Band III. Spez. Theil.
IV. Abschnitt: Verletzungen des Handgelenks.
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59. W., Gefreiter vom 3. Westfälischen Infanterie-RegimentNo. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss, in den Ballen der linken Hand eindringend undnach Bruch mehrerer Handwurzel- und Mittelhand-knochen an der Speichenseite, in der Nähe des Handgelenks aufdem Handrücken, austretend. Geheilt. Bedeutende Auftreibungder Handwurzelknochen, Steifheit des Handgelenks,Bewegungslähmung sämmtlicher 5 Finger. Verstümmelt.(Vergl. Berthold, S. 519, No. 2.)
60. Seh., Jäger vom Sächsischen 2. Jäger-Bataillon No. 13,verwundet am 1. September 1870: Gewehrschuss in das linkeHandgelenk mit Verletzung der Handwurzel und des 1.und 2. Mittelhandknochens. Geheilt.
Befund im September 1871: Beträchtliche Abmagerung des
«Armes, Handgelenk steif, Daumen und Zeigefinger steif, ohneGefühl, die übrigen Finger schwer beweglich. Dauernd ganz-invalide, dauernd gänzlich erwerbsunfähig, dauernd einfach ver-stümmelt. (Vergl. Evers.)
61. B., Grenadier vom Sächsischen 2. Grenadier-Regiment(Kaiser Wilhelm, König von Preussen) No. 101, verwundet am18.August 1870: Gewehrschuss ins rechte Handgelenk mitVerletzung der Handwurzel und des 2. bis 5. Mittelhand-knochens. Geheilt.
Befund im Oktober 1871: Starke Auftreibung und be-schränkte Beweglichkeit des Handgelenks; wegenSteifheit der Gelenke zwischen Mittelhandknochen und denGrundgliedern der Kinger kann die Hand nicht geschlossenwerden. Dauernd ganzinvalide, dauernd gänzlich erwerbsunfähig.(Vergl. Evers, S. 379, No. 60.)
62. C., Schütze vom Sächsischen Schützen- (Füsilier-)Regiment No. 108, verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehr-schuss ins rechte Handgelenk mit Verletzung der Handwurzelund des 4. und 5. Mittelhandknochens. Geheilt.
Befund im März 1872: Mittelhand und Handgelenk starkaufgetrieben, beschränkte Beweglichkeit des letzteren. Dauerndganzinvalide, dauernd grösstentheils erwerbsunfähig. (Vergl.Evers, S. 379, No. 61.)
63. D., Lieutenant, verwundet vor Beifort: Schuss durchdas linke Handgelenk und die Mittelhandknochen.Eingang oberhalb des Ellenendes. Oeffnung des Gelenkes,Zertrümmerung des 2. und 3. Mittelhandknochens.Ausgang über dem Grundgelenk des Zeigefingers. Später inBreslau behandelt; starke Schwellung, Einschnitte, Herausnahmevon Knochensplittern; Schüttelfröste, gelbliche Färbung, Kräfte-verfall; tiefe Phlegmone an Hand und Unterarm, Einschnitte;darauf langsamer Heilungsverlauf. Handgelenk steif, Fingerwenig beweglich, das Glied unförmlich und wenig brauchbar.(Vergl. H. Fischer, Erfahrungen, S. 156, No. 223.)
64. K., Soldat vom Württembergischen 1. Infanterie-Regiment Königin Olga: Gewehrschuss durch das Handgelenk.Eintritt unmittelbar über dem unteren Ende der Elle. Austrittam oberen Ende des 2. Mittelhandknochens. Bruch diesesKnochens und der benachbarten Handwurzelknochen. ImSommer 1871: Handgelenk steif, es bestehen noch einzelneFisteln, die gegen die Handwurzelknochen führen, an denenaber mit der Sonde Knochenfrass nicht nachzuweisen war.(Vergl. Stoll, S. 197.)
65. F. W., Wehrmann vom 6. Ostpreussischen Landwehr-Regiment No. 43: Gewehrschuss durch das rechte Handgelenkund die Mittelhan dknochen. Eintrittsöffnung ellenseitsüber dem Handgelenk, Austrittsöffnung in der Hohlhand;
Sauitäts-Bericht üher die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.
Phlegmone der Hand machte einige Einschnitte nöthig. Nach4 Wochen zurückbefördert bei sehr gutem Aussehen der Wunden.Geheilt. (Vergl. v. Beck, S. 593, No. 3.)
D. Schussbrüche der Handwurzel und des Gelenks
ohne nähere Angabe der verletzten Theile.
66. v. K., Major, verwundet am 7. Oktober 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch das rechte Handgelenk. Wurde sechsWochen im Lazareth zu Talange, später in Görlitz behandelt,konnte erst im Oktober 1871 wieder in Dienst treten.
Am 13. März 1876: Kleine, festsitzende, eingezogene Ein-schussnarbe an der Beugefläche des Handgelenks neben demunteren Ende der Elle, ferner etwa 3 cm nach der Speichenseitehin eine zweite, runde, 1 cm im Durchmesser haltende, tief-eingezogene Einschnittnarbe auf der Rückenüäche der Hand-wurzel und endlich die vom oberen Ende des Mittelhand-knochens des rechten Daumens nach der Ellenseitedes Gelenks hin verlaufende, festsitzende, 4 cm lange, quereAusschussnarbe. Die Hand steht schief, so dass sie an derSpeichenseite mit dem Vorderarm einen stumpfenWinkel bildet; das Gelenk ist fast ganz steif, in demselbennur eine ganz geringe Beugung möglich; die Finger könnengestreckt, doch aktiv nicht vollständig gebeugt werden, so dassdie Schliessung der Hand unmöglich ist. Die Beugefähigkeitdes Daumens ist ebenfalls beschränkt, doch kann derselbe aktivan den Zeigefinger gelegt werden, wodurch ein Fassen und Fest-halten von Gegenständen auf kurze Zeit ermöglicht wird. Dieganze Hand zeigt grosse Schwäche, auch verminderte Wärmeund schwillt zuweilen an; die Gebrauchsfähigkeit derselbenist daher in ziemlich hohem Grade behindert. Dauernd ganz-invalide.
67. W. W., Füsilier vom Leib-Grenadier-Regiment(1. Brandenburgisches) No. 8, verwundet am 16. August 1870bei Mars la Tour: Gewehrschuss durch die Speichenseite desrechten Handgelenks von vorn nach hinten. Heilung bis17. Oktober 1870. Das Gelenk war steif, doch die Hand gutbrauchbar.
68. A. K., Füsilier vom Brandenburgischen Füsilier-Regiment No. 35, verwundet am 16. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch das rechte Handgelenk. Die Kugel tratan der Rückenseite unterhalb der Speiche ein und an der Vorder-seite der Elle aus. Anfangs Anwendung von Eis bei ziemlichhohem Fieber. Am 17. September 1870 Phlegmone, durchwelche Einschnitte nöthig wurden; darauf ging die Heilung bis14. Oktober sehr rasch von statten. Das Gelenk blieb steif.
69. M. Gr., Grenadier vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment No. 1, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussdurch das rechte Handgelenk von der Rücken- zur Beuge-seite. Im Reservelazareth Quedlinburg starke Anschwellung;Behandlung mit Eis und übermangansaurem Kali; mehrfacheEitersenkungen. Am 18. Oktober 1870 geheilt.
70. C. G., Sekondlieutenant, verwundet am 16. August 1870bei Mars la Tour: Gewehrschuss an der linken Handwurzel vonder inneren zur hinteren Seite; ausserdem noch 3 Fleisch-schüsse. G. lag 20 Stunden unverbunden auf dem Schlachtfeld.Im Feldlazareth Mars la Tour reichliche, aber gute Eiterungunter Karbolsäure verband; am 6. September 1870: Gypsverband.Am 17. September 1870 bei gutem Befinden zurückbefördert.Heilung.
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