Der Einzugsleis (Lied II). 181
Böhme zu trauen ist 1 ), auch bei der Aufnahme in geistlicheBruderschaften gesungen. Wenn er hier am Schlüsse desEinzugsleises erscheint, ob auch nur als Anwuchs, so entsprichtdas durchaus dem programmatischen Charakter dieses Geißler-üedes; die Umstehenden mußten gerade auch aus diesen Schluß-zeilen ein Werben um Beteiligung heraushören.
Rein äußerlich scheint die Möglichkeit zu bestehen, dasStück V. 15—22 in zwei vierzeilige Strophen zu zerlegen, sodaß also das ursprüngliche Lied um eine neue Strophe gelängtWäre. Aber diese Auffassung verbietet sich durch die Korn-Position. Sie stellt sich im Schema folgendermaßen dar:
Str. 1 a Str. 2 a Str. 3 a* Str. 4 a*
b
b
b* a
b* a
c
c
c
c
d
b'
d
b* a
c
c
b*
b**
cb* a
Schon dies bloße Schema genügt um zu zeigen, wie viel-fältig Hugos Aufzeichnung die einander entsprechendenMelodischen Zeilen, bei denen man die gleiche Melodieführungerwarten würde, abzuwandeln liebt, wenn die VariationenÜberwiegend auch ganz geringfügig sind. Dabei vermerktd as Schema nicht etwa äußerliche Unterschiede wie mangelndeAuftakte und Tonwiederholungen infolge von Silbenüberschuß,s °ndern nur innere Veränderungen der musikalischen Zeilen,die, soweit erkennbar, nicht durch die textliche Form der Zeilebedingt sind. Es ist nicht einzusehen, warum etwa V. 2 Cristr «it selber gen Jerusaleme (Schluß-e ohne Note) nicht Notefü r Note dieselbe Melodie haben sollte wie V. 8 Und uns vonde m tod erloset hast. Dasselbe gilt für die Eingangszeilen dervi er Strophen, die nach Silbenzahl und natürlichem Rythmusv ollkommen übereinstimmen. Auf der andern Seite habenfreilich die Varianten b* in Str. 2 und 4 Verse von ganz gleich-
') Altd. Liederb. S. 676. Die Angabe klingt glaubwürdig, doch habeicl » sie nicht bestätigen können. Auch die Hilfe katholischer Sachkennerversagte.