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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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93
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IL Die deutschen Geißlerlieder.

i. Die Liturgie (Lied i).

Hauptquelle für die Geißlerlieder im ganzen wie fürdie Liturgie im besonderen ist das hexametrische Chro-n icon Hugonis sacerdotis de Rutelinga ad annum^CCCXLIX, überliefert in einer lateinischen Pergamenthand-Sc hrift in Oktav, die der früheren Kaiserlichen, jetzigen Öffent-"chen Russischen Bibliothek in Leningrad gehört und dieSi gnatur O. v. XIV No. 6 trägt *). Die Hs. ist von Karlpillert entdeckt worden; vgl. seine ausführliche Beschreibungln dem Aufsatz 'Lateinische Handschriften in St. Petersburg',-Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichts-kunde 5 (1880), 26365. Die Hs. macht den Eindruck eines^utographs des Verfassers, wie bereits Gillert bemerkte; zumin-dest dürfte sie unter seinen Augen geschrieben sein. Gillert er-nannte auch, daß die Chronik stückweise entstanden ist 2 ). Dem"^uptteil, der bis zum Jahre 1347 reicht, ließ Hugo im SommerI 349 eine Fortsetzung folgen (fol. 2536), die die Geschichtede r beiden letzten Jahfe, in der Hauptsache das Auftreten der^eißl er darstellt; an dies Stück schließen noch zwei kleinere

: ) Über den Autor Hugo Spechtshart s. Allg. deutsche Biogr. 35, 77;

r Wurde 1285 zu Reutlingen geboren und ist ebenda 1359 oder 1360 gestorben.

r ist der Musikgeschichte gut bekannt durch seine 1332 verfaßten einfluß-

rei chen 'Flores musicaeomniscantusGregoriani', hsg. von KarlBeck, Tübingen

8 68. Vgl. auch H. J. Moser, Geschichte der deutschen Musik4 1, 120.

J ) Doch ist die Angabe S. 263 irrig: 'Äußerlich zerfällt der Codex in zweie " e (fol. 124 und fol. 2542), die erst durch den jetzigen Einband zu einem°lumen vereinigt zu sein scheinen'; vielmehr besteht die Hs. aus drei Lagen:^ 1n; II Bl. 1225; III Bl. 2642; die Lagen sind nicht aus lauter°Ppelblättern zusammengefalzt: bei einzelnen Blättern fehlt die vordere,ei anderen die hintere Hälfte, aber von Anfang an; es ist nichts nachträglich^ausgeschnitten. Das zweite Doppelblatt der zweiten Lage ist nachträglichln gelegt, um auf Bl. I4 r gestrichene Verse zu ersetzen und einen auf Bl. 23 vte rzubringenden Einschub aufzunehmen.