184 Die deutschen Geißlerlieder.
Stellen deutlich mit Closeners Fassung zusammen (s. die Va-riantenangaben Bd. 9, S. 765), um freilich wieder andere Ab-weichungen zu zeigen: an dem heiligen crütze 7, genedig stattgewaltig 18. Aber auch diese letzte Variante ist gewiß nichtmehr als Widerschein volksliedhafter Wandelung des gesungenenTextes zu verstehen.
Wohl aber zeigt die Aufzeichnung der Limburger Chro-nik, die leider nur die erste Strophe bringt, lebendige Weiter-bildung des Textes, wenn sie auch auf einige Einzelheiten be-schränkt bleibt:
Ist dise bedefart so here.
Crist für selber zu Jherusalem
und fürte ein er uze in siner hant.
Nu helf uns der heilant!Wyss S. 31. für V. 2 neben fürte V. 3 mag volksliedhafte Ab-schleif ung sein.
Dagegen sind die verschiedenen Aufzeichnungen des Ein-zugsleises aus dem 16. Jh. für die Geschichte des Geißlerliedesbelanglos. Der Leis findet sich bei Wilhelm Eysengrein,Chronologicarum rerum amplissimae clarissimaeque urbis Spirae. . . libri XVI (Dillingen 1564) S. 263; Christian Wurstisen,Basler Chronik (Basel 1580) S. 171 f.; Bernhard Hertzog,Chronicon Alsatiae (Straßburg 1592) Buch 8, Kap. 20. Di eAufzeichnung in der Wolfenbütteler Hs. Extr. 37, f. 62, die mirdas Berliner Handschriftenarchiv nachwies, ist nur eine un-genaue Abschrift aus Hertzog; der Leis steht da innerhalbeiner größeren Zahl von Excerpten über die Geißler, die sichElias Ehinger im 17. Jh. zusammengestellt hat (vgl. S. 172)-Die am stärksten von der Überlieferung des 14. Jh.s ab-weichende Fassung ist die von Wurstisen:1 Nun ist hie die Bettefart
Da Herr Christ gehn Jerusalem kart I
Er fürt ein Creutz in seiner Hand j
Nun heiße vns der Heiland.
s
Nun ist die Bettefart so gut /Hilff vns Herr durch dein Blut tDas du am Creutz vergossen IVnd vns im eilend gelassen.