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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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207
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Fragmentarische Lieder und ferner stehende Stücke. 207

Am fraglichsten bleibt bei den Versen 10. 72. 112, ob man demVolksgesang gerecht würde, wenn man sie Hugos Prinzip, Auf-takt und Wechselton, unterwerfen wollte. Nur in ganz wenigenFällen läßt die Aufzeichnung nichtzweisilbige Takte durch, diedie Alternation stören (rede ersrak 15, zeit 39, wurdi an 84,solte an 85, körnen zem 102); einzelnes davon mag nur Versehensein, immerhin zeigt die Neumierung aller drei Silben in rede er-,daß Hugo die volksmäßige Aushilfe der Tonwiederholung beiüberschüssigen Silben auch aus seiner Aufzeichnung nicht ganzverbannte. Sonst hat Hugo noch in den Versen 14. 76. 78 dieechte Taktfüllung unangetastet lassen müssen, wo Wörter wiehailant und ertrich keinen Eingriff duldeten. Im übrigen zeigengewaltsame und regellose Kürzungen, mit denen der Wechseltonerzwungen wurde, daß sich von den Taktfüllungsverhältnissendes gesungenen Liedes aus Hugos Text kein Bild gewinnen läßt.Es ist ausgeschlossen, daß der lebendige Volksgesang dem starrenNotenschema zuliebe sich solchen Kürzungen wie ewclich 18,ztünd 32, dwelt 86, bgundan zhandan 92 u. dergl. bequemt habensollte. Selbst die Möglichkeit ist nicht von der Hand zu weisen,daß der Aufzeichner hier und da die wirklich gehörten Versegelängt hat, um das Normalmaß zu erzielen. Auffällig ist be-sonders der Eingang von V. 51 Bis nüne manot . . ., wo dieSilbe -ne keine Neumierung trägt und das e nachträglich an-gefügt scheint. So hat also auch bei diesem Liede wieder diefreue der Aufzeichnung ihre Grenzen, ohne daß diese Grenzendoch die Untersuchung des Textes beengten. Es ist eben keinModerner Volksliedforscher, der das Lied aufgezeichnet hat,sondern ein Mann, der von der Kunstmusik her an diesenStücken Interesse nahm.

5. Fragmentarische Lieder und ferner stehende Stücke.

Einen Abzugsleis der Geißler (Lied V) überliefert die Lim-burger Chronik im 15. Kapitel, leider nur seinem Eingang nach:Unde wanne dt vurgenanten geiselnbruder den steden gingenu nde hatten ire büße getan, so gingen si mit iren cruzen, Janenu nde kerzen in ire frocessien unde lißen in vursingen ire leisenu nde songen si nach. Der sang was also:

0 herre vader Jhesu Crist,

Want du ein herre alleine bist,