712
VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Band III. Spez. Theil.
kommener Steifheit des Gelenks im Reservelazareth Hamburgbis 22. Februar 1871 beendet.
134. W. A., Musketier vom 1. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 26, verwundet am 30. August 1870 bei Beaumont:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Am12. September im Reservelazareth Bernburg angekommen, wo-selbst A. ein gastrisches Fieber überstand. Geheilt am 16. No-vember; das Gelenk steif.
135. F. S., Musketier vom 8. Pommerschen Infanterie-Regiment No. 61, verwundet am 23. Januar 1871 bei Dijon:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Ein-tritt der Kugel dicht unter dem Hakenfortsatz, Austritt vornunterhalb des Gelenks. Im Feldlazareth zu Chatillon heftigeEntzündung und Schmerzen; Eis. 10.Februar: Gute Eiterung;Schienenverband. 15. Februar: Eiterherd eröffnet. 11. März:Im Reservelazareth Hamburg noch Schwellung und Eiterung;Karbolsäureverband. Bis 22. April erfolgte die Heilung; esblieb Steifheit des Gelenks zurück.
136. F. K., Gefreiter vom 6. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 43, verwundet am 1. September 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk. Kugel4 cm unterhalb des Köpfchens der Speiche ein-, innen hintenam Oberarm, 5 cm oberhalb des Hakenfortsatzes ausgetreten.25. Oktober: Im Reservelazareth Eisleben starke Schwellung;Gypsverband an den rechtwinklig gekrümmten Arm. 10. No-vember: Wunden geheilt; noch besteht Anschwellung der ganzenGelenkgegend. Am 18. Januar 1871 entlassen; das Ellenbogen-Gelenk und die Hand steif.
137. M. J., Musketier vom 4. Posenschen Infanterie-Regi-ment No. 59, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Gewehr-schuss durch das linke Ellenbogengelenk. Kam am 9. Augustim Reservelazareth Weilburg an; die Eiterung wurde hier sehrreichlich und übelriechend; Behandlung im Gypsverband. ImSeptember wiederholt Bildung von Eiterherden, zahlreiche Ein-schnitte. Im Oktober noch kleine Knochensplitter entfernt.Am 21. November geheilt; das Gelenk ist fast vollkommen steif.
138. J. IL, Musketier vom 1. Hanseatischen Infanterie-Regiment No. 75, verwundet am 8. Dezember 1870 bei Orleans:Gewehrschuss am linken Ellenbogen. Eintritt an der Innen-seite. Austritt an der Aussenseite etwas oberhalb des Gelenks.Im Reservelazareth Altenburg am 19. Dezember 1870 hohesFieber und starke Eiterung, mehrmals Eröffnung von Eiter-herden. Am 18. März 1871 mit Steifheit des Gelenks geheilt.
139. W. I., Musketier vom 6. Thüringischen Infanterie-Regiment No. 95, verwundet am 12. Januar 1871 vor Le Mans:Gewehrschuss durch den linken Ellenbogen. Die Kugel istan der Beugeseite des Gelenks ein-, über dem Hakenfortsatz aus-getreten. Mehrmals Entfernung von kleinen Knochensplittern,Eiterbildung am Oberarm und Fieber; im März wieder Eröffnungeines Eiterherdes. Dauerbäder. Am 20. März 1871 Schüttel-frost und Rose. Am 6. Mai 1871 Wunde geheilt; das Ellenbogen-gelenk ist steif, die Finger der linken Hand schwer beweglich.
140. K. C, Füsilier vom 1. Garde-Regiment zu Fuss, ver-wundet am 18. August 1870 bei St. Privat: Gewehrschuss indas rechte Ellenbogengelenk. Im Reservelazareth Potsdamim November Eiterung und Entfernung kleiner Knochensplitter.
Heilung im Februar 1871 mit fast vollkommener Steif-heit und Unbrauchbarkeit des Gelenks; die Hand ist in ihrenBewegungen nicht behindert.
141. K. T., Gefreiter vom 1. Westpreussischen Grenadier-Regiment No. 6, verwundet am 6. Dezember 1870 vor Paris:
Gewehrschuss, hinten am Vorderarm unterhalb desGelenks eindringend; Austritt zwei Finger breit oberhalbdes Gelenks. Im Verlaufe der Behandlung im ReservelazarethFrankfurt a. M. mehrmals Eiterherde durch Einschnitt eröffnet.Am 1. Juni 1871 geheilt; das Gelenk ist fast völlig steif.
142. J. B., Musketier vom 3. Hessischen Infanterie-Regi-ment No. 83, verwundet am 11. Januar 1871 vor Le Mans:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. DieKugel trat an der Ellenseite vorn unterhalb des Gelenks einund am Oberarm hinten über dem Gelenk aus. Behandlung mitGypsverband. Am 25. Februar 1871 Einschnitte in Eiterherde.Armbäder. Am 22. Juli 1871 Heilung; das Gelenk ist steif, esbesteht starke Kallusbildung und erhebliche Abmagerung desganzen Armes.
143. H. K., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenkvon der Beuge- zur Rückenseite. Aus dem ReservelazarethHannover am 10. März 1871 mit vollkommener Steifheit des Ge-lenks geheilt entlassen; Gefühls- undBewegungsstörungen.
144. J. G., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Marsla Tour: Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogen-gelenk. Im Reservelazareth Hannover am 29. März 1871 nochEiterung und Entfernung von Knochensplittern. Am 11. Mai1871 geheilt mit vollkommener Steifheit des Ellenbogengelenks;Handgelenk steif.
145. F. G., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3, verwundet am 1. September 1870: Gewehr-schuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Eintritt amHakenfortsatz, Austritt in der Ellenbogenbeuge.
G. wird erst im August 1871 aus dem GarnisonlazarethTrier entlassen; es besteht noch eine Fistel, durch welche manauf rauhen Knochen gelangt; Gelenk vollständig steif, Gelenk-enden der Knochen verdickt, Muskeln ziemlich abgemagert;das Handgelenk ist aktiv unbeweglich, die Finger stehen inStreckung und können nur mit Mühe etwas gebeugt werden.
146. J. B., Jäger vom Grossherzoglich Hessischen Jäger-Bataillon No. 2, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Heilte biszum 31. Dezember 1870 mit Steifheit und Verkrümmung desGelenks, bedingt durch Muskelverkürzung; die Narbensind mit dem unterliegenden Gewebe verwachsen.
147. A. K., Gefreiter vom 6. Ostpreussischen Landwehr-Regiment No. 43, verwundet am 15. Januar 1871 bei Montböliard:Gewehrschuss durch das linkeEllenbogengelenk. Heilung.
Befund im Juni 1871: Steifheit des Gelenks, Lähmungsämmtlicher Finger der rechten Hand.
148. J. B., Grenadier vom Grenadier-Regiment Kronprinz(1. Ostpreussisches) No. 1: Gewehrschuss durch das Ellen-bogengelenk. B. wurde am 2. Februar 1871 aus dem Re-servelazareth Speyer mit Steifheit des Gelenks geheilt entlassen.
141). A. Seh., Musketier vom 2. Niederschlesischen Infanterie-Regiment No. 47: Gewehrschuss in das linke Ellenbogen-gelenk. Am 8. März 1871 aus dem Reservelazareth Basedowgeheilt entlassen; es bestand Steifheit des Gelenks.
150. C. W. R., vom 2. Westfälischen Infanterie-RegimentNo. 15 (Prinz Friedrich der Niederlande): Gewehrschuss durchdas linke Ellenbogengelenk und Streifschuss an der linkenSeite. Heilungsverlauf im Reservelazareth Lübeck sehr lang-dauernd; das Gelenk blieb steif.