Band III. Spez. Theil.
VII. Abschnitt: Verletzungen des Fussgelenks.
82.1
Gelbsucht ein, Brustfellentzündung. 5. September: Lungen-ödem, Tod au Pyämie.
67. F. R., verwundet am (i. August 1870 bei Wörth:Gewehrschuss in das rechte Fussgelenk. Eintrittsöffnung auder Innenseite, an der Grundfläche des Sprungbeins; der Schuss-kanal verlief nach vorn; die Kugel steckte. Zerschmetterungdes Sprungbeins. Kam am 15. August ins ReservelazarethKarlsruhe; Entfernung zahlreicher Knochensplitter; die Kugelwurde an der Vorderseite herausgeschnitten. Drahtschienen,Eis. Stark jauchige Eiterung, hohes Fieber, Schüttelfröste, Irre-reden, eitrige Schwellung bis gegen das Knie. Am 3. September1870: Tod an Pyämie.
Sektion: Die Grundfläche des Sprungbeins ist zerschmet-tert, Kopf desselben gespalten, in der Schienbeinblutaderbefindet sich ein eitrig zerfallender Thrombus l'/gcm unterdem Schenkelband, ein ähnlicher in der Ven. tib. post., trotzdemkeine Embolien, in den inneren Organen keine wesentlichenVeränderungen. (Vergl. So ein, S. 185, No. 8 und Klebs,S. 80, No. 69.)
CS. F. R., verwundet am 6. August 1870 bei Spicheren:Schusskanal von der rechten Fusssohle nach der Mitte der
hinteren Seite des Unterschenkels. Kam am 10. August insReservelazareth Schwetzingen; starke Eiterung, Husten, Durch-fälle. Am 25. August: Schüttelfröste, durch Einschnitte aminneren Knöchel übelriechender Eiter und Knochensplitter ent-leert; später Gelbsucht, Anschwellung des Oberschenkels. Todam 11. September 1870 an Pyämie.
Sektion: Zertrümmerung des Sprungbeins, Zer-störung des Gcleukknorpels des Schienbeins, Verstopfung derSchenkelblutadern. (Vergl. Schinzinger, S. 88.)
69. H. L., vom 3. Hannoverschen Infanterie - RegimentNo. 79, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss durch das rechte Fussgelenk. Tod am 11. Sep-tember 1870 im Reservelazareth Heidelberg.
Sektion: Der Schusskanal verläuft von aussen nach innenunter den Knöcheln. Der Kopftheil des Sprungbeinszeigt an seiner inneren und hinteren Seite einen ziemlich grossenKnochenverlust. Weitergehende Sprünge sind nicht vorhanden,eine geringe Knochenstreifung befindet sich am äusserenKnöchel. An der Fusssohle ein grosser Jaucheherd, der mitdem Fussgelenk in Verbindung steht. Hinter den Klappen-taschen der Unterschenkelblutader sitzen zum Theil schon zer-fallene Thromben. Die rechte Lunge ist von metastatischenHerden durchsetzt, das rechte Lungenbrustfell eitrig belegt,die Schleimhaut des absteigenden Astes des Dickdarms mitdiphtherischen Schorfen bedeckt.
70. G. K., Füsilier vom Ostpreussischen Füsilier-RegimentNo. 33, verwundet am 19. Januar 1871 bei St. Quentin: Gewehr-schuss durch das rechte Fussgelenk mit Zerschmetterung•Ivs inneren Knöchels und des Sprungbeins. Kam am20. Januar 1871 ins Feldlazareth Savy; starke Anschwellungdes Unterschenkels; Schienenverband. Am 24. Januar: Eröffnungeines Eiterherdes durch Einschnitt. Am 26. Januar: Entfernungvon Knochensplittern, Jauciiung, Lymphgefässentzündung, Irre-reden. Am 27. Januar: Schüttelfröste. Am 30. Januar 1871:Tod an Pyämie.
71. F. T., vom Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandeubur-gisches) No. 8, verwundet am 16. August 1870: Gewehrschussdes linken Fussgelenks mit Eröffnung desselben vom äusserenKnöchel aus; die Kugel steckt. Kam am 21. September 1870ins Lazareth Ottweiler. Starke phlegmonöse Schwellung desFusses; Einschnitte, Herausnahme mehrerer Knochensplitter.Am 8. September: Eröffnung eines Eiterherdes am äusseren
Knöchel, Entfernung des Geschosses und einiger Knochen-splitter. Vom 17. September ab Schüttelfröste, Kräfteverfall.Am 29. September 1870: Tod an Pyämie.
Sektion: Umfangreiche Zerschmetterung beiderKnöchel und des Sprungbeins, Verjauchung des Fuss-gelenks, Verstopfung und Entzündung der Schenkelblutader.(Vergl. H. Fischer, Kriegserfahrungen, S. 210, No. 357.)
72. A. IL, Füsilier vom 3. Pommerschen Infanterie-Regi-ment No. 14, verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehrschussdurch das rechte Fussgelenk vom Fussrücken zur Ferse. Kamam 4. Dezember 1870 ins Feldlazareth La Queue en Urie.Gypsverbaud, geringe Eiterung, Verband mit Karbolöl. Am12. Dezember: Beginnende Kiefcrklemme; Morphium undChloral-hydrat. Am 14. Dezember: Starrkrampf. Am 16. Dezember1870: Tod.
Sektion: Sprungbein, Fersenbein und Kahnbeinzerschmettert.
73. O. Seh., verwundet am 18. August 1870 vor Metz:Schusswunde des rechten Fussgelenks. Tod am 1. September1870 im Reservelazareth Heidelberg.
Sektion: An der vorderen Fläche des rechten Fussesunterhalb des äusseren Knöchels findet sich eine thalergrosseHautwunde; dieselbe führt zu einer Höhle, in welcher die zer-trümmerten Fusswurzelknochen liegen. Vom Kopftheil desSprungbeins ist die äussere Hälfte vollständig abgesprengt,die innere von Sprüngen durchsetzt. Auch der Körper desFersenbeins ist gesplittert. An dem Würfelbein, Kahnbeinund dem zweiten Keilbein finden sich gleichfalls Knochen-verluste. Die beiden Lungenlappen sind von mefastatischenHerden durchsetzt, die Milz ist vergrössert, die kleineren Blut-adern des Fussrückens enthalten erweichte Thromben. (Vergl.Arnold, S. 164, No. 36.)
D. Verletzungen des Fersenbeins.
74. F. Th., Grenadier vom Grenadier-Regiment PrinzCarl von Preussen (2. Brandenburgisches) No. 12, verwundetam 6. August 1870 bei Spicheren: Gewehrschuss durch dasrechte Fussgelenk. Die Kugel durchsetzte das Fersen-bein in der Richtung von innen nach oben aussen. Im Re-servelazareth Bonn: Karbolsäureverband, Fussbäder, Aus-spritzung mit einer Lösung von übermangansaurem Kali. Am5. Mai 1871 besteht noch eine zum Fersenbein führende Fistel.Beweglichkeit des Gelenks gut. Wurde geheilt.
75. Seh., vom 4. Badischen Infanterie-Regiment PrinzWilhelm No. 112: Schuss durch das linke Fersenbein mitEröffnung des Fussgelenks. Heilung mit festaufsitzeudenNarben und Steifheit. (Vergl. v. Beck, S. 625.)
76. B., Unteroffizier vom Sächsischen 7. Infanterie-Regi-ment (Prinz Georg) No. 106, verwundet am 30. November 1870bei Villiers: Gewehrschuss ins linke Fussgelenk mit Verletzungder Fusswurzel. Geheilt.
Befund im September 1873: Gelenk und Fersenbeinaufgetrieben; Bewegung ist möglich. B. tritt wegenSchmerzen in den Narben nur mit dem Ballen der grossenZehe auf. Dauernd ganzinvalide, zeitig grössteutheils erwerbs-unfähig. (Vergl. Evers, S. 385, No. 105.)
il. M., Soldat vom Sächsischen 8. Infanterie-RegimentNo. 107, verwundet am 1. September 1870 bei Sedan: Gewehr-schuss ins linke Fussgelenk mit Verletzung des Fersen-beins. Geheilt.
Befund im Januar 1873: Unterschenkel abgemagert, starkeAuftreibung des Fersenbeins, Fussgelenk und grosse Zehe ganz