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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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230 Rückschlüsse.

der Zusammenhang, auch das abschließende heleyson. Obgleichdieser deutsche Ruf hier verkoppelt erscheint mit einem la-teinischen Petrusliede, das im Zeremoniell der Krönung seinenfesten Platz hatte (Steinmeyer, Ahd. Sprachdenkm. S. 104),wird man schwerlich annehmen dürfen, daß es sich um einespontane, aus der Situation sich ergebende Abwandlung undAusweitung des sonst in ähnlichen Fällen üblichen Kyrieleisonhandelte. Sondern wir haben hier offenbar eine stehende Formelvor uns, wiederum, wenn man so will, die deutsche Verselb-ständigung eines Fetzens der Litanei zu einem Pilgerruf, dersich kaum anders als bei Rompilgern gebildet haben kann.Das imperativische helfen hier wie in der Zeile Und die heilige* 1alle helfen uns beweist, daß nur verschiedene Ausprägungen der-selben Grundform vorliegen; wir haben, in der Sprache derVolksliedforschung geredet, eine Gerippzeile vor uns, und zwardie am weitesten zurückzuverfolgende des Pilgerliedes; sie istim Laufe der Jahrhunderte mannigfach abgewandelt worden,indem das Subjekt immer neu besetzt wurde. Der Ruf istübrigens noch in einer Quelle des 13. Jhs. bezeugt (Jac. Grimm,Reinhard Fuchs S. 304):

der wolf sa von dannen spranc,

sin kirleis er vil lute sanc:

'helfe uns sant Peter heiligo!'Ob die Zeile der Eingang eines Liedes war, wie Hoffmann v.Fall, will (S. 29), ist kaum auszumachen. Nach dem Zusam-menhang der Stelle ist eigentlich nur ein kurzes Stoßgebet amPlatze. Das schließt freilich nicht aus, daß für andern Ge-brauch auf den Ruf noch ein paar Zeilen folgten. In jedemFalle sehen wir in dem heiligo wenigstens den Ansatz zu volks-liedhaftem Wachstum eines Leises vor uns. Die altertümlicheForm heiligo erweist das Alter des Rufes, aber natürlich nichtdes Leises, der möglicherweise aus ihm entsprossen war. Dastautologische heiligo steht an der Stelle, wo die älter überlieferteGestalt des Rufes heleyson hat. Wer am modernen Volkslied ge-lernt hat, wie abenteuerlichen Verdrehungen gerade fremde Wör-ter oft im echten Volkslied ausgesetzt sind, wird es nicht fürunmöglich erklären, daß das eleison irgendwie für das Eintreten

helfo = adiutor sprechen, die Formelsprache des jüngeren Pilgerliedes zwingtgeradezu zu der Annahme, daß eine imperativische oder adhortative Fügunggemeint ist, also hilf o Sande Petre oder helfe sant Peter.