige Ent-fernung verschieden grosser Knochensplitter, zweimal werden auchkleine Kugelstücke herausgenommen. Von Mitte Oktober bis An-fang November Diphtherie der grossen Wunde. Umschläge mit Chlor-wasser erweisen sich von günstiger Wirkung. Ende November festeVereinigung. Mitte Februar 1871 wiederholte Eitersenkungen,welche eingeschnitten werden, die zahlreichen Fisteln stehen sämmt-lich mit einander in Verbindung. Durchspülungen mit Kreosot-wasser, Lohbäder. Ende März sind die Wunden verheilt, brechenim April wieder auf und schliessen sich im Mai dauernd. Vom Maibis Juni Badekur in Teplitz, auf die Gebrauchsfähigkeit des Armesohne Einfluss. Im August entlassen. Keine Verkürzung, feste Ver-einigung, erhebliche Abmagerung des Armes, Erheben des Armesnicht bis zur Wagerechten, Drehbewegungen beschränkt, Ellenbogen-gelenk kann nicht über einen rechten Winkel hinaus gestrecktwerden wegen der spannenden Narben, Beugung bis zum spitzenWinkel schmerzlos, Drehung des Vorderarms nach innen ziemlichfrei, Drehung nach aussen in hohem Maasse beschränkt. Hand-gelenk und Finger frei beweglich.

1 Jahr.

46.

A. A., vom 1. Schlesischen Gre-nadier-Regiment No. 10, verwundetam 30. September 1870 bei Che-villy: Gewehrschussbruch des rech-ten Oberarms. Eingang hinten,Ausgang innen vorn.

Schienenverband. Nach einigen Tagen sehr starke entzündlicheAnschwellung, welche vom 5. November 1870 ab mit feuchtwarmenUmschlägen behandelt wird (Zusatz von Kai. hypermang.). Am12. Oktober Entfernung mehrerer mittelgrosser Splitter, späterStromeyer'sches Kissen. Am 15. November ist die feste Vereinigungtrotz übelriechender Eiterung und bedeutenden Substauzverlustesin Folge der Splitterentfernung nahezu vollendet. Am 6. DezemberAnkunft in Görlitz. Bruch dicht unter dem chirurgischen Halsedurch starke Kallusmassen verlöthet. Eiterung dauert fort. Am1. März 1871 entlassen. Unteres Bruchende unterhalb der Vereini-gungsstelle theilweise abgestorben. Hand in steter Beuguug. Ellen-bogengelenk nahezu im rechten Winkel steif. Weiterer Verlaufunbekannt.

5 Monate.

47.

J. ß., vom 2. Nassauischen In-fanterie-Regiment No. 88, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang hinten und innen,Ausgang vorn oberhalb der Ellen-beuge; gleichzeitig Gewehrschuss-bruch des linken Vorderarms imoberen Drittel durch dieselbe Kugel.

Kugel am Vorderarm ausgezogen. Gypsverband nach Art einesUmschlages; der Gypsbrei mit Karbolwasser angefertigt. Links-seitige Lungenentzündung. Am 5. April 1871 feste Vereinigung,starke Kallusmassen. Schwund der Muskulatur des ganzeu linkenArmes. Nur geringe Erhebungen im linken Schultergelenk möglich,sonst völlige Lähmung des ganzen Armes.

7 Monate.

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