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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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189
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Das Lied 'Maria muoter reiniu meit' (Lied III). 189

angedrungen ist; auch Heinrichs von Laufenberg nim mein gewar usw. beiWack. 2 , Nr. 739, 26 unterstützt diese Fassung. Ist 21 aus dieser Zeileu mgesungen ? z - 22 für sich ist eine der 6 eläufi S sten R ufzeilen, zumal in derFassung Hilf uns an der enget schar.

23 f. Nach Volksliedart gedehnter Liedschluß: schon Z. 22 wäre alsSchluß paßrecht und tritt nicht selten als solcher auf; aber auch 24 ist (mit derReimzeile Da wir dich loben ewiclich o. ä.) ein geläufiger Liedschluß, vgl. Wack.2 . Nr. 981. 1207. 1208.

25 f. Beruht ebenfalls auf einem gegebenen, vermutlich wieder demBezirk der Litaneien entlehnten Reimpaar; vgl. Und zych (= sich) czu derLektin hant Do der schecher dy rewe vant, Und vorley tnyr wäre rewe Durch deynWirliche trewe schles. Hs. (um 1417) bei Wack. 2, Nr. 675, 4; über eine paralleleStelle in Peters von Arberg Großer Tageweise s. o. S. 170; riuwe ist offenbard as ursprüngliche; im Geißlerlied volksliedhaft entstellt. Vermutlich ist dieGeißlerpredigt im Spiel: und die crealure die mir dienet, die sol würdig sm zu^Pfohende die selben eweklichen räwen, und ir armen ir erbent nüt mine ruweClos. n 4 3I Bei Heinrich von Laufenberg verkünstlicht: Got fürt dich zu*» rehten hand Uss diser weit eilende Und seezt dich in der mynne bant usw.W ack. 2, Nr. 708, 5. Der Zug Gott helff uns all zur rechten Seytn auch sonst alsAbschluß in jüngeren Rufen, Wack. 2, S. 965-

27 Vgl. Anm. zu Lied II 4.

Wenn man das Lied III als Volkslied deuten und ver-stehen will, ist zunächst zu betonen, daß die Aufzeichnungschwerlich als bis ins letzte zuverlässig gelten kann. Das LiedWeist von allen Texten Hugos von Reutlingen die strengsteäußere Form auf: es besteht aus lauter Achtsilblern mit Auf-takt, abgesehen von der Schlußzeile, die zu fest stand, umeinen Eingriff zu gestatten. Wort- und Verston stimmen zu-einander; nur gnedigen 7 und niemmer 10 sperren sich gegenden Wechselton. Ein dreisilbiger Takt nur in über die 2, deran sich leicht zu verkürzen wäre, aber von der Neumierungbestätigt wird. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daßd er wirklich gesungene Text nicht eine so starre Versgestaltungaufwies. Es ist recht unglaubhaft, daß das gesungene Liedn ur einmal, in Zeile 2, eine überschüssige Silbe auf dem be-quemen Wege der Tonwiederholung untergebracht habensollte. Besonders der V. 23 drängt zu derselben Taktbehand-hng, also nicht all gelich, sondern alle gelich, zumal neben«He gar 21 und alle wol 16. Auch bei den harten Prokhsenhelfen 6 und bhötte 8. 12 könnte Systemzwang im Spiele sein.Darüber hinaus muß aber zumindest die Frage aufgeworfenVerden, ob nicht hie und da ursprünglich einsilbige Takte.