Band III. Spez. Theil.
VII. Abschnitt: Verletzungen des Fassgelenks.
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I
des
41. A. B., Füsilier vom Grenadier-Regiment Prinz Carlvon Preussen (2. Brandenburgisches) No. 12, verwundet am6. August 1870 bei Spichercn: Eingang genau auf dem Ansatzder Achillessehne am oberen Bande des Fersenbeins. Ausgangnach Splitterung des Schienbeins unmittelbar über deminneren Knöchel. Am 26. November 1870: In Folge der Ver-letzung und der durch Narbenschrumpfung bedingten Verkür-zung der Achillessehne wurde der Fuss dauernd in leichtgebeugter Stellung erhalten, so dass das Auftreten mit derFerse unmöglich war.
Befund am 28. September 1871: Das linke Fussgelenkist steif, stark aufgetrieben und im Zustand dauernder Ent-zündung, so dass der Verwundete nur mit Hilfe einer Krückeund eines Stockes gehen kann. Dauernd ganzinvalide, zeitiggänzlich erwerbsunfähig.
B. heirathete am 26. Dezember 1873 und beschäftigte sichmit Treiben und Spulen bei der Weberei. Am 17. Juli 1874:dauernd gänzlich erwerbsunfähig.
42. A. Z., Gefreiter vom 3. Garde-Regiment z. F., ver-wundet am 18. August 1870: Gewehrschuss schräg durch daslinke Sprunggelenk. Durch langen Schnitt wurden grosseabgestorbene Knochensplitter vom Schienbein undSprungbein entfernt. Im Oktober Hospitalbrand und Bildungvon Eiterherden ; darauf begann die Vernarbuug. Z. wurde geheilt.
43. G., Kanonier vom Hannoverschen Feld-Artillerie-Regiment No. 10, verwundet bei Beaune la Rolande: Gewehr-kugel trat am inneren Knöchel des rechten Fusses ein,hinter dem äusseren Knöchel aus. Schienbein und Sprung-bein gesplittert. Heiluug mit massiger Verdickung desFussgelenks; es bestand einige Beweglichkeit des Gelenks, Fussin geringer Varusstellung. Zeitig grösstentheils erwerbs-unfähig. (Vergl. Berthold, S. 573, No. 23.)
44. K. N., Hessischer Infanterist, verwundet am 18. August1870: Gewehrschuss durch das linke Fussgelenk; Eintritts-öffnung vorn oberhalb des äusseren, Austrittsöffnung hintenoberhalb des inneren Knöchels. Im Schusskanal Knochensplitter.Kam am 2. September 1870 mit Gypsverband ins Reserve-lazareth Bessungen; Gypsschwebe, offene Wundbehandlung.Am 7. September Erweiterung der Wunde, Entfernung von 5dem Schienbein und Sprungbein angehörenden Split-tern. Der Eiter hatte freien Abfluss, es bestand kein Fieber,dagegen traten Nachts einige Mal Schmerzen ein, wodurch N.veranlasst wurde, den Gypsverband zu zerstören. Nach Lagerungin einer Blechschiene wurden die Schmerzen noch heftigerund hörten erst auf, nachdem der Fuss von Neuem in Gypsgelegt war. Die Schusswunde hatte sich ^Anfang Oktober festtjeschlossen, auf dem Fussrücken befand sich ein Eiterherd,welcher drainirt wurde. Starke Kallusbildung. Im Dezemberwurde die Eiterung stärker; Entfernung von Knochensplittern,welche den Gelenkflächen angehörten. Am 25. Dezemberkonnte N. aui dem Fusse stehen und mit einiger Beweglichkeitdes Gelenks ihx Januar 1871 einige Schritte gehen. EndeJanuar noch einmal Herausnahme von Splittern. Im Februar1871 befand sich N. ganz wohl, doch schien noch ein kleinerSplitter zu stecken. (Vergl. Lücke, S. 55, No. 43.)
45. Ungenannter Offizier, verwundet vor Faris: DurchGranatsplitter Zerschmetterung des unteren Endes desrechten Wadenbeines und Verletzung des Fersen-beines. Am äusseren Knöchel bedeutender Weichtheilverlust.Bei der Ueberführung in die Heimath war die Vernarbungbeendet. (Vergl. Eckart, Geschichte des Königlich BayerischenAufnahme-Spitals No. XII im Kriege gegen Frankreich 1870/71.Würzburg 1871, S. 33, No. 11.)
46. H. Seh., Musketier: Gewehrschussbruch deslinken Unterschenkels bis ins Gelenk. Kam am 2. Ok-tober 1870 ins Reservelazareth Göttingen mit Druckbrand,hohem Fieber, Durchfall und Thrombose der rechten Schenkel-blutader. Trotz dieser gefahrdrohenden Erscheinungen tratallmälig noch Besserung ein. Ende Februar: Jauchung, Ho-spitalbrand, starke Blutung, dann Schüttelfröste, Kräfteverfall,Irrereden. Am 27. März 1871: Tod an Pyämie.
Sektion: Das Geschoss steckt im Schienbein,dessen unteres Ende abgestorben ist; an beiden Beinen sindalle Venen, die in die Schenkelblutadern münden, desgleichenletztere selbst, sowie beide venae iliacae bis zum Anfange derHohlvene fest verschlossen.
47. A. G., Füsilier vom Holsteinschen Infanterie-RegimentNo. 85, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehr-schussbruch des linken Unterschenkels mit Knochen-sprüngen bis ins Fussgelenk. Am 30. September: schlech-tes Aussehen der Wunden, starke Eiterung. Am 10. Oktober:starke Schwellung des Unterschenkels, Entfernung von Knochen-splittern, Wasserbad. Am 18. Oktober: Brustfellentzündung.Am 23. Oktober 1870: Tod an Pyämie.
48. R. D., Grenadier vom 4. Garde-Regiment zu Fuss,verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussbruch deslinken Schienbeins mit Verletzung des Fussgelenks.Auf dem Schlachtfelde Gypsverband. Im P'eldlazareth Entfer-nung von Knochensplittern, Drahthose. Am 30. August: Kiefer-klemme; Chloralhydrat. Am 3.September 1870: Starrkrampf,Tod.
49. F. R., Jäger vom Pommerschen Jäger-Bataillon No. 2,verwundet am 14. August 1870 vor Metz: Gewehrschuss durchdas linke Fussgelenk mit Längsbruch des Schienbeins;die Kugel steckt. Im Reservelazareth Ems: Zellgewebsentzünduugund Eiterherd am Unterschenkel. Am 11. September: Tod anPyämie.
Sektion: Die Gelenkendcn der Kuocheu sind zerschmet-tert; das plattgedrückte Geschoss steckt 5 cm oberhalb desGelenkes im Schienbein fest, welches der Länge nach gespaltetist; Entzündung des Markgewebes.
C. Brüche des Sprungbeins.
50. H. K., verwundet am 1. September 1870 bei Sedan :Gewehrschuss ins rechte Fussgelenk. Eintrittsöffnung vorn inder Mitte der Gelenklinie, Kanal geht nach aussen, die Kugelsteckt. Splitterung des Sprungbeins. Im Reservelaza-reth Karlsruhe am 11. September 1870: Herausnahme der Kugelaus der Wundöffnung. Mehrmals Entfernung von Knochen-splittern und kleinen Bleistücken. Am 10. Oktober: Wundengeheilt. Am 31. Oktober 1870: Aktive Bewegungen beschränkt,passive besser ausführbar. K. kann gut auftreten. (Vergl.Socin, S. 184, No. 5.)
51. K. St., Grenadier vom Leib - Grenadier - Regiment(1. Brandenburgisches) No. 8, verwundet am 6. August 1870:Schussbruch des linken Fussgelenks. Eingangsöffnung vor undüber dem inneren, Ausgangsöffnung vor und über dem äusserenKnöchel. Ausgedehnte Splitterung des Sprungbeins.Kam am 10. August 1870 ins Lazareth Neunkirchen. Sehrstarke Schwellung des Fusses erforderte wiederholte Einschnitte.Am 27. August starke Blutung aus der inneren Schusswunde;Tamponade; später stiessen sich eine Menge kleiner Knochen-splitter ab. Am 3. November: geheilt; Form des Fussgelenksgut erhalten, leichte Bewegungen des Gelenks möglich. (Vergl.H. Fischer, Erfahrungen, S. 167, No. 239.)
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