THFEL XVII.
BÄMBERGER BEICHTE (SCHLUSS) undHIMMEL UND HÖLLE (änfäng).
Cod. lat. 4460 besteht aus vier zu verschiedenen Zeiten geschriebenen Teilen.Von diesen gehört der zweite, Blatt 103—115, dem XII. Jahrhundert an und enthältBlatt 103 r —lll v Glaube und Beichte, Blatt lll v — 114 r eine Schilderung von Himmelund Hölle, beides in deutscher Prosa. Blatt 114 v und 115 sind leer. Die Hand-schrift war, wie der Eintrag einer Hand des XV. Jahrhunderts auf Blatt l r :Conventus Bambergensis Ordinis Predicatorum zeigt, damals im Besitze desDominikanerklosters zu Bamberg. In der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts istsie in wechselndem Privatbesitz nachweisbar und wurde 1849 durch die MünchenerStaatsbibliothek von dem Münchener Antiquar S. Oberdorfer erworben. Über denOrt der Entstehung und über die Verfasser der beiden Texte ist nichts bekannt,ebensowenig über die Herkunft der Handschrift; in dem Bamberger Dominikaner-kloster ist sie deswegen nicht entstanden, weil dieses erst 1310 von Bischof Wulfinggegründet worden ist. Piper bezeichnet den Dialekt als ostfränkisch.
Im Jahre 1841 machte Reuss zuerst auf die beiden Stücke aufmerksam undveröffentlichte das erste im Jahre 1845, das zweite im Jahre 1843.
Vgl. Reuss im Serapeum 1841, S. 64. — Reuss in der Zeitschrift für deutschesAltertum V 1845, S. 453—461, und III 1843, S. 443—445. — Vollmer in K. RothsBeiträgen zur deutschen Sprachforschung II 1853, S. 198—201. — Haupt in denMonatsberichten der Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1856, S. 568—580. —Monumenta Germaniae Historica. Leges III 1863, S. 5 und 174. — Piper, Dieälteste deutsche Literatur bis um das Jahr 1050 (Deutsche Nationalliteratur I) 1885,S. 458. — Piper, Die geistliche Dichtung des Mittelalters (Deutsche Nationalliteratur III)I, S. 25—31. — Müllenhoff-Scherer 3 , Nr. XCI und XXX. — Kelle II, S. 49 f. —Pauls Grundriss 2 II, 1, S. 183.