Kreuzfahrerleise im Herzog Ernst. 235
ansatzhafte deutsche Litanei, hätte dann in beiden Dichtungeneine Spur hinterlassen. Aber genügt dies eine Argument umdas Vorhandensein einer eingedeutschten Litanei im 9. Jahr-hundert zu erweisen?
Erst mit der frühmittelhochdeutschen Zeit kommen wiraus der Sphäre der Vermutungen und Konstruktionen heraus:seit dem 12. Jh. sind deutsche Pilgerlieder durch historischeNachrichten ganz sicher bezeugt. Es genügt, auf die bekannteStelle bei Gerhoch von Reichersberg hinzuweisen der dendeutschen Kreuzfahrern solche Lieder zuschreibt«). Und dieseKreuzfahrerlieder werden uns auch greifbar; hier gewinnt aounsere Betrachtung des alten Pilgerliedes zum ersten Malefesten Boden und konkrete Objekte. m,**™«
Wir lassen dabei die sog. Kreuzlieder der Kunstdichtungfürs erste beiseite und halten uns lediglich an die Angabe^die unmittelbar auf Volksgesang deuten. Das sind vor aUemjene drei Stellen aus dem Herzog Ernst D die uns Liedtextevorzuführen scheinen, die Kreuzfahrer auf Fahrt und Marschanstimmten. Für das zweite Stück ist das ohne weiteres em-leuchtend; beim dritten macht es der Inhalt wahrscheinlich,und für das erste möchte man es aus dem Erzählungszusammen-hang schließen, in dem es auftritt, nicht minder aus der Art-gleichheit und der inneren Verbindung, die es mit dem zweitenStücke verknüpft. Zu diesen Liedern ist mancherlei geäußertworden »), aber noch steht eine Betrachtung aus, die sie ausdem Kerne, d.h. eben von dem Gesichtspunkte des Volks-liedes aus, zu begreifen sucht.
Zwei von ihnen gehören deutlich m Parallele:
453 6 Ernst begunde loben got,mit den sinen was er fro,sinen leisen hub er do:'Crist herre, du bist gut,
~~^Z e in ore Christo mihtantium laicorum laus Dei crebrescit quia
non es in toto egno Christiane qui turpes cantilenas cantare in pubheo audeatnonestrntotoreg ^.^ etiam per cantlle nas
sed ut diximus, tota terra iuuu concinnis
linguae vulgaris, maxime in Teutonrcs, *™™^™^l S in Psalmos,canticis. Gerhohi Reicherspergensis CommentanusMigne Patrolog. latin. Bd. 193. S P- J 43<5.«) S. besonders Mettin S. 280 ff.