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2 (1911) Mittelhochdeutsche Schriftdenkmäler des XI. bis XIV. Jahrhunderts
Entstehung
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TAFEL XVIII.

VON DEN STEINEN und WURMSEGEN.

Cod. lat. 536, eine Sammelhandschrift, besteht aus drei, zu ver-schiedenen Zeiten des XI. und XII. Jahrhunderts geschriebenen Teilen.Der erste umfasst Blatt 189 und enthält neben des Honorius flugu-stodunus Schrift De imagine mundi Auszüge aus verschiedenen Werkenund folgende vier deutschen Stücke: Blatt 82 v 83 v von den Steinen,Blatt 84 r einen Wurmsegen, Blatt 86 r 87 r von den Pflanzen, Blatt 89 veinen Diebssegen von einer Hand des XIII. Jahrhunderts. Ein Eintragauf Blatt 1 r : Iste liber pertinet ad sanctum Yitum quem fecit scribivenerabilis abbas Werinher macht es möglich, Zeit und Ort der Nieder-schrift dieses ersten Teiles genauer zu bestimmen: Äbt Werner war11431147 Hbt des dem hl. Veit geweihten Kartäuserklosters Prül beiRegensburg. Diese örtliche Bestimmung wird noch bestätigt durch einenweiteren Eintrag im dritten Teil der Handschrift, wo es auf Blatt 102 rheisst: Liber sancti Yiti. Pröle. Von den Kartäusern erwarb den Kodexder Nürnberger Arzt und Humanist Hartmann Schedel, dessen Bücher-sammlung nach seinem Tode (1514) in den Besitz des bayerischengeheimen Rates Johann Jakob Fugger überging. Mit dessen Bibliothekkam die Handschrift 1571 in die damals erst kurze Zeit bestehende Hof-bibliothek des Herzogs Hlbrecht V. von Bayern in München.

Der Wurmsegen wurde zuerst 1867 von Keinz veröffentlicht, diedrei andern deutschen Stücke von Birlinger 1863.

Vgl. Birlinger in der Germania VIII 1863, S. 300303. Keinzin den Sitzungsberichten der k. b. Akademie der Wissenschaften, philo-sophisch-philologische Classe 1867 II, S. 1618. Müllenhoff-Scherer sNr. XLVII,2.