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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
und bei zwei Verletzungen des unteren Drittels vor (No. 51,68, 87, 113, 132, 211, 257, 265). Die Blutung stand vonselbst oder wurde durch Druckverband gestillt; nur einerdieser Kranken (No. 211), bei welchem die Blutung mehr-mals wiederkehrte, erlag am 11. Tage.
Was das Schicksal der Geschosse betrifft, so bliebendieselben im oberen Drittel 18 mal, im mittleren 5 mal, imunteren 8 mal stecken; in einem Falle wurde das Ge-schoss nicht entfernt und heilte anscheinend im unterenDrittel ein, da man trotz mehrfachen Suchens dasselbenicht finden konnte (No. 226). Bei zwei Verwundetenfand sich die Kugel im Knochen eingekeilt (No. 89und 108); Theilung der Kugel in mehrere Stücke, sodass mehrere Ausschussöffnungen entstanden oder grössereund kleinere Stücke im Oberarm zurückblieben, wurde inzahlreichen Fällen beobachtet.
Die Veränderungen, welche die Gestalt der Ge-schosse erlitten hat, sind sehr mannigfacher Art gewesen.Nur einmal wird besonders hervorgehoben, dass die Kugelnur geringe Veränderung erfahren hat (No. 252). In eineranderen Beobachtung war sie fast bis zu Thalergrösse platt-gedrückt (No. 215). Dass die auf der Brust getragenemessingene Erkennungsmarke einer matten Kugel wirk-samen Widerstand entgegen zu setzen vermochte, dafürbietet Beobachtung No. 155 ein Beispiel.
Von Fremdkörpern in den Wunden sind ausserKugeln und Knochensplittern noch Stücke der Bekleidunggefunden und entfernt worden, anscheinend nicht geradehäufig, denn es finden sich nur 14 derartige Mittheilungen.
Unter den Nebenverletzungen sind besonders bedeu-tungsvoll die Verletzungen grösserer Nerven, welcheam oberen Drittel 2 mal (No. 54 u. 99), am unteren Drittel
4 mal beobachtet wurden. 2 mal war der Speichennervallein (No. 234 und 241), 1 mal der Speichennerv und Mittel-armnerv (No. 230), 1 mal der Ellenbogennerv (No. 264) be-troffen. Vielleicht sind auch die Krankengeschichten No. 195und 198 Beispiele für Verletzung des Speichennerven. Beidem Verwundeten P. (No. 261) wurde der Speichennervdurchschnitten, als man eine Eiteransammlung an der Aussen-seite 3 cm (l'/4 Zoll) über dem äusseren Knorren öffnete;eine plötzliche Schnierzempfindung zeigte dieses Ereignissan. Bei einer Verwundung des unteren Drittels (No. 274)war die Sehne des zweiköpfigen Muskels durch-schossen worden; das obere Ende derselben verwuchs spätermit der einen Narbe.
Anderweitige Nebenverletzungen sind in der Kasuistikder Verwundungen des oberen Drittels am häufigsten ver-treten; hervorgehoben seien 7 Streifschusswunden derBrust (No. 52, 95, 99, 102, 104, 114, 137), von deneneine (No. 52) den Ausgangspunkt einer Lungenentzündungbildete, und 5 durchbohrende Brustschüsse mit3 Todesfällen (No. 87, 119, 123, 126, 127); 4 dieser durch-bohrenden Brustwmiden waren durch dieselbe Kugel herbei-geführt worden, welche den Oberarmbrucli verursacht hatte.Bei den Verletzungen des mittleren Drittels wurden 2 Streif-schüsse an die Brust (No. 155 u. 198), 3 durchbohrendeBrustschüsse (No. 177, 209, 217), 4 Verletzungen desUnterarms — Anschlagstellung — (No. 145, 174, 200,204) und ein Streifschuss an das Stirnbein (No. 195)beobachtet. Gleichzeitig mit dem unteren Drittel wurde7 mal der Uuterarm bezw. die Hand getroffen (No. 218,232, 253, 255, 271, 279, 292) und 2 mal die Brust gestreift(No. 281 und 295); durchbohrende Brustschüsse sind ii,dieser Gruppe nicht verzeichnet.
III. Verlauf und Ausgang.
Bei 33 erhaltend behandelten Knochenverletzungenohne Bruch gestalteten sich Verlauf und Ausgang innachstehender Weise:
4 (= 12.i$) der betreffenden Verwundeten starben;14 wurden mit guter, 15 mit beschränkter Gebrauchs-fähigkeit des Armes geheilt; die durchschnittliche Behand-lungsdauer der Geheilten betrug im Mittel aus 25 Angaben5.2 Monate.
Auf die besonderen Verhältnisse dieser Verletzungensoll im Folgenden nicht näher eingegangen werden; imAllgemeinen lassen sich die bei den Schussbrüchen ge-machten Beobachtungen auch auf die Knochenverletzungenohne Aufhebung des Zusammenhanges übertragen.
Verlauf und Ausgang der erhaltend behandeltenSchussbrüche wurden, abgesehen von Nebenverletzungen
(Lungen, Nerven), vorwiegend durch Art und Grad derWundinfektion bedingt und beherrscht. Der Regel nachbestand anfänglich eine mehr oder weniger starke Wund-schwellung, hervorgerufen durch die blutige Durchtränkungder AVeichtheile, an welche sich die entzündliche Schwel-lung, Eiterung und Fieber anschlössen. Die Entzündungführte nicht selten zu Phlegmonen und weitreichendenEitersenkungen 1 ) nach der Achselhöhle, unter den Brust-muskel, das Schulterblatt und nach dem Vorderarm hin.Am unteren Drittel kam es bei 5 Verwundeten (No. 244,251, 259, 269, 288) zum Durchbruch des Eiters an derinneren oder äusseren Seite, bevor derselbe durch Ein-
i) Siehe No. 58, 67, 71, 100, 101, 116, 122, 149, 240, 246,264, 291.