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2 (1911) Mittelhochdeutsche Schriftdenkmäler des XI. bis XIV. Jahrhunderts
Entstehung
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TAFEL XIX.

WINDBERGER INTERLINEÄRVERSION

DER PSALMEN.

Cod. germ. 17 (Windb. 36 = Cim. 342) enthält neben einem Kalen-darium und verschiedenen lateinischen Gebeten und Lobgesängen diePsalmen nach der Vulgata mit einer wörtlichen deutschen Übersetzungzwischen den Zeilen. Diese Übersetzung ist öfters durch Beifügungmehrerer Synonyme und Erläuterungen erweitert und ist eines der lehr-reichsten Denkmäler des geistlichen Unterrichts im XII. Jahrhundert.Ob sie in dem bayrischen Kloster Windberg, dem die Handschrift gehörte,entstanden oder nur dort abgeschrieben worden ist, lässt sich nichterweisen. Scherer wollte die Zeit der Niederschrift auf 1187 festlegen,weil die historischen Notizen bei dem Kalendarium bis zu diesem Jahrereichen. Da aber diese Einträge sichtlich erst nachträglich von eineranderen Hand als der des Schreibers der Psalmen gemacht worden sind,kann man ihnen keine entscheidende Bedeutung beimessen.

Der erste, der die Wichtigkeit der Handschrift erkannte und würdigte,war Docen (1807). Einen nahezu vollständigen Abdruck veranstalteteaber erst Graff i. J. 1839, nachdem er zehn Jahre vorher schon Probenveröffentlicht hatte.

Vgl. Docen, Miscellaneen I 1807, S. 2649. Graff, Diutiska III1829, S. 459496. Graff, Deutsche Interlinearversionen der Psalmen.1839. (Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur X.)Schmeller in der Zeitschrift für deutsches Altertum VIII 1851, S. 120bis 145. Scherer, Geschichte der deutschen Dichtung im XI. undXII. Jahrhundert (Quellen und Forschungen XII) 1875, S. 88. Wall-burg, Über die Windberger Interlinearversion der Psalmen. BerlinerDiss. 1888. Facsimileprobe bei Walther, Die deutsche Bibelübersetzungdes Mittelalters. 1892, Sp. 566568.