TAFEL XXI.
ST. ULRICHS LEBEN und
GEISTLICHES LIED AN DIE SEELE.
Cod. germ. 94 enthält nach einer an Anfang und Endeunvollständigen Abschrift der lateinischen Vita sancti Udalricivon Berno, Äbt von Reichenau, auf Bl. 27—76 das Leben deshl. Ulrich nach der voranstehenden lateinischen Vorlage indeutsche Reime gebracht von einem Albertus, in dem Schmellermit viel Wahrscheinlichkeit den Prior des Benediktinerklosterszu St. Ulrich und Hfra in Augsburg Ädilbert (gest. zwischen1230 und 1235) vermutet hat, ausserdem auf Bl. 25, 26, 77—81allerhand geistliche Einträge, unter denen ein geistliches Liedan die Seele hervorragt. Die Handschrift dürfte unter denflugen des Verfassers angefertigt worden sein; wenigstensgehörte sie nach einer Randbemerkung auf Blatt 26 der closencv sende vlrihche und muss im ersten Viertel des XIII., wennnicht schon Ende des XII. Jahrhunderts entstanden sein. AlsSchreiberin der mystischen Einträge, die wenig später aufleere Blätter der Handschrift eingefügt wurden, ist wohl dieam Schluss der Handschrift genannte Klausnerin Engilbirnanzusehen, mit einziger Ausnahme des geistlichen Liedes, dasaber auch von ihrer Hand durchkorrigiert zu sein scheint.
Schmeller hat die Handschrift im Jahre 1844 heraus-gegeben und in der Einleitung eingehend gewürdigt.
Vgl. Schmeller, St. Ulrichs Leben, 1844; über die zweiBilder der Handschrift Bredt, Der Handschriftenschmuck Augs-burgs. (Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Heft 25.) 1900,S. 11 f.