Die Liturgie (Lied i). Jg^
am Anfang unterstrichen (2. 7. 8), um gegen den Schluß nocheinmal wiederholt zu werden (54). Der Zorn Christi, der seinAntlitz von den Menschen abwendet (42 f.), hat diese Nothervorgerufen (58). Nur sein Erbarmen kann helfen (56).Mariens Fürbitte muß dies Erbarmen rege machen (19 ff.,v gl. 61 f.). Des Menschen Sünde hat die Not verschuldet, —der Gedanke steht im Hintergrunde, ohne mit nackten Wortenausgesprochen zu werden —, aber Christi Martertod hat dieSünde bezahlt. Er kann den Menschen vom ewigen Tod be-freien: bedeutsam steht die Bitte um ein seliges Ende zweimalam Strophenschluß. Das ganze ist anders betont als die Lit.,weil das Schwergewicht auf Christi sühnenden Martertodgelegt ist; aber die Ähnlichkeit ist schon im gedanklichenGrundriß nicht zu verkennen.
Dazu nun die Berührungen im einzelnen. Peter von ArbergWeist übrigens mit dem Eingang des Liedes selbst in die Sphäre,aus der ihm Anregung kommt und an die er Anlehnung sucht.V. 1—3 ist deutlich anzuknüpfen an den alten Ruf Mariamuoter unde me.it, AI unser not si dir gekleit (den auch die Geißler-lieder nützen, Lit. O 27ff., Lied III iff.), nur ist der volks-mäßige Ruf in eine andere Stilsprache übersetzt. Dasselbegilt für V. 5—7 im Vergleich zu R 43 f.: Jesus, durch dinernamen dri Du mach uns, herre, vor sünden vri. Auch die Verse9—12 weisen zu der Stabat-mater-Strophe der Lit. herüber,nur daß sie eben wieder ein anderes stilistisches Kleid tragen.Rufartig, wie sie begonnen, schließt die Strophe; man ver-gleiche den Ruf, der in der Lit. mehrfach den Strophenschlußmacht: Des hilf uns, Maria kunigin, Daz wir dins kindes huldgewin. In Str. 2 hat V. 27 x ) eine genaue Parallele in R 19 f.:Dri nagel und an diirnin cronen, Daz crütze fron, an sper, ainnstich. Bedeutsam folgt darauf der besemen swanc V. 28, ob-gleich er in die Situation gar nicht paßt. Zu V. 31 vgl. R 23So röfen wir in lutem done. Zu dem rufartigen Strophenschlußv gl. R 45 f.: Jesus, durch dine wunde rot Behbtt uns vor demgehen tot. In Str. 3 fällt das Stichwort vom zorn Gottes,das in der Lit. die Kehrreime der Sünderstrophen beherrscht,und es steht in einer Zeile (58), die ihre Formulierung allemAnschein nach der Lit. verdankt; vgl. (ebenfalls in den Sünder-
") Noch enger ist der Zusammenhang in der Straßburger Hs. der Tage-weise : sper crütz vnd statt daz sper und.