Turpins Rede im Rolandslied. 247
die Zwecke von Jerusalemfahrern geeignet zu machen. Sonstnähert sich noch die hymnische Schlußstrophe der Art desPilgerliedes mit Versen wie Des lobe wir got vater al Unt lobenes ouch den sinen sun 408 f.; Der scol uns auch genaden 414 (vgl.Christe ginado S. 227). Im übrigen aber begegnet nur hie undda eine Zeile, die an diese Sphäre erinnert: So lost uns der heilant252; Des pir wir alle geheiligot 254; Durch unsih alle erstarb er sit246; Durch unsih leid er note 290. Aber wenn sich dergleichenauch gelegentlich ballt (244—256), im ganzen ist es viel zuwenig, um Ezzos Gesang der Tiefenlage eines Pilgerliedes an-zugleichen. Und ich würde aus solchen Einschlägen nichtschließen, daß das Gedicht zum Pilgerlied geworden ist, sonderndaß der Dichter sich hie und da Formeln auch aus der Sphäre desgeistlichen Volksliedes angeeignet hat. Gerade bei der Strophe26 meldet sich die Vermutung, daß sie mindestens einzelnesder künstlerischen Umbildung volksmäßiger Elemente verdankt.
Im Rolandslied hält der Erzbischof Turpin währendder letzten großen Schlacht eine Ansprache an das Christenheer,auf die der gemeinsame Gesang des 'Gloria in excelsis deo' folgt:3280 do sprach der bischof Turpin:)>nu vlehet alle minen trehtin,wand er durch uns dolte den tot,daz er bekenne unser aller not,daz wir reine vür in komen.3285 wir werden Mute geborenzuo der ewigen wunne.hiute werden wir der engel kunne.Mute sulen wir vrolichen varen.Mute werden wir lutere westerbarn.3=90 hiute ist unser froude tac,wand sich sin vrouwen macelliu diu heilige cristenheit.hiute vergilt man uns die arbeit,wir werden hiute enphangen3295 mit dem engelsange
zuo den himelischen eren.hiute gesehe wir unseren herren.da biren wir iemer mere vro.«sie sungen 'gloria in excelsis deo'.