240 Rückschlüsse.
In gotes namen fara wir,
Seyner genaden gara wir.
Nu helff uns die gotes krafft
Und das heylig grab,
Da got selber ynne lag!Kyrieleys.Man darf annehmen, daß hier der ursprüngliche, von Haus ausgewiß nur einstrophige Leis im ganzen getreu erhalten ist.Es ist ein volksmäßiges Gebilde, einfach um den Kreuzfahrer-ruf herumgebaut. Ulrichs erstes Stück hat nichts mit diesemLeis zu tun; von seinem zweiten könnte man auf den erstenBlick meinen, daß es sekundär aus dem Schluß des Leisesgebildet, vielleicht gar erst von Ulrich von Eschenbach zu-rechtgedichtet sei. Tatsächlich kommt die Formulierungvon Vers 2288 auf Ulrichs Rechnung: er stutzte die volksmäßig eAssonanz zu einem reinen Reime zu, während das geistlicheVolkslied bis ins 16. Jh. die alte Zeile festgehalten hat (Wack. 2,Nr. 679. 680. 681). Also diese Zeile stammt auch in UlrichsLeis aus dem 'In gotes namen varen wir'. Aber der Strophen-einsatz ist echt und von alter Selbständigkeit; das beweisendie oben angeführten Stellen aus Ludwigs Kreuzfahrt. Nocheine spätere Quelle erhärtet ihr Zeugnis. Nach Wack. 2, S. 5*5enthält der 'Psaltes ecclesiasticus' des Georg Witzel von i55°eine besondere Fassung des Liedes 'In gotes namen varen wir •Die zweite Strophe spricht aus: Das Creutz . . . sey unser frettd-Und darauf folgt die dritte:
Auch das heilige Grab,
Da Gott selbest inne lag
Mit seinen fünf wunden also here.
Frölich faren wir dahergen Jerusalem.Kyrie eleeson.Bemerkenswert ist, wie auch hier das gen Jerusalem sich demvierzeiligen Strophenschema nicht fügen will.
Als Ergebnis halten wir fest: Es gab eine Mehrzahl volks-mäßiger Kreuzfahrerlieder. Ihre Entstehung verdanken siez. T. der Ausweitung kurzer Rufe. Sie hängen teilweise durchgemeinsame Verse miteinander zusammen. Unter den Kreuz-fahrerliedern gab es anscheinend auch älteres Leisengut. D ieLieder waren, soweit sie uns sichtbar werden, kurz, Ursprung'