Band III. Spez. Theil.
IV. Abschnitt: Verletzungen des Handgelenks.
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11. R. M., Sergeant vorn Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussdurch das rechte Handgelenk mit Streifung derVorderarmknochen. Starke Schwellung und Eiterung; hohesFieber; Einschnitte zur Entleerung von Eiter. Am 28. Sep-tember Rose. Am 8. November 1870 geheilt mit Spannungder Sehnen.
12. IL, Unteroffizier vom Sächsischen 2. Grenadier-Regi-ment (Kaiser Wilhelm, König von Preussen) No. 101, verwundetam 18. August 1870: Gewehrschuss ins rechte Handgelenk mitVerletzung der Handwurzel- und beider Vorderarm-knochen, (ieheilt.
Befund im Juli 1872: Beträchtliche Abmagerung des Vorder-arms und der Hand, Gelenk in gerader Linie steif, Daumenganz unbeweglich, die übrigen Finger nur im 2. Gelenk beweg-lich. Dauernd ganzinvalide, gänzlich erwerbsunfähig, einfachverstümmelt. (Vergl. Evers, S. 380, No. 69.)
2. Speiche.
13. G, Musketier vom 2. Rheinischen Infanterie-RegimentNo. 28: Splitterbruch des unteren Drittels der Speichemit Splitterung bis ins Gelenk. Im Feldlazareth wurdenwegen grösserer Eiteransammlungen wiederholt tiefere Ein-schnitte am Arm und an der Hand gemacht; das Handgelenkwar stark entzündet. Nach langer, reichlicher Eiterung schwollder Arm im dauernden Wasserbade ab; das Allgemeinbefindenbesserte sich. C. wurde geheilt.
14. L., Füsilier vom 3. Westfälischen Infanterie-RegimentNo. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss. Eintritt auf der Rückseite, 1 cm über dem rechtenHandgelenk; Zerschmetterung der Speiche. Austritt ander Beugeseite, 2'/2 cm über dem Gelenk. Geheilt. Das Gelenkist steif in Beugung nach der Speichenseite, Finger nur sehrwenig beweglich. (Vergl. Berthold, S. 518, No. 6.)
15. E. G.,- Füsilier vom 4. Rheinischen Infanterie-RegimentNo. 30, verwundet am 9. Januar 1871 bei Villersexel: Gewehr-schuss durch den rechten Oberarm mit starker Blutung; Ge-wehrschuss durch das linke Handgelenk, dessen Eingangs-öffnung in der Mitte der Beugeseite, die Ausgangsöffnung an derAussenseite des Gelenks ist; Zerschmetterung der Speiche.G. war bis 28. Januar 1871 in Gefangenschaft. Im Feldlazarethzu Döle beträchtliche Blutleere, starke Eiterung an der Handund dem Vorderarm, Einschnitte wegen Eiterverhaltung.15. Februar: Lagerung auf gepolsterter Handschiene, wodurchdie vorher sehr heftigen Schmerzen etwas geringer werden,die Eiterung lässt allmälig nach. 6. März: Aus der Wundedes rechten Oberarms ziemlich starke Nachblutung. EndeApril geheilt. Das Handgelenk ist steif in Winkelstellungnach der Speichenseite.
16. K. IL, Grenadier vom 1. Garde-Regiment z. F., ver-wundet am 18. August 1870 bei St. Privat: Gewehrschuss inden rechten Vorderarm. Das Geschoss trat 7 cm oberhalbdes Handgelenks ein und am Griffelfortsatz der Speicheaus, das untere Ende derselben zerschmetternd. DieHeilung war erst am 9. Oktober 1871 beendet. Das Handgelenkblieb steif, das Hautgefühl der Hand gestört, die Temperaturherabgesetzt, nur der 1. und 5. Finger etwas beweglich, dieübrigen ebenfalls steif.
17. B. IL, Musketier vom 8. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 57, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss. Das unterste Ende der rechten Speiche
ist abgesplittert. Die Heilung trat nach langer Zeit mitziemlich guter Beweglichkeit des Gelenks ein, der Zeigefingerwar steif.
18. H, Musketier vom 4. Westfälischen Infanterie-RegimentNo. 17, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Granatsplitterverletzung am linken Handgelenk mit Bruchder Speiche. Geheilt mit völliger Steifheit des Gelenks undder Finger. (Vergl. Berthold, S. 518, No. 8.)
19. M. N., Musketier vom 6. Ostpreussischen Infanterie-Regiment No. 43, verwundet am 1. September 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch das rechte Handgelenk mit mehrfacherSplitterung des unteren Endes der Speiche. Am 5. Sep-tember wurden im Reservelazareth Kreuznach Knochensplitterentfernt, die Hand auf einer Holzschiene festgestellt und dieWunden mit Karbolsäurelösung verbunden; es bildeten sichmehrere Eiterherde, welche eingeschnitten wurden. AnfangNovember waren die Wunden geheilt.
20. R. H, Grenadier vom 2. Schlesischen Grenadier-Regiment No. 11, verwundet am 11. Januar 1871: Gewehr-schuss durch das linke Handgelenk mit Splitterung desunteren Endes der Speiche. Im Reservelazareth Wetzlareine Zeit lang mit Kreosotwasser verbunden. Mit Steifheit desGelenks und Muskelschwund am Unterarm und der Hand ge-heilt am 29. Mai 1871.
21. W. H, Musketier vom Sächsischen S.Infanterie-Regi-ment (Prinz Friedrich August) No. 104, verwundet am 30. No-vember 1870 bei Villiers: Gewehrschuss durch das rechteHandgelenk. Eintritt am Griffelfortsatz der Speiche;Austritt auf der Rückenseite. IL befand sich bis 1. Februar 1871in Gefangenschaft, später im Reservelazareth Diez und Leipzig.Am 6. März 1871 geheilt. Später Badekur in Augustusbad.Die Bewegungen des Handgelenks waren in ziemlich erheblichemGrade beeinträchtigt.
22. J. K., Soldat vom Bayerischen 1. Infanterie-Regiment(König), verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehrschuss durchdie linkeHandwurzel. Das Geschoss ging fast quer hindurch,streifte das untere Ende der Speiche und trat auf dem Hand-rücken aus. Im Feldlazareth phlegmonöse Entzündung, welchemit grossen Einschnitten und Handbädern behandelt wurde.Von der Speiche lösten sich mehrere Splitter ab; Fest-stellung der Hand auf einem Handbrett. 31. Dezember 1870:Bedeutende Besserung. K. wurde geheilt.
23. F., Jäger vom Sächsischen 2. Jäger-Bataillon No. 13,verwundet am 1. September 1870: Gewehrschuss, welcherrechts den 1. Mittelhandknochen, die Handwurzel, dasHandgelenk und die Speiche verletzte. Geheilt.
Befund im Oktober 1871: Massige Abmagerung des Armes,Hand- und Fingergelenke völlig unbeweglich. Dauernd ganz-invalide, dauernd grösstentheils erwerbsunfähig. (Vergl. Evers,S. 378, No. 49.)
24. G. D., Gefreiter vom Sächsischen 6. Infanterie-RegimentNo. 105, verwundet am 1. September 1870 bei Sedan: Gewehr-schussbruch des rechten Handgelenks. Am 3. September 1870Entfernung des Gelenkknorpels der Speiche und vonKnochensplittern; Verband mit Karbolsäure. Bei massigerEiterung ziemlich rasche Heilung bis Ende Oktober.
25. P., Jäger vom Sächsischen 2. Jäger-Bataillon No. 1 ?>,verwundet am 21. Dezember 1870: Gewehrschussverletzung deslinken Handgelenks und der Speiche. Geheilt.
Befund im November 1871: Massige Abmagerung desVorderarms und der Hand; die Hand nur in geringem Grade