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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
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Band III. Spez. Theil.

III. Abschnitt: Verletzungen des Ellenbogengelenks.

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151. F. F., Musketier vom 5. Ostpreussischen Infanterie-Regiment No. 41, verwundet am 19. Januar 1871 bei St. Quentin:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk voneiner Seite zur andern. Die Heilung erfolgte mit Steifheit desGelenks. Im Jahre 1872 brachen die Narben wieder auf;mehrere Knochensplitter wurden entfernt.

152. F. N., Musketier vom Sächsischen 8. Infanterie-Regi-ment No. 107, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk vonhinten oben nach vorn. Im Feldlazareth Ste. Marie aux chenesund im Reservelazareth Gelle starke, laugdauernde Eiterungund Entfernung zahlreicher Knochensplitter. Später Badekur.

Im August 1871 vollkommene Steifheit des Ellenbogen-gelenks, erhebliche Abmagerung der Muskulatur, unvollkommeneSteifheit des Handgelenkes und der Finger. Dauernd gänz-invalide, gänzlich erwerbsunfähig, einfach verstümmelt. (Vergl.Evers, S. 376, No. 35.)

153. F. P., Musketier vom 6. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 55, verwundet am 14. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk mitKnochenverletzung. Heilung.

Befund im März 1871: Steifheit des Ellenbogengelenks,Unbrauchbarkeit der Hand.

154. F. R., Musketier vom 8. Braudenburgischen Infanterie-Regiment No. 64 (Prinz Friedrich Karl von Preussen), verwundetam 16. August 1870 bei Vionville: Gewehrschuss durch daslinke Ellenbogengelenk. Heilte bis Anfang Oktober 1870mit vollkommener rechtwinkeliger Steifheit.

155. W. L., Grenadier vom 2. Garde-Regiment zu Fuss,verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss in das rechteEllenbogengelenk. L. war am 13. November 1870 geheilt,der Arm in gebeugter Haltung steif.

156. B. W., Portepeefähnrich vom 5. Pommerschen In-fanterie-Regiment No. 42, verwundet am 2. Dezember 1870 beiVilliers: Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogen-gelenk von vorn nach hinten.

Am 5. Januar 1871 im Reservelazareth Berlin Schienen-verband, Schwebe, Desinfektion mit Karbolsäure und Kalihypermang.; am 16. Januar 1871 leichte Wunddiphtherie;im März Dauerbäder. Am 29. April 1871 geheilt mit steifem,gebeugtem Arm.

lo7. K. R., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3, verwundet am 14. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss in das rechte Ellenbogengelenk. ImReserve-lazareth Insterburg Ende September die Kugel entfernt.

Am 2. Februar 1871 Heilung; rechtwinklige Steifheit desGelenkes.

lo8. H. B., Füsilier vom 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment No. 74, verwundet am 6. August 1870 bei Spicheren:Gewehrschussbruch des rechten Ellenbogengelenks. ImOktober 1870 im Reservelazareth Halberstadt: Vergrösserungder Wunden unter brandige 1 m Gewebszerfall; Karbolölverband.

Heilung erst im April 1871 beendet; Gelenk in halber Beuge-stellung, nur geringe Beweglichkeit.

159. A. Seh., Gefreiter vom 8. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 57, verwundet 16. August 1870 bei Mars laTour:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk.

Noch im März 1871 Entfernung von Knochensplittern;gegen die bestehenden Fisteln wurden Salzbäder gebraucht.Am 16. Mai 1871: Wunden geheilt, Abmagerung des Armes,rechtwinklige Steifheit des Gelenks.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

100. J. Seh., Füsilier vom 1. Oberschlesischen Infanterie-Regiment No. 22, verwundet am 23. September 1870 vor Paris:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk. Wurdeam 19. Juli 1871 geheilt mit rechtwinkliger, fast vollkommenerSteifheit des Gelenks aus dem Reservelazareth Frankfurt a. M.entlassen.

KU. M. K., Unteroffizier vom 6. Ostpreussischen Landwehr-Regiment No. 43, verwundet am 14. August 1870 vor Metz: Ge-wehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Heilung.

Befund 1873: Steifheit im Gelenk fast vollkommen,rechtwinklige Stellung; Bewegungen im Handgelenk aktiv un-möglich, passiv fast frei; der 3., 4. und 5. Finger stehen inBeugung und können aktiv nicht gestreckt werden; Störungdes Hautgefühls.

162. J. P., Füsilier vom Mecklenburgischen Füsilier-Regiment No. 90, verwundet am 8. Dezember 1870 bei Orleans:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk voninnen nach aussen. Am 21. Dezember 1870 im ReservelazarethAschersleben starke Eiterung; tiefe Einschnitte, Verband mitChlorwasser.

Am 4. April 1871 Heilung; das Gelenk ist in Drittel-beugung steif.

163. J. W., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 30. November 1870: Gewehr-schuss durch das linke Ellenbogengelenk. Eintrittder Kugel am inneren Knorren. Austritt an der Aussenseite desHakenfortsatzes. Am 3.Dezemberl870 starke Eiterung; Lagerungauf Esmarch'scher Resektionsschiene; am 29. Dezember 1870Eröffnung einiger Eiterherde. Am 5. Januar 1871 Rose; am25. Januar 1871 Gypsverband. Die Eiterung nahm mehr undmehr ab; am 7. Februar 1871 zurückbefördert. W. wurdeAnfang Mai 1871 mit stumpfwinkliger Steifheit geheilt entlassen.

164. A. v. T., Unteroffizier vom 3. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss durchden linken Ellenbogen vom oberen Ende der Elle zurInnenseite des Oberarms. Behandlung im Dauerbade, Entfernungvon Knochensplittern, Bildung von Eiterherden; bei wechselndemBefinden langsame Heilung bis 4. Januar 1871; das Gelenk iststeif und steht in einem Winkel von 130 °.

165. L. D., Gefreiter vom 6. Pommerschen Infanterie-Regiment No. 49, verwundet am 1. Februar 1871 bei Pontarlier:Gewehrschuss quer durch die Weichtheile der vorderen Brust-seite und durch das rechte Ellenbogengelenk. Heilung.

1872: Gelenk steif, Nervenschmerzen im Bereich der Ellen-nerven; Hand steif, 3., 4. und 5. Finger gelähmt. (Vergl.Neubauer, S. 205, No. 5.)

166. F. M., vom 1. Badischen Leib-Grenadier-RegimentNo. 109, verwundet am 5. Januar 1871: Gewehrschuss durchdas rechte Ellenbogengelenk mit Knochenverletzung.Geheilt mit Verwachsung der Gelenkenden der Knochen. DerArm ist zum Arbeiten fast ganz unbrauchbar. (Vergl. v. Beck,S. 589, No. 3.)

167. T., vom 1.Badischen Leib-Greuadier-RegimentNo. 109:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk mitBruch.Herausnahme von Splittern. Heilung mit Steifheit. (Vergl.v. Beck, S. 590, No. 9.)

168. W., vom 2. Badischen Grenadier-Regiment No. 110:Gewehrschuss mit Eröffnung des rechten Ellenbogen-gelenks. Austritt von Gelenkflüssigkeit. Heilung mit theil-weiser Lähmung der Hand und behinderter Streckung im Ellen-bogengelenk wegen Verletzung von Muskeln und Nerven. (Vergl.v. Beck, S. 588, No. 2.)

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