Band III. Spez. Theil.
III. Abschnitt: Verletzungen des Ellenbogengelenks.
711
116. F. L., Musketier vorn 3. Westfälischen Infanterie-Regi-ment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars laTour:Gewehrschuss. Die Kugel trat am linken Ellenbogen einund am äusseren Knorren vorn an der Ellenseite aus. Am21. August im ßeservelazareth Hannover starke Entzündung;bei Anwendung von Eis sehr rasche Besserung. Wurde geheilt.
117. K. W., Musketier vom 2. Rheinischen Infanterie-Regi-ment No. 28: Bruch des rechten Ellenbogengelenks durchGewehrschuss. Am 6. Januar 1871 im Feldlazareth zu Amiensaufgenommen; das Geschoss wurde entfernt; allmälige Heilungbei guter Eiterung. Geheilt entlassen.
118. F. B., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3, verwundet am 1. September 1870 vor Metz:Gewehrschuss ins linke Ellenbogengelenk. Im Reserve-lazareth Jülich mit Gypsverband behandelt und geheilt.
119. A. J., Grenadier vom Colbergschen Grenadier-Regiment(2. Pommersches) No. 9, verwundet am 1. Februar 1871: Ge-wehrschussbruch des rechten Ellenbogengelenks. Die inAussicht genommene Gelenkresektion wurde von J. nicht zu-gegeben. Entfernung von Knochensplittern; Verband mit Karbol-säurelösung. Ende Februar Rose. 27. März: Wohlbefinden;zurückbefördert. Wurde geheilt.
120. J. F., Grenadier vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussdurch den rechten Ellenbogen. Kam am 24. August imReservelazareth an; das Gelenk zerbrochen, beginnender Brand.Lange bestand grosse Lebensgefahr, vom 16. Oktober ab Besse-rung; Behandlung mit Gypsverband; allmälige Heilung.
121. J. 0., Musketier vom 7. Ostpreussischen Infanterie-Regiment No. 44, verwundet am 27. November 1870 bei Amiens:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. ImReservelazareth Hagenow im Dezember starke Absonderungdünnflüssigen Eiters, ziemlich bedeutende Schwäche; warmeDauerbäder. 20. Januar 1871: Wunden geschlossen, Kräfte-zustand besser, Beweglichkeit des Gelenks gering.
122. H. Seh., Füsilier vom Magdeburgischen Füsilier-Regiment No. 36, verwundet am 18. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss quer durch das rechte Ellenbogengelenkvon aussen nach innen. Am 25. August im ReservelazarethStolp starke Anschwellung; kalte Umschläge. 27. August:Hohes Fieber, Brandblasen am Unterarm; Bleiwasser. 5. Sep-tember: Abnahme der Geschwulst, reichliche Absonderung gutenEiters. 15. September: Wohlbefinden; Karbolsäure verband.14. Oktober: geheilt. Beugung und Streckung sind sehr be-hindert, doch ist Besserung zu erwarten.
123. A. K., Füsilier vom 2. Garde-Regiment z. F., ver-wundet am 18. August 1870 bei St. Privat: Gewehrschuss insrechte Ellenbogengelenk; Kugel vorn ein-, hinten zwischeninnerem Knorren des Oberarmes und Hakenfortsatz aus-getreten. Wunden in 9 Wochen geheilt; das Gelenk war fastvöllig steif, doch hatte sich bis zum 25. März 1871 die Be-wegungsfähigkeit bedeutend gebessert.
124. II. H., Gefreiter vom 3. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 66, verwundet am 31. August 1870 beiBeaumont:Gewehrschuss durch das linke Ellenbogengelenk. VomFebruar 1871 im Reservelazareth Schönebeck mit Dauerbädernbehandelt; Oeffnung eines grossen Eiterherdes. Im September1871 im Reservelazareth Magdeburg noch 3 Fisteln, die biszum November heilten. Bewegungen im Gelenk äusserst be-schränkt; die Finger stehen in Streckung, können aber mitAnstrengung gebeugt werden.
125. R. N., Musketier vom 3. Brandenburgischen Infanterie-Regiment No. 20, verwundet am 16. August 1870: Gewehr-schuss in den rechten Ellenbogen mit Eröffnung der Gelenk-kapsel. Im Reservelazareth Potsdam heftige Gelenkentzündung,daher Lagerung in gefenstertem Gypsverbande, Bandagirung desArmes auf eine Schwebe; Auflegen von Eisbeuteln auf denVerband, tägliches Ausspritzen der Wunden. 27. Oktober:Geheilt. Es bestand massige Steifheit des Gelenks, die derBesserung fähig war.
126. J. Z., Gefreiter vom Garde-Füsilier-Regiment, ver-wundet am 18. August 1870: Gewehrschuss durch das rechteEllenbogengelenk. Kugel am oberen Ende der Speiche ein-,über dem inneren Knorren ausgetreten. Starke Anschwellung,Brandblasen. Karbolsäureverband, Chinin innerlich. 27. Au-gust: Jauchung, Einschnitte. 2.September: Ruhrartiger Durchfall.5. September: Völlige Erschöpfung. 12. September: Besserung;Gypsverband. 10. Januar 1871: Z. ist geheilt; es besteht ganzgelinge Beweglichkeit im Gelenk.
127. W. P., P'üsilier vom Westfälischen Füsilier-RegimentNo. 37, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Gewehr-schuss ins linke Ellenbogengelenk. Am 8. August imReservelazareth Wilhelmsbad; starke Anschwellung. 14. AugustGeschoss herausgeschnitten. 20August: Gypsverband. 26.AugustKleine Knochensplitter und Tuchstückchen entfernt. 1. OktoberGeheilt. Gelenk ziemlich steif, doch ist durch Uebungen Besse-rung zu erwarten.
128. B. B., Grenadier vom 1. Westpreussischen Grenadier-Regiment No. 6, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk; war biszum 29. Dezember geheilt. Der Arm steht halb gebeugt, fastvollkommen unbeweglich; bedeutender Muskelschwund.
129. H. Seh., Grenadier vom 1. Garde-Regiment z. F.,verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss durch dasEllenbogengelenk. Kugeleintritt unter dem inneren Ober-armknorren, Austritt hinter dem Speichenköpfchen. MehrmalsEntfernung von Knochensplittern. Erst am 1. August 1871waren die Wunden geheilt. Beugung und Streckung nur inmassigem Grade, Drehbewegungen etwas erheblicher beschränkt.
1!50. K. G., vom 4. Garde-Regiment z. F., verwundet am18. August 1870: Gewehrschuss durch das rechte Ellen-bogengelenk. Eintritt an der inneren Seite, Austritt ober-halb des Hakenfortsatzes. Wurde geheilt; bei der Entlassungwaren bereits geringe Bewegungen ohne Schmerzen möglich.
131. J. B., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3, verwundet am 14. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss in das rechte Ellenbogengelenk. Bis I.Ok-tober ging die Heilung anscheinend rasch von statten, dann stelltesich im Reservelazareth Insterburg starke Eiterung ein; dasGeschoss wurde herausgezogen und die Heilung erfolgte allmäligbis 18. Februar 1871. Der Arm war nur wenig beweglich.
132. S. B., Grenadier vom 3. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 4, verwundet am 31. August 1870: Gewehr-schuss durch das linke Ellenbogengelenk. Im Reserve-lazareth Elbing noch im November starke Eiterung und Ent-fernung mehrerer Knochenstücke. 27. März 1871: Mit steifemGelenk geheilt.
133. R. Seh., Musketier vom 2. Hanseatischen Infanterie-Regiment No. 76, verwundet am 2. Dezember 1870 bei Orleans:Gewehrschuss in den linken Ellenbogen, welcher wahr-scheinlich das Gelenk traf. Gypsverband. Heilung mit voll-.