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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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835
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Band III. Spez. Theil.

III. Verlauf und Ausgang.

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schnitt entleert wurde, wahrscheinlich in Folge derausserordentlich schnell verlaufenden eitrigen Schmelzungder dünnen Haut. Mehrere derjenigen Verletzungen, beiwelchen in Folge von Sprengwirkung eine grosse, mitzertrümmerten und leicht zersetzbaren Gewebstheilen ge-füllte Höhle bestand, führten sehr schnell zu jauchigerEiterung; so war insbesondere bei L. (No. 134) bereitsam 2. Tage übelriechende Eiterung vorhanden. Auch grosseBlutergüsse begünstigten schnelle und massenhafte Eiterung,wovon Beobachtung No. 257 ein Beispiel darbietet. Innicht weniger als 19 Krankengeschichten wird berichtet,dass im späteren Verlaufe am Abend oder anderen Tagenach einem operativen Eingriff neue Eiterung, Schüttel-fröste und Wundrose sich einstellten. Einen unmerklichen,schleichenden Verlauf scheint die Eiterung nach dem Ge-lenk zu in denjenigen Fällen genommen zu haben, inwelchen erst 6 Wochen nach der Verletzung das Ellen-bogengelenk erkrankte, 1 ) desgleichen in der BeobachtungNo. 42, in welcher nach einem Streifschuss am Knochenbei nahezu verheilten Wunden und vortrefflichem Allgemein-befinden plötzlich eitrige Knochenmarkentzündung ein-trat und wenige Tage später dem Leben ein Ende machte.Die Eiterung bewirkte ferner, dass ursprünglichnoch festhaftende Knochensplitter abstarben; dieselbenwurden entweder entfernt oder stiessen sich allmälig ab.Diese Zwischenfälle bildeten Sehr häufige Vorkommnisseund zwar bei76 Schussbrüchen des oberen Drittels 42 mal = 55.2 §,64 ,, mittleren 39 = 60.9 ,,

7/1 unteren 47 ,, = 66.2

Die Ablösung der Splitter begann in der Regel in der4. Woche und währte häufig monatelang, in einigen Fällenjahrelang; durch sie wurde die Eiterung unterhalten, diefeste Vereinigung verzögert, die vernarbten Wunden zumWiederaufbruch gebracht; sie wurden später von Kallus-massen umschlossen und konnten dann nur durch Meissel-operationen entfernt werden. Nicht ganz selten wurdeauch an den Brachenden die Knochenhaut durch Eiter ab-gehoben, so dass die Bruchenden abstarben. Namentlichunter den Sektionsberichten findet sich eine Anzahl der-artiger Beispiele; in einigen Fällen war sogar der ganzeSchaft oder doch der grösste Theil desselben abgestorben(No. 124, 125, 126, 139).

Denigemäss erstreckte sich der Verlauf über vieleMonate. Eine nicht geringe Anzahl der Geheilten wurdemit eiternden Fisteln, welche auf erkrankten Knochenführten, entlassen, und zwar von

76 am oberen Drittel Verwundeten 10 = 13.1 g,64 mittleren 11 = 17.2

71 unteren 14 = 19.7

Einige Verwundete litten noch nach Jahren an diesenZuständen: ein am oberen Drittel Verwundeter im Jahre 1878

») Siehe S. 838.

(No. 108), zwei im mittleren Drittel Verwundete 1877 und1884, ein im unteren Drittel Verwundeter 1885, und zwarwar das Befinden des Letzteren derartig, dass in diesemJahre die Amputation in Frage kam. Abgesehen vonsolchen besonderen Zuständen ergeben sich nach den vor-handenen Angaben als durchschnittliche Behandlungs-dauer der Geheilten

bei 68 Schussbrüchen des oberen Drittels 6.8 Monate, 58 ,, mittleren 6.1

65 unteren ,, 6.3

Auch Ausnahmen in günstigem Sinne von dem vor-stehend als Regel geschilderten Verlaufe kamen vor, wenn-gleich eine Heilung ohne alle Eiterung oder unterdem Schorf in der Kasuistik nicht berichtet ist. So warder Verwundete V. (No. 110) nach einem Bruch ohne Splitte-rung im oberen Drittel nach 5 Monaten geheilt und wurdemit vollkommen brauchbarem Arm entlassen; er hatte wederdurch bedeutende Schwellung, noch durch Eiterung oderFieber zu leiden gehabt. Der Verwundete P. (No. 91) erlitteine ähnliche, verhältnissmässig einfache Verletzung; währendder Behandlung wurde ein mit der elektrischen Sonde ge-fundenes Kugelstück entfernt; auch hier trat weder Eiterungnoch Fieber ein und nach 2 3 /4 Monaten erfolgte die Entlassungbei nahezu völliger Gebrauchsfähigkeit des Armes. Auch inBeobachtung No. 54 war der Verlauf ziemlich günstig, zumTheil vielleicht deshalb, weil eine grosse Weichtheilwundevorhanden war, welche den Wundflüssigkeiten freien Ab-fluss gestattete. In der Kasuistik der Wunden des mittlerenDrittels ist bemerkenswerth Beobachtung No. 148, Bruchohne Splitterung: 2 Monate nach der Verletzung konnte derVerwundete mit vollkommen brauchbarem Arm entlassenwerden; es verdient hervorgehoben zu werden, dass ander Bruchstelle eine einfache Anschwellung des Knochensden Kallusring darstellte. Ein anderer Verwundeter(No. 191) mit Bruch ohne Splitterung machte einenungestörten Krankheitsverlauf durch, die Wunden verheiltennach 6 Wochen; 27s Monate nach der Verletzung bracheine Wunde wieder auf, um einen Tuchfetzen auszustossen,worauf endgiltige Heilung erfolgte. A r on den Verletzungendes unteren Drittels verdient No. 232 Beachtung: Eingang desGeschosses 7 cm oberhalb des rechten Handgelenks, Ausgang3 cm vor der Ellenbeuge, Eingang am Oberarm 37s cmoberhalb der Ellenbeuge, Ausgang 10 cm über dem Haken-fortsatz, keine Splitterung; Schwellung und Eiterung stetssehr gering; nach 6 Wochen Entlassung in einem Zustande,der vollständige Gebrauchsfähigkeit erwarten liess. Der-artig günstig verlaufene Verletzungen sind noch einigeweitere in der Kasuistik enthalten; an diese schliessen sichmehrere andere an, welche zwar Eiterung oder andereZwischenfälle im Gefolge hatten, aber verhältnissmässigrasch zu einem befriedigenden Ausgange führten. Nach denvorliegenden Angaben wurden entlassen mit völlig erhal-tener oder nahezu vollkommener Gebrauchsfähigkeit desArmes von

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