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2 (1911) Mittelhochdeutsche Schriftdenkmäler des XI. bis XIV. Jahrhunderts
Entstehung
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TAFEL XXII.

SPECULUM ECCLESIAE.

Den Hauptinhalt von Cod. germ. 39 (= Bened. 91) bilden diedeutschen Predigten, sermones diversi in vulgari, die Joh. Kelle imJahre 1858 unter dem Titel ,Speculum ecclesiae altdeutsch' herausgegebenhat; dazu kommen auf Bl. 13 die Stücke, die in Müllenhof f-ScherersDenkmälern als Benedictbeurer Glaube und Beichte zusammengefasstsind, und auf Blatt 132142 eingeschoben ein Gedicht von der Messe,das zuerst Franz Pfeiffer im Jahre 1841 gedruckt hat. VerschiedeneEinträge aus dem 15. Jahrhundert in der Handschrift, der eine auf derletzten Seite datiert vom Jahre 1441, bezeugen das Kloster Benediktbeurenals Besitzer des Codex, und von dort ist er auch nach der Säkularisationin die Münchener Hof- und Staatsbibliothek gelangt. Doch ist es wahr-scheinlich, dass die Handschrift nicht in Benediktbeuren selbst geschriebenworden, sondern durch Schenkung, Kauf oder Tausch dorthin gelangtist. Ihre Vorlage dürfte um die Mitte des XII. Jahrhunderts in einemalemannischen Kloster entstanden sein.

Huf die Wichtigkeit der Handschrift hat zuerst Docen aufmerksamgemacht.

Vgl. Docen, Miszellaneen I 1807, S. 815. Franz Pfeiffer in derZeitschrift für deutsches Altertum I 1841, S. 270294. Kelle, Speculumecclesiae altdeutsch, 1858. Steinmeyer im Anzeiger für deutschesAltertum II 1876, S. 228234. Cruel, Geschichte der deutschen Predigtim Mittelalter 1879, S. 167181. Linsenmayer, Geschichte der Predigtin Deutschland 1886, S. 250256. Schönbach in der Zeitschrift fürdeutsches Altertum XXIV 1880, S. 8793. Schönbach, Studien zurGeschichte der altdeutschen Predigt, I. Stück (Sitzungsberichte derphilos.-hist. Klasse der Wiener Akademie der Wissenschaften Bd. 135,III. Abhandlung) 1896. W. Schaper, Zur Laut- und Flexionslehredes Speculum ecclesiae. 1891. Müllenhoff-Scherer 3 , Nr. XCVI.