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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.

Band III. Spez. Theil.

über das ganze Bein und den Unterleib. Tod am 15. Februar.(Siehe auch im V. Bande dieses Berichtes S. 607, No. 5.)

288. K. K., Füsilier vom Ostpreussischen Füsilier-Regi-ment No. 33: Gewehrschuss durch das rechte Knie. Kam am26. August 1870 ins Reservelazareth Cöln; die "Wunde warübelriechend und wurde mit Chlorkalklösung verbunden. Am 28.und 29. August geringe Schlagaderblutung, Eisumschläge; am1. September Lungenentzündung; am 8. September Tod.

289. R. N., Füsilier vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 18. August 1870 beiGravelotte:Gewehrschuss in das linke Knie; Fleischschuss in den rechtenOberarm. Am 23. August im Feldlazareth St. Hilaire starkeEntzündung, reichliche aber gutartige Eiterung. Am 3. Sep-tember geringe Blutung, Durchfall. Am 9. September wird dieEiterung übelriechend, ruhrartiger Durchfall. Am 15. September:Rose. Am 20. September: Tod.

290. E. W., Grenadier vom l.Westpreussischen Grenadier-Regiment No. 6, verwundet am 1. September 1870 bei Sedan:Gewehrschüsse durch das linke Knie und den rechten Unter-schenkel. Im Feldlazareth Vrignes aux bois Karbolsäurever-band; bald hohes Fieber und Jauchung. Am 4. Oktober wegenstarker Blutung Unterbindung der Schenkelschlagader.Tod am 5. Oktober. (Im V. Bande dieses Berichtes nicht auf-geführt.)

291. E. M., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3, verwundet am 14. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch beide Kniegelenke, in schräger Richtungvon oben nach unten. Am 17. August im Feldlazareth zußoulay:ruhige Lagerung, Eis. Die Eiterung wurde stark, es tratenSchüttelfröste und allmäliger Verfall der Kräfte, schliesslich am10. September der Tod an Pyämie ein.

292. H. H., vom 4. Posenschen Infanterie-Regiment No. 59,verwundet am 6. August 1870 beiWörth: Gewehrschuss in dasrechte Knie. Eingang 5 cm oberhalb des Gelenks auf derinneren Seite, Richtung des Schusskanals gegen die Mitte desGelenks; Kugel steckt hier oder im Schienbein. Im Lazarethzu Reichshofen Anfang September heftiges Fieber, Irrereden,Druckbrand am Kreuzbein, Schüttelfröste. Tod am 11. Septemberan Pyärnie.

293. H. E., Kanonier vom Hannoverschen Feld-Artillerie-Regiment No. 10, verwundet am 16. August 1870 bei Marsla Tour: Gewehrschuss in das rechte Kniegelenk. Eingaugs-öffnung aussen neben der Kniescheibe, die Austrittsöffnung fehlt.Verbleib des Geschosses unbekannt, der Schusskanal führt indie Gelenkhöhle. Am 17. August, im Feldlazareth zu Vionville,bei ruhiger Lage und einfachem Verbände reichliche Eiterung.Am 30. August wurden mehrere Einschnitte wegen Bildung vonEiterherden am Unterschenkel erforderlich. 10. September: hohesFieber, Durchfälle. 15. September: Brand der Wunden. Todam 17. September.

294. H. K., Musketier vom 8. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 57, verwundet am 16. August 1870 bei Marsla Tour: Gewehrschuss durch die Weichtheile des rechten Ober-schenkels und Gewehrschuss in das linke Kniegelenk. Ein-gangsöffnung am inneren oberen Winkel der Kniescheibe;die Kugel blieb stecken. Im Kriegslazareth zu Mars la Tourstarke Eiterung und heftige Entzündung; das Geschoss wurdenicht entfernt. 5. September: Eiterherde durch Einschnitte er-öffnet, Karbolsäureverband. 20. September: Tod an Septicämie.

295. J. W., Jäger vom Grossherzoglich Hessischen Jäger-Bataillon No. 2, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss ins rechte Kniegelenk. Am 22. August im Reserve-

lazareth zu Kreuznach; das Geschoss war nicht herausgezogen.Austritt von Gelenkflüssigkeit, hohes Fieber; Eis, Blutegel,später Breiumschläge und Karbolsäureverband. 9. September:Gypsverband. 15. September: Eröffnung mehrerer Eitersenkungendurch Einschnitt, Lagerung in Blechschienen; die Kräfte nehmenrasch ab. Tod.

296. A. R., Musketier vom 8. Brandenburgischen Infanterie-Regiment No. 64 (Prinz Friedrich Karl von Preussen), verwundetam 16. August 1870 bei Mars la Tour: Gewehrschuss in dasrechte Kniegelenk. Eingangsöffnung an der inneren Seite,das Geschoss ausgeschnitten. Ausserdem Schussbruch derrechten Speiche. Im Kriegslazareth zu Mars la Tour starkeAnschwellung, Karbolsäureverband. 28. August: Eiterherd amKniegelenk mit übelriechendem Eiter. 3. September: grosserEiterherd am Oberschenkel mit jauchigem Inhalt. 11. September:starke Jauchung, Gelbsucht. 15. September: Tod an Pyämie.

297. F. F., Unteroffizier vom 3. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 66, verwundet am 30. August 1870 beiBeaumont:Gewehrschuss in das rechte Kniegelenk, von rechts oben nachlinks unten; ob Knochensplitterung vorhanden, ist zweifelhaft.Im Feldlazareth zu Beaumont am 10. September Gypsverband.7. Oktober: starke Schwellung und Eiterung, beginnendeRuhr. Oeftere Bildung von Eiterherden, starke Eiterung undDurchfälle bewirken raschen Kräfteverfall. 15. Oktober: Todan Entkräftung.

298. A. W., Grenadier vom 3. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 4, verwundet am 27. November 1870: Gewehr-schuss in das rechte Knie mit Eröffnung des Gelenks. ImFeldlazareth zu St. Quentiu Drahtschienenverband, Eis; baldstarke Eiterung. Am 1. Januar 1871 hohes Fieber, reichlicheJauchung, Druckbrand, Kräfteverfall. 17. Januar: Tod in Folgevon Pyämie.

Sektion: Das Gelenk ist geöffnet und vorjaucht; Kno-chenfrass.

299. A. St., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 28. November 1870 beiBeaune la Rolande: Gewehrschuss in das rechte Knie, Fleisch-schusswunde am linken Oberschenkel. 7. Dezember im Feld-lazareth Pithiviers: Drahthose, Eis. 18. Dezember: starkeEiterung, Bildung von Eiterherden. Am 1. Januar 1871:Druckbrand mit Kampherwein verbunden. 16. Januar: nachstarken Durchfällen Erschöpfung. Tod an Pyämie.

Sektion: Kniegelenk eröffnet, starke Jauchung, vielegrosse Eiterhöhlen am Oberschenkel.

300. C. P., Grenadier vom 1. Garde-Regiment z. F.,verwundet am 18. August 1870 bei St. Privat: Gewehrschussin das linke Knie. Druckverband bei massiger Eiterung. Am31. August heimwärts befördert. S.September: starke Eiterung,hohes Fieber. 20. September: Tod.

301. F. F., Füsilier vom 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiment No. 50, verwundet am 19. Januar 1871 am MontValerien: Gewehrschuss in das rechte Kniegelenk. Verband mitChlorkalklösung, starke Eiterung, mehrmalige Eröffnung vonEitersenkungen. 15. Februar: Schüttelfrost; aus dem Gelenkentleert sich Jauche. 15. März: Tod an Pyämie.

302. J. M., Grenadier vom 4. Garde-Grenadier-RegimeutKönigin, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss in das linke Kniegelenk. Behandlung mit Gyps-verband und Karbolsäurelösung. Ruhrartige Durchfalle führtenam 31. August den Tod an Erschöpfung herbei.

303. C. F., Grenadier vom 3. Garde - Regiment z. F.,verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss