168 Di e deutschen Geißlerlieder.
Strophen) Du wag ist dir an tau ze swere R 74 und Diu redeist iti an tau ze swere R 82. Für V. 57 darf man vielleicht aufR 55 hinweisen.
In der Mehrzahl der Hss. umfaßt das Lied nur die obenangeführten drei Strophen. Doch zeigen zwei Handschrifteneine fünfstrophige Fassung. Die eine ist niederrheinisch undgehört noch ins 14. Jh. (nach dem Abdruck Janotas wiederholtbei Wack. 2, Nr. 499). Die andere entstammt einer Straß-burger Hs. des 15. Jh.s; die beiden überschüssigen Strophenheißen in ihr (nach Wack. 2, Nr. 500):70 Ach, schöpfer zart,
loß mich der vart
genießen, herre vatter, daz din lip so hart
mit geischeln ward geslagen von der Juden note;
Die steinen want,75 do men dich vff bant,
dar vff din zarter lip zertrant,
daz men yn kante nut für der Mutes röte;
Dar noch dich, herre, sere stach
ein türnin krön, die mange dieffe wunde brach,80 von blute eine bach
sach men von dir gießen;
do stunt din götlicher lip so klar
an der Stilen bleich vnd iamers var,
des blütes zar85 sach men von dir fließen.
Durch dine dieffen wunden
bitte ich dich, herre ho,
Daz ich werde entbunden
vff erden hie also90 Mit sünden noch geschüret,
gekleret und getüret
mache mich des hymels fro.
Den bittern gang,do men dich twang,95 herre, vnder ein crütze, was breit vnd lang,
mit verserteme übe vnd mit maniger dieffen wunden,Din rücke bloßleit manigen stoß,