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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.

Band III. Spez. Theil.

vor dem inneren Knöchel. Nach einigen Tagen mit Gyps-verband im Feldlazareth Versailles aufgenommen. Behandlungtheils in Gypsverband, theils in Seitenlage; mehrmalige Ent-fernung von Knochensplittern und Eröffnung von Eiterherden.Es erschien zweifelhaft, ob sich Spalten in das Schienbeinerstreckten. Der Fuss war nach innen gedreht, die Sohle starknach oben gekehrt. (Klumpfussstellung.) Warme Umschläge mitOelverband vertauscht. Lederkapsel zur Stellungsänderungwurde nicht vertragen. Passive Bewegungen möglich. Binde.Nach 3 Monaten in ein Reservelazareth übergeführt. Nach11 Monaten aufgestanden. Nach 13 Monaten: Fuss steif, imrechten Winkel. Der Mann ging mit Krücke und Stock undwar verwundert, dass er nach Wegnahme derselben ohne Unter-stützung gehen konnte. Fistel am äusseren Knöchel. (^Vergl.G. Fischer, Floing. Jahrg. 1872, S. 257.)

29. A. J., Sekondlieuteuant der Reserve, verwundet am27. November 1870 bei Amiens durch zwei Gewehrschüsse:Eine Kugel durchbohrte beide Oberschenkel und Hess nach derHeilung spannende Muskelzusammenziehung am linken Knie-gelenk zurück; durch den zweiten Schuss in das linke Fuss-gelenk wurde der innere Knöchel gebrochen, das Kahn-bein verletzt und ein Sprung im Schienbein hervor-gerufen.

16. Februar 1871: Aus dem Feldlazaretb Amiens geheiltentlassen; das Gelenk war steif. Der Gebrauch der Bäder inWarmbrunn hatte keinen Einfluss auf die Gelenkverwachsung.4. September: dauernd ganzinvalide.

30. H. H., Musketier vom 6. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 55, verwundet am 6. August 1870 bei Spicheren:Gewehrschuss durch die Knöchel des rechten Fusses.Am 20. Januar 1871 war die Heilung vollständig erfolgt, dochbestand Anschwellung und Steifheit des Gelenks.

151. M. S., Musketier vom 7. Pommerschen Infanterie-Regiment No. 54, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Granatsplitterverletzung beider Knöchel mit Eröffnungdes Fussgelenks, ausserdem 3 leichte Fleischwunden. Ent-fernung von Knochensplittern; Gypsverband, welcher wegenBildung von Eiterherden mit der Heister'schen Lade vertauschtwerden musste.

7. Februar 1871: Heilung.

32. W. Seh., Musketier vom 5. Brandenburgischen Infan-terie-Regiment No. 48: Gewehrschuss durch das linke Fuss-gelenk mit Bruch beider Knöchel. Während der Behand-lung wurden mehrere Einschnitte nöthig; Anfall von Ruhr.

Anfang 1871: Heilung mit starker Verdickung durchKallusbildung und vollständiger Steifheit des Gelenks.

33. R. E., Sekondlieuteuant, verwundet am 30. November1870: Gewehrschuss in den rechten Fuss. Die Kugel zer-schmetterte beim Eintritt den äusseren, beim Austrittden inneren Knöchel.

und Ausgangsnarben, sowie eineäusseren Knöchels sind mit demUmfang des verwundeten Gelenksist um 2 cm grösser als der des linken. Das verletzte Gelenkist steif, die Ferse steht bei gerader Stellung des Verwundeten4 cm von der Erde ab. Beim Auftreten mit den Zehen lebhafterSchmerz im Fussgelenk. Das Gehen ist mit Hilfe eines Stockesin beschränktem Maasse möglich. Dauernd ganzinvalide.

34. J. O., Grenadier vom Mecklenburgischen Grenadier-Regiment No. 89, verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehr-schussbruch des linken Fussgelenks. Eintrittsöffnung hinterdem inneren Knöchel; Zerschmetterung des äusseren

22. Juli 1871: Ein-Schnittnarbe oberhalb desKnochen verwachsen. Der

Knöchels. Im Feldlazareth am 18. Dezember Schüttelfröste;am 20. Dezember: Tod an Pyämie.

35. J. R., verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Schussverletzung des linken Fussgelenks. Gestorben am 19. Sep-tember im Reservelazareth Heidelberg.

Sektion: An der Innenseite des linken Fussgelenks inder Höhe des inneren Knöchels eine halbguldeustückgrosse,rundliche Wunde, eine kleinere au der hinteren Seite. DasFussgelenk ist von innen her eröffnet und mit Eiter angefüllt.Die knorpeligen Ueberzüge des Sprung- und Schienbeines sindeitrig belegt und zerstört, an manchen Stellen selbst dieäussersten Knochenschichten abgeblättert. Der innereKnöchel ist abgesprengt, das Markgewebe des Wadenbeinsbis zum mittleren Drittel mit Eiter durchsetzt, die Rinden-schicht desselben so zer-fressen, dass der Knochen bei Berührungeinbricht. Beide Schenkelblutadern enthalten erweichte Pfropfe.Die Lungen sind von metastatischen Herden durchsetzt. Ineinzelnen Zweigen der Lungensohlagader finden sich ältereGerinnungen. (Vergl. Arnold, S. 162, No. 70.j

Ö6. J. H., Füsilier vom Mecklenburgischen Füsilier-Regiment No. 90, verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehr-schuss durch beide Knöchel. II. starb am 10. Dezember imFeldlazareth an Starrkrampf.

2. Brüche des Gelenkendes der Unterschenkel-knochen.

37. M., Jäger vom 1. Schlesischen Jäger-Bataillon No. 5:Gewehrschuss in das Schienbein mit Splitterung bis insFussgelenk. Kam am 11. September 1870 in das Reserve-lazareth Einbeck. Zuerst sehr erhebliche Entzündung, Eis;allmälige Besserung. M. wurde geheilt.

38. A. Seh., Musketier vom 3. Rheinischen Infanterie-Regiment No. 29, verwundet am 23. Dezember 1870: Gewehr-schuss in das linke Fussgelenk. Eingangsöffnung an der Innen-seite, Zerschmetterung des unteren Endes des Schien-beins; die Kugel steckt. Kam am 8. Januar 1871 ins Reserve-lazareth Potsdam; durch die elektrische Kugelsonde wurde das)Geschoss fest im Gelenk steckend aufgefunden und am 9. Januar1871 mittels Resektionsschnittes herausgezogen. Am 10. Januar1871: gefensterter Gypsverband, Eisbeutel, Aufhängen des.Beines in Schwebevorrichtung; ziemlich starke, aber gutartigEiterung; Heilungsverlauf ungestört.

39. A. W., Musketier vom Oldenburgischen Infanterie-1Regiment No. 91, verwundet am 15. Januar 1871: Gewehrschussins linke Fussgelenk. Das Geschoss steckte fest im iGelenkende des Schienbeins und wurde nach Erweiterungder Wunde herausgezogen. Verband mit Karbolöl. Am 26. Janua1871: starke Gelenkentzündung; wiederholte Bildung von Kit«herden ; Fussbäder und Desinfektion mit Karbolsäure und übetmangansaurem Kali. Am 13. Februar 1871 zurü.kbefördert.W. wurde mit Steifheit und Auftreibung des Gelenks geheilt.

40. F. Seh., Jäger vom Rheinischen Jäger-Bataillon No. s .verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehr-schussbruch des linkenUnterschenkels und des Fuss-gelenks. Behandlung in Gypsverband; mehrere Eitersenkungeu.Kam am 13. Oktober ins Reservelazareth Berlin. Am 2. No-vember 1870 wurde an der Seite des Fusses ein Geschoss Iherausgeschnitten, ein zweites am 10. November 1870 aaläusseren Knöchel ebenfalls durch Einschnitt entfernt. Im JanuarEitersenkungen, Einschnitte, Rose. Anfang April waren dieWunden geheilt; Steifheit des Gelenks. Im Mai Soolbäder,nach denen die Steifheit unverändert blieb.-