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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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151
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Die Liturgie (Lied i). 151

Wyss S. 33, 26: Vortmc wanne di geiseler also gefallen hatten als vur ge-^hreben stet, so lagen si uf der erden, bit daz man wol mochte fünf palernoslergesprochen haben. Da qwamen zwene, di hatten si zu meistern gekoren, unde gabenigUchem einen streich mit der geisein unde sprachen also: Stant uf, daz dir Got«»« äine sunde vurgebe! So standen si uf ire knie. Di meisler unde di sengers °ngen i n vor:

s Nu recket uf di uwer hende,daz Got daz große sterben wende;nu recket uf di uwer arme,daz sich Got ober uns irbarme!Unde da rächten si uf alle ire armen cruzewis, unde iglich slug sich vur sinbrost dri siege oder vir unde hüben aber an zu singen:

» Nu slaget uch seredorch Cristes ere!

Dorch Got so laßet di hoffart faren,so wel sich Got ober uns irbarmen.So standen si uf unde gingen wider umb unde singen sich mit den geisein,aa ~ man jamer an irme libe sack.

Die Fassung der Lit, die die Limb. Chron. in diesen schma-Ie n Bruchstücken überliefert, ist wichtig, obgleich die Frag-mente dürftig sind und die Zuverlässigkeit der Aufzeichnungtäglich erscheint. Denn der Verfasser, Tilemann Elhenv on Wolfhagen, ist 1348 geboren') und hat nach eigenerAngabe erst 1378 begonnen, historische Aufzeichnungen zudachen. Da die entsprechende Notiz unmittelbar dem Be-richt über die Geißler vorangeht (Kap. 13), könnte man an-nehmen, daß Tilemann sich bei der Abfassung der Chronikgerade für die Geißlerkapitel auf Aufzeichnungen stützte, diebi s zu jenem Zeitpunkt zurückgingen. In jedem Falle hat ererst lange Jahre nach den Geißlerfahrten durch Hörensagen vonihnen Kunde erhalten. Bedeutung hat gewiß der zweimaligeHinweis auf Westfalen-), und diese Bedeutung geht wohldarüber hinaus, daß der Geburtsort Tilemanns, Wolfhagen, derGrenze des Westfälischen nahe lag 3). Aber so ausführlich und

) Vgl. Gottfr. Zedier, Zur Erklärung und Textkritik der Limb. Chr.,Zürich. Museum 5 (1929). 222.

3 ) Unde wart der mancher vurdarft unde gehangen in Westfalen unde aneters-w °. unde worden vurwiset von dem rade da inne si geseßen hatten, nach dem alsHc!l daz geheischet in Westfalen unde anderswo. Limb. Chron. S. 33

3) Es finden sich in der Limb. Chron. Berührungen mit Heinrich vonH «ford: Unde wo si qwamen vur eine stat, da gingen si in emer processvenz ^ne unde zwene bit einander bit in di kirchen; unde hatten hude uf, darane