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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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Das Lied 'Maria muoter reiniu meit' (Lied III). ld\

handene genügt zu dem Schluß, daß der Satzwechsel db vonZeile 13 bis Zeile 26 regelmäßig fortgesetzt wurde; also dasselbeMelodische Bild wie bei den Erweiterungen von Lied II. DieSchlußzeile Dez helf uns der hailant hatte offenbar wie in Lied IIihre besondere Melodie.

Aus diesen melodischen Verhältnissen lassen sich kaumsichere Schlüsse für den Entstehungsprozeß des Leises ziehen.Irrig wäre es gewiß, wollte man aus ihnen entnehmen, daßder Leis von Haus aus nur die beiden ersten Strophen umfaßteu nd alles weitere jüngerer Anwuchs sei. Mindestens die Strophen1 bis 3 sind als primäre Einheit zu nehmen, weil erst die dritteStrophe im eigentlichen Sinn geißlerische Züge enthält. Obetwas und wieviel über diese drei Strophen hinaus der originalenFassung des Liedes angehörte, wird ohne neue Funde nichtauszumachen sein. Daß die Grundform schon den ganzenText bot, wie Hugo von Reutlingen ihn aufgezeichnet hat,J st nicht gerade unmöglich, aber doch sehr unwahrscheinlich,ebenso im Hinblick auf die unfeste Gestalt der andern Geißler-heder wie mit Rücksicht auf den besonders flüssigen Inhaltdieses Stückes. Indessen, wo die Grenze zwischen der erstenNormung und den späteren Zusätzen liegt, steht dahin. Natür-hch ist auch mit der Möglichkeit mehrfacher Verlängerungz u rechnen. Nach welchem Reimpaar auch, von Zeile 16 angerechnet, man einen Schnitt machte, jedes würde (von 17 f.abgesehen) ein mindestens ebenso gutes Liedende abgeben^ie Zeile 25 f.

Die melodische Doppelung innerhalb des Leises ist wohlSo aufzufassen, daß schon in der Fassung erster Hand zweiv erschiedene Leistypen verschmolzen waren. Zugrunde liegtei n Leis, der vierzeilige Strophen aufwies und die einzelnenStrophen akrostichisch mit 'Maria' beginnen ließ. An ihn warei n Stück gefügt, daß dem in jüngerer Zeit vorherrschenden^eistypus folgte, dem Typus mit zweizeiligen Strophen. Esls t bekannt, wie vielfältig es in älterer Kunstdichtung üblich^ ar » Preis- oder Bittlieder an Maria so zu fügen, daß jedeStrophe mit 'Maria', auch 'Ave Maria' oder 'O Maria' begann.*°n Konrad von Würzburg über Frauenlob bis zu Heinrichv °n Laufenberg ist das stehend, in meistersingerischer DichtungUn d sonst (Beispiele bei Wack. 2, Nr. 236. 320. 361. 712. 747.Io 28. 10351044). Jüngeren Rufen scheint diese Technik