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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.

Band III. Spez. Theil.

nach Courcelles-Chaussy schnell vergrösserte. Senkung nachder Kniekehle und bald tödtlicher Ausgang. (Von Koch wurdeMitverletzung des Hüftgelenks angenommen. Vergl. Koch,S. 508; Deininger, S. 320, No. 32.)

50. E. P., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-llegiment.No. 3 : Gewehrschuss. Bruch des rechten Schenkel-halses; am 24. Dezember 1870 aufgenommen im Feldlazarethzu Arniens. Im Januar wurden mehrere Einschnitte zur Ent-leerung grosser Eitermassen gemacht; grosse Eiterhöhle unterdem Schambein; Lagerung im Volkmann'schen Streckapparat;wiederholte unbedeutende Frostanfällc. Der Tod erfolgte am7. April 1871 in Folge der langen, reichlichen Eiterung durchhochgradige Erschöpfung.

57. St., Soldat vom Bayerischen 10. Infanterie-Regiment(Prinz Ludwig). Starb am 2. Oktober 1870 im ReservelazarethAachen in Folge eines Gewehrschusses in den rechtenSchenkelhals. Grosse Verjauchung zwischen den Gesäss-muskeln und Beckenvereiterung. (Vergl. Adenav und Kaveri,Die Barackenlazarethe des Vereins für den RegierungsbezirkAachen im Kriege 1870/71. Aachen 1872, S. 19, wo derselbeohne Namen aufgeführt ist.)

58. St., vom 6. Ostpreussischen Landwehr-Kegiment No. 43:Gewehrschuss dicht unter der linken Leistenbeuge. Ausgangs-öffnung am Gesäss. Bein verkürzt, gebeugt, stark ein-wärts gerollt; Gypsverband; allmälig Jauchung. Tod nach42 Tagen an Septicämie. (Vergl. v. Beck, S. 601, No. 3;v. Langenbeck, S. 63, No. 28; Deininger, S. 318, No. 22.)

59. Deutscher K: Gewehrschusskanal von hinten in daslinke Hüftgelenk eindringend, gestorben an Septicämie.

Sektion: Gelenkkopf durch eine zackige Linievom Halse getrennt, aber nicht weiter zertrümmert. (Vergl.Koch, S. 510; v. Langenbeck, S. 63, No. 25; Deininger,S. 314, No. 4.)

60. Deutscher Kr., verwundet am 18. August bei St. Privat:Gewehrschussbruch des rechten Schenkelhalses mit starkerVerschiebung. Das Geschoss trat unterhalb des Leistenbandesin der Nähe des absteigenden Schambeinastes ein und in derGegend des kleinen Rollhügels aus. Im Feldlazareth wurde am1. September bei einer eingehenden Untersuchung eine grosseMasse höchst übelriechenden Eiters entleert; bald darauf stelltensich ruhrartige Stühle ein, welche am 18. September 1870 denTod herbeiführten.

Sektion: Starke Knochensplitterung; das Hüft-gelenk ist eröffnet, die Knorpel stark angefressen.

61. J. J. N., Feldwebel vom 3. Rheinischen Infantei-ie-Regi-ment No. 29: Gewehrschuss durch den rechten Schenkel-hals. Starb im Februar 1871 an starker Eiterung und Jauchungdes Beines.

62. F. T., Musketier vom 8. Pommerschen Infanterie-Regiment No. 61, verwundet am 29. Januar 1871 durch Gewehr-schuss in die linke Hüfte. Am 3. Februar stand der Schenkelgebeugt, später einwärts gerollt. Geringe Eiterung, dann wieder-holte Schüttelfröste. Am 14. Februar 1871: Starke Blutung ausder jauchenden Wunde, in welcher sich schon Tags vorher etwasBlut gezeigt hatte. Der Tod trat am 20. Tage ein.

Sektion: Die Kugel hatte den Kopf vollständig vomHals getrennt. Das runde Band vereitert, so dass der Kopfaus der Pfanne herausfiel. Der Knorpelüberzug vollständiggeschwunden. Das Becken nicht verletzt. Die Kugel lag mitKnochensplittern in dem Wundkanale. (Vergl. v. Beck, S. 600,No. b 1; v. Langenbeck, S. 63, No. 26, Deininger, S. 318,No. 20.)

63. H. P., Grenadier vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 1. September 1870 bei Sedan:Gewehrschuss in das rechte Hüftgelenk. Im Feldlazareth zuGivonne starke Drehung des Schenkels nach aussen;Lagerung auf gepolsterter Schiene; am 8. Septemberstarke Eiterung, welche bald übelriechend wird; am 13. Sep-teujber Schüttelfrost. Am 17. September: Tod.

64. N. K., Musketier vom 3. Posenschen Infanterie-Regi-ment No. 58, verwundet am 19. Januar 1871: Gewehrschussdurch den Hals des rechten Oberschenkelknochens. ImLazareth Versailles zuerst Anwendung einer Bonnet'schenDrahthose, welche nicht vertragen wurde; ebensowenig dieam 25. Januar in Gebrauch gezogene doppeltgeneigte Ebene;daher Pott'sche Seitenlage; am 28. Januar Jauchung, Schüttel-fröste; am 2. Februar Brand. Am 3. Februar: Tod.

Sektion: Brand des Oberschenkels, Gase in der Schen-kelblutader; Schrägbruch des Schenkelhalses mitSplitterung.

65. K. Seh., Musketier vom 2. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 27, verwundet am 10. Oktober 1870: Gewehrschussin den rechten Oberschenkel. Eintrittsöffnung in der Mitteder Leistenfalte, Bruch des Schenkelhalses. Im Feld-lazareth zu Douzy starke Eiterung, Blutleere; das Geschosssteckt noch; am 11. Oktober Schüttelfrost; am 13. OktoberBenommenheit. Tod am 15. Oktober.

66. S., verwundet am 9. August 1870. Eingang vorn links,handbreit unter dem grossen Rollhügel. Ausgang 1 cm unter demvorderen oberen Darmbeinstachel. Tod am 30. August 1870.

Sektion: Halsbruch. Die untere Bruchfläche reicht vomkleinen Rollhügel bis zur Spitze des grossen. Der Hals hängtnur mit einem Theil der Vorderfläche mit dem Kopfe zusammen.Rundes Band, Knorpel und Beinhaut bis auf geringe Reste zer-stört. (Vergl. Klebs, S. 31, No. 24; v. Langenbeck, S. 65,No. 55; Deininger, S. 326, No. 42.)

67. P., Hauptmann, verwundet am 16. August 1870 durchGewehrschuss. Das linke Hüftgelenk vollständig zerschmettert.Die Kugel hatte den Weg von vorn und aussen nach hintenund innen genommen und den Oberschenkelkopf vom Schenkel-halse getrennt. Auch schienen mehrere Splitter vom Roll-hügel herzurühren. Jede Operation wurde verweigert, nurdurch tiefen Einschnitt Eiter entleert, wobei der zerschosseneHals zu fühlen war. Bei Auflösung des Feldlazarethes zu Vion-ville nach Gorze übergeführt, wurde P. bereits am nächsten Tagvon Ruhr befallen und starb am 29. September 1870. (VerjDeininger, S. 330, No. 56.)

68. O., Musketier vom 5. Ostpreussischen Infanterie-Regiment No. 41, verwundet am 7. Oktober 1870: Gewehrschussin die linke Leistengegend mit Zerschmetterung des Ober-schenkelhalses. Im Feldlazareth Anwendung des Volkmanu-schen Schlittens und Karbolsäureverbaud; das Geschoss wird ander Hinterbacke durch Einschnitt entfernt; bedeutendes Fieber,starke Jauchung. Am 13. Oktober Schüttelfrost, Irrereden; am15. Oktober 1870 Tod.

Sektion: Der Schenkelhals ist vollkommen zer-schmettert, in der Gelenkpfanne findet sich ein von vornnach oben verlaufender Sprung.

69. N., Musketier vom Königs - Grenadier - Regiment(2. Westpreussisches) No. 7, verwundet am 4. August 1870:Gewehrschuss. Eingang vorn unter dem vorderen Darmbein-stachel; Ausgang hinten durch das Gesäss. Lagerung aufdoppelt geneigter Ebene; am 14. August Herausnahme vonKnochensplittern; 15. August Schüttelfrost; 16. August Gelb-sucht. Tod am 13. Tage.

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