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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Band III. Spez. Theil.
Drei Nachblutungen führten zur Amputation am Ober-schenkel mit tödtlichem Ausgang. Die Absetzung desGliedes geschah nach wiederholten Schlagaderblutangen'),nach Unterbindung der äusseren Darinbeinschlagader mitnachfolgendem Brand 2 ) und nach dem Verluste grosserBlutmengen 3 ) ohne nähere Angaben über die Art derselben.
Im Verlaufe von tödtlicher Pyämie fanden 10 Nach-blutungen statt, G davon aus Schlagadern: Am 4. Tagebei K. (No. 288), in der 3. Woche bei H. (No. 240), beiwelchem die Stillung durch Druck gelang, desgleichen beiA. (No. 287), R. 4 ), S. 5 ) und in der 4. Woche bei v. K. 6 ).Den letzten 4 Verwundeten wurde die Schenkelschlagaderunterbunden. Blutung aus der Unterbindungswunde machtebei S. c ) noch die Schliessung der äusseren Darmbeinschlag-ader durch Faden nöthig. Ausserdem kamen noch 3 Blu-tungen, die von selbst standen, in der 3. Woche (No. 139,201, 289) und 1 in der 6. Woche (No. 193) vor.
Unmittelbar zum Tode führten 6Nachblutungen (No.202,216, 226, 290, 305 und H. 7 ). Bei H 7 ) wurde 14 Tagenach der Verwundung die Unterbindung der Sehenkel-schlagader vorgenommen, 4 Wochen später jedoch tratder tödtliche Ausgang durch Verblutung aus der Knie-kehlenschlagader ein.
Nervenverletzungen durch Kniegelenkschüsse sindnur ganz vereinzelt beobachtet. Die Folgen derselbenzeigten sich bei 3 Verwundeten nach vollendeter Heilung.Kribbeln im ganzen Bein und Muskelzuckungen wurdennach Streifung der hinteren Kapselwand durch die ge-ringste Anstrengung beim Gehen hervorgerufen (No. 27), —Erscheinungen, welche wohl auf eine Verletzung des Stammesoder von Aesten des Schienbeinnerven bezogen werdenkönnen. Lähmung des W a d e n b e i n n e r v e n entstand durchein Geschoss, welches zwischen dem äusseren Knorren desOberschenkels und der Sehne des zweiköpfigen Muskelseintrat (No. 28). Ferner schien eine zwischen Wadenbeiu-köpfchen und Kniescheibe eingedrungene, eingeheilte Kugel
i) Vergl. ebendas S. 208, No. 239.
*) Vergl. ebendas. S. 256, No. 747.
3) Vergl. ebendas. S. 664, Spalte 1, Fall 6 und IV. Band, S. 127XII. A. 12.
•>) Vergl. ebendas. S. 618, No. 99.
») Vergl. ebendas. S. 600, No. 10 und S. 619, No. 16.
«) Vergl. ebendas. S. 613, No. 61.
T) Vergl. ebendas. S. 612, No. 49.
auf den Wadenbeinnerv zu drücken, da sich häufig Taub-heit des Fusses und das Gefühl von Ameisenkriechen be-merkbar machte (No. 230).
Mehrfach wurde das Bein der anderen Seite ge-troffen, indem Kugeln, welche ein Kniegelenk durchbohrthatten, in die Weichtheile des anderen Oberschenkels(No. 161) und bis unmittelbar zum Knochen (No. 181)eindrangen. Beide Kniegelenke wurden 3 mal vondemselben Geschoss verletzt. P. (No. 239) erlitt auf dereinen Seite einen Bruch des Schienbeinkopfes, auf deranderen Streifung der Kniescheibe, B. (No. 232) rechtseine Splitterung des oberen Theils des Schienbeins, linkseine Durchbohrung des Gelenks.') Zerschmetterung beiderKniegelenke durch Granatsplitter sind 2 mal beobachtet(No. 285, 286). Verschiedene Gewehrschüsse brachen denrechten und streiften den linken Oberschenkelknochen beiL. (No. 150).
Uehersicnt der Behandlung und des Ausganges von
32 Blutungen nach Kniegelenkschüssen Deutscher
Verwundeter.
A l-1 der B e h a n d 1 u n g.
Zahl
der
Blutungen
Ohne Operation.......
Unterbindung der Kniekehlen-schlagader ........
Unterbindung der Schenkelschlag-ader ..........
Unterbindung der Schenkel- undäusseren Darmbeinschlagader .
Amputation ohne vorausgegangeneUnterbindung.......
Amputation nach vorausgegangenerUnterbindung.......
Summe
1427153
32
Davon gestorbenan:
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!) Bei einem Franzosen Ch. J. wurde ein Geschoss, welches dierechte Kniekehle durchschlagen hatte, aus dem später angeschwollenenlinken Kniegelenk herausgezogen. (Siehe bei Gurlt, S. 1145, No. 13und im V. Bande dieses Berichtes, S. 525, No. 5.)