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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
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Bandlll. Spez. Theil.

V. Abschnitt: Verletzungen des Hüftgelenks.

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forderlich gemacht und den tödtlichen Ausgang eingeleitet.Durch Erschöpfung gingen 6 Mann zu Grunde. Siewar hervorgerufen durch die Grösse der Verwundung(Zerschmetterung des Oberschenkels bis ins Hüftgelenk)bei M. (No. 16), der noch von kaum geheilten früherenWunden geschwächt, am 6. Tage starb; durch langdauerndeEiterung bei R. (No. 13), P. (No. 56), G. (No. 70), an-scheinend durch Blutungen bei T. (No. 73), da dieSektion Blutleere der inneren Organe ohne wesentlichekrankhafte Veränderungen ergab, und bei W. (No. 91),der 14 Tage vor dem Tode beim Suchen nach derKugel eine starke Blutung erlitten hatte, übrigens danachvon Wunddiphtherie befallen worden war. 4 mal führteBrand den Tod herbei: am 6., 7. bezw. 15. Tage nachder Verwundung (No. 114, 17, 64); bei R. (No. 72) istder Todestag nicht verzeichnet. An jauchiger Phleg-mone starb nach 5 Monaten H. (No. 18), nachdem dieBruchstücke des Schaftes durch Kallus völlig verbundenwaren. Pyämie veranlasste 47 mal (bei 67$ aller Gestor-benen) den Tod, der innerhalb eines Zeitraumes vom5. Tage bis zum 6. Monat nach der Verwundung eintrat.

An Thrombose und Lungenembolie starb4 Wochennach der Verwundung der Franzose L. (No. 22).

Ein Mann endlich (No. 50) ging erst 2 l /i Jahr nachder Verwundung an allgemeiner Tuberkulose undamyloider Entartung zu Grunde, die sich bei der lang-dauernden Eiterung entwickelt hatten.

Am grössten war die Sterblichkeit in der 3. bis5. Woche: nach 14 Tagen erlagen 9, nach 3 Wochen13 und nach 4 Wochen 15 Mann. Sehr schnell, am5. Tage nach der Verwundung, trat bei Seh. und S.(No. 65 und 87), am 8. Tage bei 0. (No. 87) der Todein. Ausserdem erlagen 2 Franzosen (No. 77 und 95),von welchen der letztere zugleich eine Zerschmetterungdes Ellenbogengelenks erlitten hatte, am 5. bezw. 11. Tage.Langsam verlaufende oder später einsetzende Pyämie führte2 mal nach 6 Wochen (No. 9 und 58), nach 3 Monaten

(No. 104), nach 3'A Monaten (No. 54), nach 4 Monaten(No. 6 und 27) und endlich nach 5Vi Monaten, nachdemdie schon geheilten Wunden von Neuem aufgebrochenwaren (No. 82), den tödtlichen Ausgang herbei.

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Summe 73

2. Todesursache.Es starben an:

Ruhr.......... 5

Bauchfellentzündung..... 3

Schock ......... 1

Starrkrampf........ 1

Herzschlag........ 1

Ph - schöpfung ........ 6

Brand.......... 4

jauchiger Phlegmone..... 1

Pyämie......... 47

allgemeiner Tuberkulose ... 1

ohne Angabe....... 3

Summe 73

In den Lazarethen des Kriegsschauplatzes starben 29,in den Reservelazarethen 24 Verwundete; 20 mal ist derOrt, an welchem der Tod erfolgte, nicht ersichtlich.

Kasuistik.

A. Kapselverletzungen ohne Knochenbetheiligung.

1. H. M., vom Sächsischen Schützen- (Füsilier-) RegimentNo. 108, verwundet am 2. Dezember 1870 bei Villiers:Gewehrschuss. Eingang vorn links 4 cm unterhalb des oberenDarmbeinstachels, in der Mitte zwischen- demselben und demgrossen Rollhügel; Ausgang in der Gegend des aufsteigendenAstes des Sitzbeines derselben Seite. Im Lazareth in Hom-burg v. d. H. ging der Verwundete während der ersten 8 Tageherum, klagt nur über Schmerz in Knie- und Hüftgelenk, danntrat hohes Fieber und starke Eiterung ein; Zugstreckung inRückenlage.

23. März 1871: Wunden geheilt. Gelenk fast steif.Keine Verkürzung. (Jung schon rechtgut. (Vergl. v. Langen-heck, S. 19, No. 4.)

2. v. d. B., Lieutenant, verwundet am 10. August 1870bei Mars la Tour: (iewehrschuss. Die Kugel trat hinterdem grossen Rollhügel in der Richtung nach dem Hüftgelenkein und blieb stecken. Am 17. September zurückbefördert.Bei der Heilung war das Gelenk in Streckung steif, dervordere obere Darmbeinstachel stand 3 cm höher als der deranderen Seite, Verkürzung war nicht eingetreten, v. d. B. thatspäter wieder Dienst. (Vergl. v. Langenbeck, S. 52, No. 15.)

0. J. S., vom Bayerischen 12. Infanterie-Regiment (KöniginAmalia von Griechenland), verwundet am 2. Dezember 1870:Gewehrschuss. Eingang der Kugel links hinter dem grossenRollhügel. Ausgang dicht unter dem Schenkelbande, 3 cmvom Schambeinhöcker derselben Seite entfernt. Sehr starkeSchwellung des Gelenks und des ganzen Schenkels. Seiten-lage, Eis. Heilung mit Gelenksteifheit. Bein in Beugung

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