Bandlll. Spez. Theil.
Kasuistik.
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LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
36.
F. K., vom 3. Posenschen Infan-terie-Regiment No. 58: Abreissungeines grossen Muskelstückes an derAussenseite des linken Oberarms.Streifung des Knochens.
Lagerung auf Drahtschiene, Umschläge mit Karbolwasser, Ent-fernung kleiner Knochenzacken. Schwellung gering, Eiterungmassig, langsame ungestörte Heilung. Grosse mit dem Knochentheilweise verwachsene Narbe. Völlige Steifheit des Schulter- undEllenbogengelenks.
37.
L.: Schussstreifung des linkenOberarmknochens.
Erhebliche eitrige Knochenhautentzündung, starke entzündlicheSchwellung, hohes Fieber. Langsame Besserung. Wegen reich-licher, schmerzhafter Kallusbildung Anlegung eines Gypsverbandes.Wunden geschlossen. Streckung und Beugung im Ellenbogengelenkbehindert.
38.
A. N., vom Ostpreussischen Füsi-lier-Regiment No. 33, verwundet am3. Januar 1871: Schussstreifungdes rechten Oberarmknochens ander inneren Seite.
Abgesprengte kleine Knochenstückchen werden entfernt. Schienen.Heilung ohne Zwischenfälle. Am 16. Juni 1871 entlassen mitgeschlossenen Wunden, Knochen durch Kallus erheblich verdickt.Im Oktober 1871: Aufbruch der Eingangswunde, Entleerung vonEiter sowie eines erbsengrossen Knochenstückes. Nach 14 TagenHeilung. Beweglichkeit im Ellenbogengelenk behindert.
6 Monate.
39.
J. T., verwundet am 8. Januar1871: Gewehrschuss an die Aussen-seite des rechten Oberarms vonhinten nach vorn und Streifschussan die rechte Brustseite.
Schwellung sehr bedeutend, Eiterung reichlich, übelriechend,dauernd Bäder in Wasser mit Karbolsäure erwiesen sich als sehrvortheilhaft. Im weiteren Verlaufe stossen sich einige Knochen-splitter ab. Im April 1871 entlassen. Wunden verheilt. Gebrauchs-fähigkeit erhalten.
3 Monate.
40.
G. W., vom 5. Badischen Infan-terie-Regiment No. 113, verwundetam 18. September 1870: Gewehr-schuss an den linken Oberarm. Ein-gang vorn, Ausgang hinten. Strei-fung des Knochens.
Drahtschiene. Erhebliche eitrige Knochenhautentzündung, Ober-armknochen in seinem ganzen Verlaufe fast um das Doppelte ver-dickt. Eiterung beträchtlich, mehrere Eitersenkungen werden ein-geschnitten. Vom 2. bis 14. Oktober 1870 Wundrose mit hohemFieber, auf die Brust übergreifend. Anfang 1871: Wunden verbeilt,Ellenbogen- und Schultorgelenk in Folge der ausgedehnten Narben-stränge fast ganz steif. Bäder. Am 6. Oktober 1871 entlassen.Knochen verdickt, Wunden verheilt, grosse Narben theilweise mitdem Knochen verwachsen, Ellenbogen- und Schultergelenk steif.
13 Monate.
2. Gestorbene.
41.
B., verwundet am 27. Dezember1870: Schussstreifung des linkenObeiarmknochens dicht oberhalb desäusseren Gelenkknorrens.
Im Schienen verbände nach Potsdam übergeführt, Ankunft da-selbst am 5. Januar 1871 mit gut aussehender, massig eiternderWunde. Mitte Januar vorübergehende Frostschauer, nach grossenChinindosen weichend. Am 18. Januar: Brennende Schmerzen imOberarm, welcher stark anschwillt. Eiterung nimmt zu, schlaffesAussehen der Wunde, beständiges Fieber mit Frösten, welche inimmer kürzeren Zwischenräumen wiederkehren. Am 20. JanuarGelbfärbung der Haut, Ergüsse in beiden Brustfellsäcken. Am23. Januar 1871 : Tod unter Delirien und Bewusstlosigkeit.
Sektion: Ueber beiden Gelenkknorren des Oberarms ist dieKnochenhaut in Ausdehnung von 10 cm durch Eiter abgehoben, derKnochen rauh und angenagt, von jauchigem Eiter umspült. In derBrusthöhle eitriger Erguss.
4 Wochen.
Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.
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