176 Die deutschen GeißlerJieder.
Dazd an dem crütz vergossen hastUnd uns von dem töd erlöset hast,Daz an dem crütz vergossen hastUnd uns in dem ellind gelassen hast!
ii Nu ist du sträss also brait
Die uns zeünserr liebun frown trait,In unser liebun vröwn lant.Nu helf [uns der hailant!]
is Wir süln die püss an uns nemen,Daz wir got dester bas gezemenDert in sines vatter rieh.Dez bitten wir sünder alle gelich.Dez bitten wir den hailigen Crist,
=o Der aller der weite gewaltig ist,Unt bitten wir den hailigen gaistUmm cristann geloben aller maist.
8 von] vo auf Rasur (Zeilenende) ; dem (mit Note) nachträglieh o/n «Rand vor töd (Zeilenanfang) geschrieben. 12 uns (mit Note) anscheint
nachträglich an den Rand hinter Die (Zeilenende) geschrieben; nach frown *uns gestrichen. 18 wir (mit Note) nach bitte (Zeilenende) am Rande; "am Rande vor fund' (Zeilenanfang) radiert; vgl. das Facsimilc.
Anmerkungen.
1 Abwandlung der nachweislich alten Zeile 5, s. Anm. dazu.
2 Die Zeile erscheint später in Rufen und ähnlichen Liedern chnsbiographischen Inhalts: Der kerr selber darauf rait Gen Jherusalem der uierat-statt Wack. 2, Nr. 1205, 66 f.; vgl. Nr. 1203, 13.
3 Alte Rufzeile, von der freilich nicht mehr erkennbar ist, in welcheZusammenhang sie ursprünglich auftrat; sie muß in den kreuzführenu eProzessionen, den 'Kreuzfahrten', seit alters eine Stelle haben. Auch das g e,sliehe Spiel nährte die Vorstellung von dem kreuztragenden Christus: donii"Ihesus quum primo exit . . ., devote portal crucem in manibus suis BordesholMarienkl. Zs. f. d. Alt. 13, 289. Die bildende Kunst freilich wählt gewöhnh 0 'eine andere Darstellung: der auf dem Esel reitende Christus hält die R e cBsegnend erhoben (Detzel, Christi. Ikonographie I, 320 ff.). Dementsprechein späteren Rufen: Er führt ein Creutz in seiner Hand, Er gibt den Segen «alle Land Kreuzruf aus dem 17. Jh. Wack. 2, Nr. 1173, 7; vgl. die volksmäßig ePfingstlieder bei Hoffmann von Fall. Kirchenl. S. 176 f., wo auch die jungeVariante macht . . mit statt führt . . in. Der alte Vers gab eben schließlich eiGerippzeile ab; vgl. Er trug ain grabn in seiner hand Wack. 2, Nr. 5i7> 7'
4 Alte, schon volksmäßigen Kreuzzugsliedern angehörige Zeile, s -