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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Band III. Spez. Theil.
108. H., Grenadier vom Sächsischen 2. Grenadier - Regi-ment (Kaiser "Wilhelm, König von Preussen) No. 101, verwundetam 18. August 1870 hei Gravelotte: Gewehrschuss ins linkeFussgelenkmit Zerschmetterung derFusswurzel. Geheilt.
Befund im November 1872 : Unterschenkel stark abge-magert, Gelenk aufgetrieben und steif, das Bein um 5 cm ver-kürzt; Fuss so um seine Längsachse gedreht, dass der äussereFussrand nach unten, der innere nach oben gerichtet ist. H..kann nur mit zwei Krücken gehen. Dauernd ganzinvalide,dauernd grösstentheils erwerbsunfähig. (Vergl. Evers, S. 386,No. 119.)
F. Schusswunden des Fussgelenks
ohne Angabe der getroffenen Tlieile.
109. 0. IL, Gefreiter vom 3.Posenschen Infanterie-RegimentNo. 58, verwundet am 5. Dezember 1870 vor Paris: Gewehr-schuss durch das rechte Fussgelenk von hinten innen nachvorn aussen. Am 12. März 1871 aus dem FeldlazarethVersailles geheilt entlassen mit starker Auftreibung der Knochenund Steifheit des Gelenks.
110. O. M., Musketier vom 5. Rheinischen Infanterie-Regiment No. 65, verwundet am 23.Dezember 1870 beiAmiens:Gewehrschuss durch das linke Fussgelenk von vorn nach hinten.Am 21. Juni 1871 im ReservelazarethHanau geheilt; Steifheitdes Gelenks mit stark auswärts gedrehtem Fusse, der äussereFussrand gehoben.
111. F., Soldat vom 1. Württembergischen Infanterie-Regiment Königin Olga, verwundet am 30. November 1870:Gewehrschuss durch das linke Fussgelenk. Eingangsöffnunghinten neben der Achillessehne, Ausgang auf dem Fussrückenüber dem 3. Keilbein. Unbedeutende Anschwellung, geringeEntzündung. Mit Steifheit des Gelenks geheilt. (Vergl. St oll,S. 213.)
112. Chr. Seh., vom Königs-Grenadier-Regiment (2. West-preussisches) No. 7, verwundet am 4. August 1870 bei Weissen-burg: Gewehrschuss durch die Mitte des Fussgelenks von vornnach hinten. Im Vereinslazareth Weissenburg am 9. Augustkleine Knochensplitter herausgezogen; es folgten wiederholtSchüttelfröste. Geheilt. Anfang Februar 1871 steht der Fussnach innen; noch Eiterung von Fisteln. (Vergl. Billroth,Briefe, S. 236, No. 59.)
1115. J. G., vom 6. Badischen Infanterie-Regiment No. 114,verwundet am 6. Oktober 1870: Schuss durch das rechte Fuss-gelenk von der Vorderseite zur Ferse. Geringe Entzündung,massige Eiterung; Ausstossung kleiner Knochensplitter. Nachmehreren Monaten bestanden noch zwei Fisteln. Gelenk starkaufgetrieben, steif und beim Auftreten so schmerzhaft, dass G.zwei Krücken gebraucht. (Vergl. v. Beck, S. 622, No. 2.)
114. H. N., vom Garde-Füsilier-Regiment, verwundet am16. August 1870 bei Mars la Tour: Gewehrschuss ins rechteFussgelenk. Eingangsöffnung in der Mitte der Vorderseite, Aus-gang dicht vor dem innern Knöchel. Im ReservelazarethKarlsruhe am 11. September 1870: Lagerung auf einer Ilolz-schiene mit Fussbrett. Am 13. September: Das Gelenk wurdeweit eingeschnitten; auch später noch mehrmals Eröffnungengrosser Eiterherde an den Knöcheln. Am 1. Oktober Rose,drei Tage dauernd, später Lungenentzündung. Am 29. OktoberEntlassung mit wenig geschwollenem Fuss; keine Schmerzen,Gelenk in geringem Grade aktiv und passiv beweglich. (Vergl.Socin, S. 184, No. 4.)
115. M. L., vom Hohenzollernschen Füsilier-RegimentNo. 40, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour: Gewehr-schuss durch das linke Fussgelenk vom innern Knöchel zumWürfelbein. Kam am 22. August 1870 ins ReservelazarethBonn. Drainage, Splitterherausnahme, dauerndes Fussbad,später Gypsverband. Am 17. Oktober fast geheilt. SpäterWiederaufbruch der Wunde, Entleerung von Knochenstückchensowie eines Stückes der Fussbekleidung.
1873. Gehen mit Stock möglich, doch schmerzhaft:Gelenk etwas beweglich. (Vergl. Hopmann, Deutsche Zeit-schrift für Chirurgie 1873, S. 563, No. 9.)
HO. K., verwundet am 16. Oktober 1870: Gewehrschußdurch den rechten Fuss vom Fussrücken zum äusseren Knöchel.Heilung ohne Zwischenfälle mit vollständiger Steifheit desGelenks. (Vergl. v. Beck, S. 621.)
117. F. K, Unteroffizier vom 3. Badischen Infanterie-Regiment No. 111, verwundet am 15. Januar 1871: Gewehr-schuss ins rechte Fussgelenk. Eingang der Kugel dicht unterdem äussern Knöchel, Ausgang vorn in der Mitte des Gelenks.Massige Entzündungserscheinungen; Eisblase, Gypsverband.Heilung mit vollständiger Steifheit. (Vergl. v. Beck, S. 620,No. 1.)
118. B., Dragoner, vom Pommerschen Dragoner-RegimentNo. 11, verwundet am 14. Januar 1871: Gewehrschuss durchden rechten Fuss. Eingangsöffnung dicht über dem innernKnöchel, Ausgang etwas oberhalb der Ferse. Im Reserve-lazareth Altona noch am 1. April 1871 Entfernung von Knochen-splittern. Heilung mit Auftreibung der Knochen des Fussgelenks,sehr geringer Beweglichkeit des Gelenks, Klumpfussstellung.
119. J. V., Grenadier vom 1. Grossherzoglich HessischenInfanterie- (Leibgarde-) Regiment No. 115, verwundet am 18. Au-gust 1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss in das rechte Fussgelenk.Eingangsöffnung etwas oberhalb des äussern Knöchels; die Kugelsteckt. Am 23. August im Reservelazareth Bessungen wieder-holt Entfernung kleiner Knochensplitter; nach Abnahme derAnschwellung Gypsverband; Eitersenkungen. Am 15. OktoberHerausnahme des Geschosses. Am 31. Oktober Rose. Imweitern Verlauf Bildung von Eiterherden. Entfernung vonSplittern, Drainage. Im Mai 1871 Rose. Am 20. Juni geheilt;der Fuss steht fast völlig steif in Valgusstellung, beim Gehenberührt der innere Fussrand den Boden.
120. Chr. Ö., Grenadier vom Grenadier-Regiment KönigFriedrich Wilhelm IV. (1. Pommersches) No. 2, verwundet am26. Januar 1871 bei Salines: Gewehrschuss durch das linke .Fussgelenk quer von aussen nach innen. Gypsverband; starb jEiterung, Herausnahme mehrerer kleiner und grosser Knochen-1Splitter, darauf rasche Vernarbung. Am 24. Februar 1871 fast!geheilt nach Deutschland übergeführt. Ö. wurde geheilt.
121. F. Ü., Füsilier vom 6. Westfälischen Infanterie; .Regiment No. 55, verwundet am 14. August 1870 bei Colotabey— 1Nouilly: Gewehrschuss durch das linke Fussgelenk. Eingangs-Öffnung handbreit oberhalb des äussern, Ausgang unterhalb de«innern Knöchels. Im Feldlazareth zu Colligny Entfernung von jKnochensplittern, Eröffnung mehrerer Eiterherde, Dauerbäder.Am 20. September begann die Vernarbung; Besserung nahm Istetig zu. Ü. wurde geheilt mit geringer Beweglichkeit des IGelenks.
122. J. J., Füsilier vom Grenadier-Piegiinent Koni"Friedrich Wilhelm IV. (l. Pommersches) No. 2, verwundet am17. Januar 1871: Gewehrschuss in das linke Fussgelenk vomäussern zum innern Knöchel. Im Feldlazareth zu Chätillonstarke Anschwellung, kalte Umschläge; massige Eiterung: