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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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BandIII. Spez. Theil.

III. Abschnitt: Verletzungen des Ellenbogengelenks.

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Elle gebrochen. Im Reservelazareth Paderborn Entfernungvon Knochensplittern. Heilte sehr gut bis 27. Oktober; guteBeweglichkeit, doch kann der Arm nicht ganz gestreckt werden.

90. G., Grenadier vom 3. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 4: Gewehrschussbruch der rechten Ellein der Nähe des Ellenbogengelenks mit Splitterungbis in die Kapsel. Im Dezember 1870 ins Feldlazareth zuCompiegne aufgenommen mit starker Schwellung, reichlicherEiterung, heftigen Schmerzen, hohem Fieber, Schüttelfröstenund Kräfteverfall. Zunächst tiefe Einschnitte; am Tage Dauer-bad, Nachts Schienenverband; daneben Chinin und kräftigeNahrung. Im Januar weiterer günstiger Verlauf, schliesslichHeilung.

91. J. K., Gefreiter vom Ostpreussischen Füsilier-RegimentNo. 33, verwundet am 3. Januar 1871 bei Bapaume : Gewebr-schuss durch das rechte Ellenbogengelenk mit Zer-trümmerung des Hakenfortsatzes. K. wurde sehr frühzurückbefördert und gelangte schon am 14. Januar 1871 in dasReservelazareth Kreuznach. Bei der Ankunft daselbst war derArm bis über die Schulter geschwollen und mit bläulichenFlecken bedeckt. Amputation war nicht mehr ausführbar;durch Einschnitte wurden grosse Mengen stinkenden Eiters ent-leert; am 16. Januar 1871 sehr starke Jauchung, sehr schnellfortschreitender Brand. Am 18. Januar 1871 Tod.

92. F. St., vom 5. Brandenburgischen Infanterie-RegimentNo. 48: Gewehrschuss mit Streifuug des rechten Ellen-bogengelenks und Verletzung des Hakenfortsatzes.Eintritt zwischen äusserem Knorren und Hakenfortsatz, Austrittnach innen von Letzterem. Ausserdem Schuss durch die Ge-schlechtstheile und linke Hinterbacke. Herausnahme mehrererKnochensplitter vom Hakenfortsatz. Tod am 10. Oktober 1870an Pyämie.

93. K. W., Füsilier vom Orenadier-Regiment KönigFriedrich Wilhelm IV. (l. Pommersches) No. 2, verwundet am18. August 1870: Gewehrschussbruch des linken Darmbeins,Gewehrschuss ins linke Ellenbogengelenk mit Zer-trümmerung der Elle. Im Kriegslazareth Pont ä Moussonam 28. August 1870 Schüttelfröste und Gelbsucht. Am 6. Sep-tember 1870 Tod an Pyämie.

2. Speiche.

94. G. Seh., Musketier vom Sächsischen 5. Infanterie-Regiment (Prinz Friedrich August) No. 104, verwundet am

I. September 1870 vor Metz: Gewehrschuss durch das rechteEllenbogengelenk. Eingang der Kugel hinten, oberhalbdes Gelenks; Ausgang aussen, unterhalb desselben. Speicheund Gelenkbänder verletzt. Im Feldlazareth zu Douzy und vom

II. Oktober an im Reservelazareth Meiningen starke Eiterung,mehrmals Ausstossung kleiner Knochenstückchen.

Nach einer Badekur in Teplitz im Jahre 1871 entlassen.Eingezogene Narben, Abmagerung des Armes; das Gelenk kanngut gebeugt, aber nur bis zu einem Winkel von 120° gestrecktwerden.

95. F. W., Füsilier vom Oldenburgischen Infanterie-Regi-ment No. 91, verwundet am 18. August 1870 vor Metz: Gewehr-schusswunde am rechten Arm. Schusskanal am Gelenk von untenaussen nach oben innen, mit Streifung der Speiche unddes Ellenbogengelenks. Kleine Knochensplitter entfernt.Am 30. September Schusskanal geschlossen, Gelenk schwer be-weglich.

96. G., Musketier vom 2. Posenschen Infanterie-RegimentNo. 19, verwundet am 19. Januar 1871 bei St. Quentin: Gewehr-schuss durch das rechte Ellenbogengelenk; Schuss-bruch des linken Vorderarms; zwei Fleischschüsse amRücken. Am 22. Januar Rose am rechten Arm, welche erstam 8. Februar verschwunden war; Entfernung von Splitterndes Speichenköpfchens. Am 15. Februar Gypsverband;Eiterung und Fieber nahmen fortan ab. Der Bruch des linkenVorderarms bis Ende Februar im Gypsverbande gebeilt. DieHeilung nahm weiter guten Verlauf.

97. W. K., Musketier vom 2. Rheinischen Infanterie-Regi-ment No. 28. Gewehrschusswunde am rechten Ellenbogengelenk;Streifung der Gelenkkapsel; Bruch der Speiche. ImReservelazareth Schwerin am 25. Januar 1871 wegen spitz-winkliger Stellung des Gelenks, bedingt durch Muskel-und Narbenspannung, in Chloroformbetäubung gewaltsameStreckung und Anlegung eines Gypsverbandes an denrechtwinklig gekrümmten Arm. Am 24. Februar geheilt. Armnicht abgemagert, Bewegungsfähigkeit nur in sehr geringemGrade vorhanden.

98. G., Grenadier vom Sächsischen Leib-Grenadier-Regi-ment No. 100, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussin das linke Ellenbogengelenk mit Verletzung derSpeiche. Heilung. Befund Januar 1873: Massige Ab-magerung des Armes, Gelenk im rechten Winkel steif, Hand-gelenk schwer beweglich. Dauernd ganzinvalide und erwerbs-unfähig; zeitig einfach verstümmelt. (Vergl. Evers, S. 37G,No. 36.)

99. J. K., Füsilier vom 4. Garde-Regiment zu Fuss,verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss ins rechteEllenbogengelenk mit Splitterung des Speichen-köpfchens. Am 29. August 1870 im Reservelazareth Casseldie Kugel durch Einschnitt entfernt: es folgten Erscheinungenvon Pyämie. Tod am 8. September 1870.

3. Elle und Speiche.

100. E., Musketier vom 8. Westfälischen Infanterie-RegimentNo. 57, verwundet am 7. Oktober 1870 vor Metz: Gewehrschussdurch das linke Ellenbogengelenk von innen nach aussen mitZerschmetterung der Elle und Speiche. Heilung An-fang März 1871. Völlige Steifheit des Gelenks, Schwund derMuskeln des Vorderarms. Gänzlich erwerbsunfähig. (Vergl.Berthold, S. 512, No. 22.)

101. K. K., Füsilier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regi-ment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Granatschussverletzung des rechten Ellenbogengelenksund Bruch beider Vorderarmknochen. Im Kriegs-lazareth Pont ä Mousson mehrmals Einschnitte grösserer Eiter-herde und jauchige Eiterung, die sich indessen bald so bessert,dass K. am 4. September mit einem Verband aus Guttapercha-schienen zurückbefördert wurde. Iin Reservelazareth nahm dieHeilung langsamen, aber guten Verlauf; noch im April 1871bestand Eiterung und Ausstossung von Knochensplittern.

Am 7. Juli 1871: Wunden ganz geheilt; das Gelenk istrechtwinklig steif, starke Knochenauftreibung, Hand und Fingerwenig brauchbar.

102. K. K., Musketier vom Sächsischen 8. Infanterie-Regi-ment No. 107, verwundet am 2. Dezember 1870 bei Villiers:Gewehrschuss in den linken Hakenfortsatz und durchdas Gelenk, mit Bruch von Speiche und Elle. Ausgangs-