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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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154 Die deutschen Geißlerlieder.

deutschen Zeugnisse stellt. Bei Heinrich von Herford heißt derSpruch, mit dem der Meister die Absolution erteilt: Denstribuat tibi remissioncm peccatorum tuorum omnium; surge! S. 281;in der Magdeb. Schöppenchronik (s. u.): broder, stant up, datdi God alle dine sunde vorgeve; in der Limb. Chron.: stant tif,daz dir Got alle dine sunde vurgebe. Closener dagegen hat einenReimspruch:

Stant uf durch der reinen martel ere

Und hüt dich vor der sunden mere.Der Spruch paßt mit dem Hinweis auf die martel und demAnklang der zweiten Zeile an die Schlageformel gut in die geiß-lerische Situation. Vermutlich stellt der schlichte Prosaspruchgegenüber dieser farbigen Reimformel die jüngere Stufe dar ')

Die Fassung der Magdeburger Schöppenchronik.Ausgabe von C. Hegel (Chron. d. dtsch. Städte Bd. 7) S. 205:Se sungen eine lotsen, de began alsus:

1 Nu tredet her de boten willen!Vle wi denne de heiten helle!Lucifer is ein bos geselle.4 Wen he denn bchavet,Mit heten peke he on lavet.Dar umme vle wi mit om to sinUnd vormiden der hellen pin!

s We dusser böte nu wil plegen,De schal gelden und weddergeven.So ivert siner sunde botUnd sin teste ende gut.

Disse reie was wai lang, dat blive bestan umme der körte willen. Wenn sedenn keinen in de kerken edder up den kerkhof edder an ein ander rumbleke, sologen se ut ore cleidere up dat neddercleit und hengeden vor sik einen dok, . . . undhadden gcisle an oren henden . . . dar slogen se sik mede, dat se blodden . .. Alsogingen se drie umme den kerkhof rinde velen an jowclkeme ummegange dristundcruzewis ttp de erden. Wenn se vallen scholden, so sang or mester:12 Nu hevet up alle juwe hende,Dat god dat grote stervent wende!

') Die jüngere Überlieferung der Formel in den Chroniken des 16. Jhs-(Eysengrein, Wurstisen, Bernh. Hertzog) ist bedeutungslos, da sie auf demWege über Königshofens Chronik auf Closener zurückgeht; s. u. S. 1S4.