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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Band III. Spez. Theil.

VII. Abschnitt: Verletzungen des Fussgelenks.

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die in den Weichtheilen auf dem Fassrücken und amäusseren Knöchel sassen, wurden bei Seh. (No. 40) erstnach 2 l /a Monaten herausgenommen. Von den im Knochenfeststeckenden Geschossen konnte eines nur mit Hilfe derelektrischen Kugelsonde gefunden werden (No. 38);2 andere, welche im entzündeten Markgewebe (No. 49)bezw. in einer Eiterhöhle (No. 46) des Schienbeins lagen,kamen erst durch die Sektion zu Tage. Dass Geschosse

nicht nur in dem dicken Schafte des Schienbeins oder imGelenk verschwinden, sondern sich auch in einem einzelnenFusswurzelknochen tief vergraben können, zeigt ein Ver-wundeter Heyfelder's,') bei welchem durch die Bell'scheSonde eine tief im Würfelbein steckende Kugel nach-gewiesen wurde; nur das schmale Ende derselben warsichtbar. Es erfolgte später völlige Einheilung.

!) Siehe a. a. O., S. 67, No. 3.

II. Nebenverletzunaren.

Verletzungen anderer Körpertheile durch das-selbe Geschoss, welches das Fussgelenk verwundete, warenselten. Eine Kugel, welche einen Mann 1 ) in knieenderStellung traf, durchbohrte erst die Muskulatur der Hüfte,ging dann duich das Fersenbein und trat auf der Vorder-seite des Gelenks aus. Bei B. (No. 80) lief das Geschossdurch den linken Unterschenkel, ging durch das rechte Fuss-gelenk und zerschmetterte die Ferse.

Blutungen sind bei Deutschen 5 mal vermerkt;2 standen ohne Operation, 2 mal wurden Unterbindungengemacht und 2 gaben mit Veranlassung zur Absetzung amUnterschenkel (darunter 1 nach vorausgegangener Unter-bindung).

Eine starke Blutung, die gegen Ende der 3. Wochebei einem später geheilt Entlassenen eintrat, anscheinendaus der hinteren Schienbeinschlagader, wurde durch Aus-stopfen gestillt (No. 51). Ein l'yämischer (No. 4G) hattegleichfalls eine heftige Blutung 4 Wochen vor dem tödt-lichen Ausgang zu bestehen.

I>ie hintere Schienbeinschlagader wurde bei Deutschenmit Wunden des Fussgelenks nur 1 mal unterbunden und

zwar in der 10. Woche nach der Verletzung wegen einerBlutung nach Einschnitt in einen Eiterherd des Waden-beins. Die Unterbindung erfolgte in der Wunde selbst;der Ausgang war günstig. 1 )

Nach vorangegangener Unterbindung der vorderenSchienbeinschlagader wurde R.*) am Unterschenkel ain-putirt. Ferner traten Nachblutungen ein bei B. 3 ), welchereinen Splitterbruch des Schienbeins und des Sprungbeinserlitten hatte und wegen schlechter Eiterung in Verbindungmit den Blutungen ebenfalls amputirt ward; beide zuletztGenannten genasen.

*) Vergl. Kirchner, S. 77, No. 229.

') Siehe im V. Bande dieses Berichtes, S. 633, No. 8. Bei2 Franzosen (V. Band, S 634, No. b. 1 und 2) mit Wunden desFussgelenks geschah die Unterbindung der hinteren Schienbein-Schlagader im Verlaufe des Gefässes; einer dieser Operirten starbspäter an Erschöpfung, der andere an ryämie. Bei dem ersterenwar die Blutung durch die Unterbindung nicht zum Stehen gekommen,sondern erst die Umstechnng der blutenden Stelle hatte zum Zielegeführt. Nachblutungen sind noch bei einem anderen Franzosenvermerkt, welcher bald darauf amputirt wurde. (Vergl. V. Banddieses Berichtes, S. 353, No. 53.)

*) Siehe ebendas. S. 633, No. 7 und S. 313, No. 200.

3 ) Siehe ebendas. S. 293, No. 22.

III. Verlauf und Behandlung.

Die Schwellung nach Schussvvunden des Fussgelenkswird theils a"is massig (No. 9, 111, 117), theils als ziemlichbeträchtlich (No.-äl, 91, 122, 127) geschildert; gelegentlicherstreckte sie sich auch über den ganzen Unterschenkel(No. 70). Häufig bildeten sich wiederholt Eiterherde(Xo. 88) und Eitersenkungen (No. 91, 119, 131), alsderen Weg bei einem später Besezirten') der Verlauf derAchillessehne angegeben ist. Am ganzen Bein, selbst inden Weichtheilen des Oberschenkels bildeten sich bei B.,*)

') Siehe im V. Bande dieses Berichtes, S 531, No. 27.-) Siehe ebendas. S. 291, No. 5.

dessen Urin zugleich eiweisshaltig war, Eiterherde, so dassdie Amputation am Unterschenkel nöthig wurde. DerOperirte genas. Noch im 5. Monat fand weitgehendeEiterung bei Seh. (No. 40) statt. Aber auch Geringfügig-keit der Entzündung und Eiterung war keineswegs immermit rascher Heilung oder gutem Endergebniss verbunden.So behielt F. (No. 111) ein steifes Gelenk, G. (No. 113)litt noch nach mehreren Monaten an 2 Fisteln und konntenur auf Krücken gestützt gehen.

Bemerkenswerth ist die Neigung der fächerreichenFussknochen zu langwieriger Abstossung von Knochen-splittern, die in der Mehrzahl der Krankengeschichten

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