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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauerder
Lazareth-behandlung.
4
42.
H., Yom Litthauischen Ulanen-Re-giment No. 12: Granatschuss an dieAussenseite des rechten Oberarmsmit Streifung des Knochens.
Beträchtliche Schwellung und Eiterung, Allgemeinbefinden leid-lich. Im Januar 1871 : "Wunden fast verheilt, Ueberführung nachPotsdam, Allgemeinbefinden vortrefflich. Mitte Februar plötzlichheftiger Schüttelfrost, bald darauf Gelbfärbung, Delirien, Bewusst-losigkeit. Nach wenigen Tagen Tod.
Sektion: Verletzung der Rinde des Oberarmknochens, eitrigeKnochenmarkentzündung, grosse Eiterherde in Leber und Lunge.Eitrige Ergüsse in beiden Schultergelenken.
43.
F. Seh., vom Sächsischen 6. Infan-terie-Regiment No. 105, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschuss ins untereDrittel des rechten Oberarms, vonhinten innen nach aussen vorn ver-laufend.
Der Verwundete begab sich zu Fuss auf den Vei'bandplatz, woihm ein Verband angelegt wurde. Kam am 23. August 1870 inLeipzig an. Reichliche gute Eiterung, massiges Fieber, Verlaufbis Mitte September günstig. Vom 20. September ab Kopfschmerz,Ohrensausen, Abends öfter Fieber bis 39.6° mit beträchtlichemNachlass am Morgen (bis auf 37.8°). Chinin. Am 5. Oktober:Schüttelfröste, Eiterung reichlich, Stiche in der rechten Brustseite.Am 12. Oktober: Pralle Schwellung des rechten Ellenbogengelcnks,Entzündung des Unterlappens der linken Lunge, rechtsseitige Brust-fellentzündung , bedeutende Athemnoth. Am 18. Oktober: LangerEinschnitt entleert übelriechenden, mit Luftblasen vermischten Eiter.Am 27. Oktober: Gelbfärbung. Am 2. November: Spaltung einerEitersenkung an der Aussenseite des Ellenbogengelenks. Am8. November: Tracheairasseln, Delirien. Am 10.November 1870: Tod.
Sektion: Die Schussöffnungen führen in eine Jauchehöhle,welche sich über das ganze untere Drittel erstreckt; der vonKnochenhaut entblösste Knochen zeigt an der Innenseite einen rinnen-förmigen Substanzverlust. Ellenbogengelenk steht in Verbindungmit der Jauchehöhle und ist mit übelriechendem Eiter angefüllt,die Gelenkenden vollständig von Knorpel entblösst. In der rechtenBrusthöhle 3 /* Liter wässrig-eitrigen Ergusses, im rechten Unter-lappen ein gänseeigrosser Eiterherd, der linke Unterlappen ent-zündlich verändert, von leberartiger Härte. In der Leber zahlreichebis hühnereigrosse Eiterherde. Milz stark vergrössert.
2'/ü Monate.
44.
Soldat vom Grenadier-RegimentPrinz Karl von Preussen (2. Bran-denburgisches) No. 12, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschuss ins untereDrittel des rechten Oberarms, vonhinten innen nach aussen vorn ver-laufend.
Anfangs sehr günstiger Verlauf, Schusswunden fast geschlossen.Am 18. September 1870 plötzlich Schüttelfrost, darauf Fieber.Milz stark vergrössert, Durchfälle mit Gurren im Blinddarm, einigeröthliche Flecke, welche für Roseola gehalten werden. Verdacht aufTyphus. Sehr hohes Fieber, rasende Delirien. Am 26. September1870: Tod. Die Wunden hatten in den letzten Tagen schmutzigesAussehen angenommen.
Sektion: Eitrige Knochenmarkentzündung des rechten Ober-armschafts. Beide Lungen mit zahlreichen linsen- bis erbsengrossenEiterherden durchsetzt. Milz über das Doppelte vergrössert, sehrblutreich. Schleimhaut des Darmes geschwellt, ohne typhöse Ver-änderungen.
6 Wochen.