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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.

Band III. Spez. Theil.

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1872 Badekur in Warmbrunn, 1876 in Wiesbaden, dochohne Erfolg, so dass eine Besserung nicht mehr zu erwarten stand.

2. Juni 1877: Runde Einschussnarbe, trichterförmig, mitdem Knochen lose verwachsen; lange, schmale hintere Narbefrei beweglich. Ausserdem noch 3 Schnittnarben etwas tiefer;beide Schultern und Arme haben den gleichen Umfang. DieBewegungsfähigkeit des Schultergelenks ist so behindert, dasses nicht gelingt, den Arm passiv ganz bis zur Wagerechtenzu erheben; auf Druck und bei Bewegungen ist das Gelenkschmerzhaft; Geräusche sind dabei nicht wahrnehmbar. Dauerndganzinvalide.

59. G., vom 2. Ostpreussischen Landwehr-Kegiment No. 3,verwundet am 16. Dezember 1870: Gewehrschuss in die rechteSchulter. Eingang an der Aussenseite, Durchbohrung desGelenkkopfes ohne Splitterung. Ausgang unter der Mittedes rechten Schlüsselbeins. Schulter stark geschwollen, Athmenerschwert. Eisblase; Eitersenkung gegen den grossen Brust-muskel eröffnet; hohes Fieber, Rose, dann Besserung. DasGelenk, nicht mehr geschwollen, wurde wieder etwas beweglich.

4. Februar 1871 bei gutem Befinden rückwärts befördert.(Vergl. v. Beck, S. 583, No. 2.)

60. F. K., vom Kaiser Alexander Garde - Grenadier-Regiment No. 1, verwundet am 18. August 1870 bei Mars laTour: Lochschuss durch den Kopf des rechten Ober-armknochens. Eingang aussen und vorn mitten durch dengrossen Höcker. Ausgang in der Achselhöhle hart an der Innen-seite des breiten Rückenmviskels. Nicht unerhebliche Gelenk-entzündung im Reservelazareth zu Heidelberg. In Folge Er-schlaffung des Deltamuskels befindet sich der Gelenkkopf inunvollkommener Verrenkung nach unten. K. kam am27. August in das Reservelazareth zu Mannheim; hier wurdenmehrmals Knochensplitter herausgezogen und Eiterherde eröffnet.Am 20. Oktober Kose. Die Behandlung, bei zeitweiser eitrigerSchwellung des Gelenks, bestand in Erweiterung der Wundenund Anwendung von Eis.

13. April 1871: Gelenk wenig geschwollen, Bewegungenglatt, wenig schmerzhaft; noch ein Knochensplitter in der Tiefe.

1872: Die Wunden waren mehrmals aufgebrochen, Be-wegung nach vorn frei, nach rückwärts etwas behindert; Er-hebung etwas über Schulterhöhe möglich, Arm noch etwaskraftlos. Der Mann ist Torfarbeiter. (Vergl. Lossen, S. 44,No. 6; v. Langenbeck, S. 112, No. 10.)

61. V. v. K., verwundet am 16. August 1870 bei Marsla Tour: Gewehrschüsse in beide Schultern. Lochschussim obersten Theil des linken Oberarmknochens.1. Links: Eingang 4 cm unter der Gräte. Ausgang 2 cm unterdem Rande des grossen Brustmuskels. 2. Rechts: Eingangetwas über der Mitte des Oberarmknochens. Die stecken-gebliebene Kugel wurde, später herausgezogen. Linker Armdurch Binden, rechter durch Gyps festgestellt. Rose. Heilungnach 3 Monaten. Beiderseits bedeutende Kallusmassen. LinkerArm etwas beweglich, rechter Arm herabhängend, passive Be-wegungen schmerzhaft. (Vergl. Socin, S. 122 u. 153, No. 6.Nicht unter Gelenk gerechnet.)

62. A. W., Gefreiter vom Holsteinschen Infanterie-Regiment No. 85, verwundet am 18. August 1870 vor Metz:Gewehrschuss durch den rechten Oberarmkopf von hintennach vorn. Auf dem Schlachtfelde Gypsverband. Am 23. Oktoberwurden im Reservelazareth zu Bonn Knochensplitter entferntund ein Drahtkorb angelegt. Im September hohes Fieber, dieEiterung war stark, viele Knochensplitter stiessen sich los.Am 27. Oktober war die Wunde geheilt, das Gelenk ganzwenig beweglich.

63. F. H., Major, verwundet am 16. August 1870 beiVion-ville: Gewehrschuss durch das linke Schultergelenk, wobei derlinke 0herarmkopf verletzt wurde. Nach Verlust einer ganzenAnzahl Knochensplitter verheilte die Wunde nach einem Zeit-raum von 5 Monaten, mit Zurücklassung von Verwachsungund Steifheit des linken Schultergelenks.

Gegen heftigen Rheumatismus des linken Armes sind 1871und 1872 Kuren in Wiesbaden und Warmbrunn, sowie Moor-bäder mit gutem Erfolg in Anwendung gezogen, aber auf dieSteifheit des Schultergelenks haben dieselben keinen Einflussgehabt.

Am 25. Juni 1875 ist nur geringe Hebung des linken Ober-arms durch Verschieben des Schulterblattes möglich. Nurgarnisondienstfähig. H. vermag nur von erhöhter Stelle zuPferde zu steigen, da er die linke Hand nicht bis zum Sattel-knopf erheben kann.

64. J. de B., Musketier vom 5. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 53, verwundet am 6. August 1870 bei Saar-brücken: Gewehrschuss durch das rechte Schultergelenk vonvorn nach hinten, mit Zerstörung des Gelenkkopfes; ander hinteren Oeffnung wurde ein Theil der Kugel und Knochen-splitter herausgezogen.

31. Januar 1871 aus dem Reservelazareth zu Ludwigslustentlassen. Wunden geheilt, Schultergelenk unbeweglich.

65. A.D., Premierlicutenant, verwundet am 6. August 1870bei Wörth: Gewehrschuss. Eingang 3 cm unterhalb der rechtenSchulterhöhe vorn in den Oberarm köpf hinein und 4 cmdahinter in derselben Höhe aus dem Oberarmkopf wieder heraus.Durch Eiterung und Einschnitt Entleerung zahlreicher grosserKnochensplitter.

Ende März 1871 Heilung der Wunden. Wegen derSchwäche und Schmerzen im Sommer warme Bäder und See-bäder. Am 8. November Schussnarben mit dem Knochen ver-wachsen. Der Oberarmkopf fast ganz geschwunden.Gelenkverbindung fast völlig steif, nur sehr geringe aktiveBewegungen sind möglich. Der Arm '/a cm dünner als der linke.Bewegungen der Ellenbogen-, Hand- und Fingergelenke könnennur kraftlos ausgeführt werden; Witterungsveränderungen be-dingen ausserdem stets Schmerzen im ganzen Arm. Besserungdes Zustandes ist durch Lazarethbehandlung und eine andereKur nicht zu erwarten. Dauernd ganzinvalide.

66. C. St., Musketier vom 1. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 26, verwundet am 30. August 1870 beiBeaumont:Gewehrschuss durch das rechte Schultergelenk. Eingang unterdem Schlüsselbein. Splitterung des Oberarmkopfes. Aus-gang aussen an der äusseren Seite desselben.

Abstossung von Knochensplittern und Einschnitt noch imAugust 1871 im Reservelazareth Magdeburg. Geheilt imOktober 1871. Beweglichkeit im Schultergclenk fast ganz auf-gehoben, am Oberarm mehrere mit dem Knochen verwachseneNarben.

67. W. R., Musketier vom 3. Hessischen Infanterie-Regi-ment No. 83, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Ge-wehrschussbruch des rechten Ob er armkopf es.

Am 25. Februar 1871 im Reservelazareth Coburg nochSplitter entfernt; auch in den folgenden Monaten wurden nochSplitter ausgestossen und bestand ziemlich beträchtliche Ab-sonderung schlechten Eiters; erst am 3. August 1871 waren dieWunden geheilt.

68. H. L., Dragoner vom 1. Hannoverschen Dragoner-Regiment No. 9, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschussin die linke Schulter mit Bruch des Oberarmkopfes.

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