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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Band III. Spez.Theil.
o2. St. W., Grenadier vom 3. Garde-Greuadier-RegiineutKönigin Elisabeth, verwundet am 30. Oktober 1870 bei LeBourget: Gewehrschuss durch das linke Fussgelenk mit Split-terung des Sprungbeins. Der Schusskanal verlief von derVorderseite des Gelenks bis in den inneren Knöchel hinein.Massige Eiterung. Am 27. Februar 1871 aus dem Reserve-lazareth Wiesbaden geheilt entlassen.
53. K. N., Gefreiter vom 3. Garde-Grenadier-RegimentKönigin Elisabeth, verwundet am 18. August 1870: Gewehr-schuss quer durch das rechte Fussgelenk mit Bruch desSprungbeins. Im Kriegslazareth Pont ä Mousson Gyps-verband; ziemlich starke Eiterung, mehrmals Einschitte in denEiterherd. Am 18. Oktober zurückbeföi'dert. Am 14. März1871 geheilt mit Steifheit des Gelenks.
54. K. Seh., Unteroffizier vom 1. Rheinischen Infanterie-Regiment No. 25, verwundet am 9. Januar 1871 bei Villersexel:Gewehrschuss von oben durch das linke Sprungbein,auf der Fusssohle endigend. Seh. gerieth in Gefangenschaft.Zuerst sehlechtes Befinden, am 15. März 1871: BedeutendeBesserung und später Heilung.
55. K., vom 6. Badischen Infanterie-Regiment No. 114,verwundet am 6. Oktober 1870: Gewehrschuss durch dasrechte Fussgelenk. Die Kugel trat an der Achillessehne einund wurde an der äusseren Seite des Fussrückens ausgeschnitten.Heftige Entzündung, Ausstossung von Knochenstückchen. Hei-lung mit Steifheit und starker Auftreibung des Gelenks; nebendemselben ragt eine spitze Kante des Sprungbeins vor. K.berührt den Boden nur mittels eines sehr hohen Stiefelabsatzes.(Vergl. v. Beck, S. 622, No. 4.)
56. H. B., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 14. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch den rechten Fuss; Eintrittsöffnung an derFusssohle, Austritt zwischen Schienbein und Waden-bein oberhalb des Fussgelenks. Hartnäckige Eiterungund Druckbrand am Kreuzbein und an der Ferse. Am 28. März1871 aus dem Reservelazareth Wildungen geheilt entlassen.Fussgelenk steif, Muskelschwund am Unterschenkel.
57. V. Seh., Musketier vom 5. Ostpreussischen Infanterie-Regiment No. 41, verwundet am 30. August 1870: Gewehr-schuss in das rechte Fussgelenk. Kam am 28. November insReservelazareth Berlin. Entfernung von zahlreichen Knochen-splittern des Sprungbeins und des Fersenbeins. Am28. April 1871 geheilt.
58. R., Preussischer Lieutenant: Schuss durch dasSprungbein und den inneren vorderen Abschnitt desFersenbeins, Beschädigung des Fussgelenks. LangwierigeEiterung. Zuerst dauernde Fussbäder, dann gefensterter Gips-verband. R. wurde geheilt. (Vergl. Heyfelder, S. 45.)
59. C, Lieutenant: Schuss durch den vorderen Ab-schnitt des Fersenbeins und Sprungbeins. Erweiterungder Eingangsöffnung, Herausnahme von Knochensplittern sechsWochen nach der Verwundung. Heilung mit verminderterBeweglichkeit. (Vergl. Heyfelder, S. 45.)
60. A., Jäger vom Sächsischen 2. Jäger-Bataillon No. 13,verwundet am 1. September 1870: Gewehrschuss ins linkeFussgelenk mit Verletzung des Sprung- und Fersen-beins. Geheilt. Beugung und Streckung möglich, die seit-lichen Bewegungen aufgehoben. Dauernd ganzinvalide, dauerndtheilweise erwerbsunfähig. (Vergl. Evers, S. 385, No. 104.)
61. E. W., Gefreiter vom Brandenburgischen Füsilier-Regiment No. 35, verwundet am 16. August 1870 bei Mars
la Tour: Schuss in den rechten Fuss, die Kugel trat von aussendurch das Fersenbein ein und innen durch dasSprungbein heraus.
8. Juni 1871: Es bestehen zwei eingezogene verwachseneNarben, Schmerzhaftigkeit und Steifheit des Fuss-gelenkes und Abmagerung des Unterschenkels. 27. Oktober:Das Fersenbein des rechten Fusses ist erheblich aufgetriebenund entzündet. Die Bewegungsfähigkeit des Fusses ist nurinsoweit behindert, als die Ferse wegen Schmerzen nicht festauf den Fussboden aufgesetzt werden kann.
30. Juli 1873: Knochenentzündung ist vollständig abge-laufen, die Beweglichkeit im Fussgelenk ist frei und dieStörung durch die Narbe beim Gehen unbedeutend. Der Er-nährungszustand des rechten Unterschenkels ist ebenso gut,wie der des linken. Dauernd ganzinvalide und dauernd theil-weise erwerbsunfähig.
62. A. K., Soldat vom Sächsischen 5. Infanterie-Regiment(Prinz Friedrich August) No. 104, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss in den rechten Fuss. Ein- Itrittsöffnung am inneren Knöchel, Austrittsöffnung auf dem Fuss-rücken. Gelenk geöffnet,Sprungbcin und zwei Mittelf uss-knoclieii verletzt. Behandelt im Feldlazareth Ste. Marie auxchenes und im Reservelazareth Coburg. Starke Eiterung, Ent- 'fernung vieler Knochensplitter. Geheilt; verwachsene Narben,leichte Verwachsungen im Gelenk, Bewegung behindert undschmerzhaft, Abmagerung des Beines.
61). A., Kanonier, verwundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschuss. Die Kugel trat an der innerenSeite der linken Achillessehne ein, verletzte Fersenbein,Sprungbein, Fussgelenk und äusseren Knöchel, anwelchem sie austrat. Heilung mit Steifheit des Gelenks. Zeitiggänzlich erwerbsunfähig. (Vergl. Berthold, S. 572, No. 18.J
64. H., Soldat vom 1. Württembergischen Infanterie- IRegiment Königin Olga, verwundet am 30. November 1870: IGewehrschuss aus grosser Nähe. Eintritt 2 cm über dem Ferscn-höcker nach aussen von der Achillessehne, Austritt am Köpfchen fedes ersten Mittelfussknochens; Bruch des Sprungbeins und Iersten Keilbeins; keine wesentliche Verunstaltung. Ein ge- Ifensterter Gypsverband blieb 5 Wochen lang liegen; Abstossung Ikleiner Knochensplitter. Heilung; Abmagerung der Unter- Ischenkelmuskeln, Klumpfussstellung, am Gelenk starke Knochen- Äneubildung, aktive Bewegungsfähigkeit nur gering, passive 1Beweglichkeit ganz gut. (Vergl. Stoll, Bericht, Deutsche 1militärärztliche Zeitschrift, S. 214.)
65. W. St., Musketier vom 2. Hanseatischen Infanterii-Regiment No. 76, verwundet am 7.Dezember 1870 bei Meung:uGewehrschuss von vorn dicht oberhalb des linken Fussgelenb Imit Verletzung des Gelenks, ausserdem Streifschuss an der rechtei 1Ferse. Im Feldlazareth Meung Gypsverband; 18. Dezember: IEntfernung von Knochensplittern des Sprungbeins. Li-Öffnung mehrerer Eiterherde; Drahthose, Karbolverband. Am i
30. Dezember: Starke Jauchung, Kräfteverfail. 2. Januar 1871Schüttelfröste, Irrereden. 5. Januar 1871: Tod an Pyämie.
66. K. W., Gefreiter vom 1. Nassauischen Infanterie- 1Regiment No. 87, verwundet am 6. August 1870 bei Wörtrr. IGewehrschuss durch das rechte Fussgelenk. Eintrittsöffnuni!unter dem inneren Knöchel, wo stark vorstehende Knochen-splitter des Sprungbeins entfernt wurden; Austritts-öffnung vorn in der Mitte des Gelenks. Kam am 9. Augustins Reservelazareth Fulda; hohes Fieber, starke Eiterung ausdurch Einschnitte eröffnetem Eiterherd; Heister'sche Beinlade.
31. August: Schüttelfrost, Diphtherie der Wunden; bald trat