Druckschrift 
Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
Seite
241
Einzelbild herunterladen
 

Kreuzfahrerleise im Herzog Ernst. 241

lieh wohl durchweg einstrophig. - Man erkennt das Voran-schreiten der Entwicklung auf dem Wege des volkswuchsigenPilgerliedes, dessen Beginn wir im althochdeutschen Zeitraum

beobachteten..

Bei dem dritten von Ulrichs Leisen klingt der Eingangecht, obgleich mir aus dem späteren Pilgerlied Parallelen.nichtzur Verfügung stehen. Eine Floskel wie diu unvollobte dar3i6 9 entspricht freilich dem Stil der Gattung nicht. Greifbarecht sind dagegen die Zeilen 3171 f. Nu helf uns derherant isteine stehende Zeile späterer Leise (s. o. Lied II und I"). undder Wunsch Das wir kamen in sin laut, denkbar paßrecht ineinem Kreuzfahrerlied, hat in Leisen und sonst mancherleiParallelen (s. S. 177f.). Die beiden letzten Zeilen aber sind offen-sichtlich wieder vom epischen Dichter geformt. Amen gehörnicht an den Schluß eines Leises, und die Zeile 3 i 7 3 beruhtoffenbar auf der Eingangszeile des Kreuzfahrerliedes In gotesnamen varen wir'. In diesem Stück scheinen die Eingriffe Ul-richs von Eschenbach stärker als in den beiden anderen. Auchder Eingang spricht dafür. Denn das Lied setzt nicht wie jenemit einem Reimpaar ein, sondern die erste Liedzeüe reimt mitder letzten Textzeile. Gegen die Echtheit des Liedeingangesbraucht das freilich noch nichts zu besagen: seine beiden erstenZeilen könnten statt durch Reim durch die Assonnanz dtne:kint verbunden gewesen sein; dann wäre aber 3168 eine Er-gänzung Ulrichs. Indessen selbst wenn, im äußersten balle,das Stück ein Mosaik sein sollte, das nicht von dem AgendenVolk, sondern vom Dichter zusammengefugt ist aaumit echten Steinen arbeitet, unterliegt auch hier keinem

Zweifel. , ,

Mettin hat in seinen obengenannten Studien vorab dieKreuzfahrerlieder einer Untersuchung unterworfen, die vorallem der Frage der Verfasserschaft nachgeht. Der methodischeWeg ist der, daß er allerlei Berührungen zwischen den1 d^tschenLiedern und der lateinischen Hymnenpoesie fests eilt auAnklänge an biblische Stellen; und aus solchen Entlehnungen^gibt sich ihm die Folgerung, daß die Msf^,?^**Geistliche zu Verfassern haben (S. 282). Ich zweifle, ob dieFrage richtig gestellt ist. Es läßt sich zwar nicht ***£*>Anklänge an die Bibel und die Hymnenpoesie vorhanden smda ber von dem, was Mettin für die Lieder aus dem Herzog Ernst

H «bner, Gcißlerlicder.